Apple: Die fetten Jahre sind vorbei

Apple verliert Umsatz: Die fetten Jahre sind vorbei

, aktualisiert 26. Oktober 2016, 06:13 Uhr
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Apple-Chef Tim Cook muss rückläufige Umsatzzahlen bekanntgeben.

von Britta WeddelingQuelle:Handelsblatt Online

Erstmals seit 2001 beendet Apple das Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang. Neue Wachstumsquellen jenseits des iPhones sind für Konzernchef Tim Cook weiter nicht in Sicht.

In solchen Momenten reagiert selbst der sonst souveräne Tim Cook schmallippig. Ob der Apple-Chef etwas zur langfristigen Strategie für die nächsten Jahre sagen könne, fragt ein Analyst in dem Telefonat mit Investoren nach der Präsentation der Quartalsergebnisse. Oder ob er momentan vor allem auf das reagiere, was so am Markt passiert.

Schon allein die Frage ist eine Frechheit. Zumindest aus der Perspektive von Apple. Schließlich fußt das Selbstbewusstsein des Konzerns darauf, sich wenig darum zu scheren, was die anderen tun, sondern vor allem die eigenen Visionen zu verfolgen. Entsprechend zugeknöpft antwortet Cook. „Wir haben sehr viel in der Pipeline, wie immer reden wir nicht darüber, aber wir sind zuversichtlich.”

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Nicht so die Wall Street. Nach der Bekanntgabe der Zahlen sank Apples Kurs nachbörslich um mehr als zwei Prozent. Erstmals seit 2001, wo mit der Einführung des iPod der Aufstieg von Apple zur Tech-Macht mit den großen Visionen begann, schließt der Konzern das Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang ab. Die fetten Jahre, in denen die iPhone-Verkäufe Apple zur wertvollsten Firma der Welt machten, sind vorbei.

Im dritten Quartal in Folge muss der Hersteller nun sinkende Umsätze verbuchen, diesmal sanken sie um neun Prozent auf 46,9 Milliarden Dollar. Die Nettoeinnahmen fielen um 19 Prozent auf neun Milliarden Dollar (1,67 Dollar pro Aktie) von 11,1 Milliarden Dollar (1,96 Dollar pro Aktie) im Vorjahr.

Es rächt sich immer mehr, dass fast zwei Drittel der Einnahmen am iPhone hängen. Im vierten Quartal verkaufte Apple nur 45,5 Millionen iPhone, 2,5 Millionen Stück weniger als im Jahr zuvor. Die Nachfrage ist gesättigt, besonders in Teilen Chinas, wo Apple im Vorjahresquartal Zuwächse von bis zu 99 Prozent verzeichnete, lassen die Verkäufe nach.

Ob Apple von dem Desaster um die brennenden Galaxy Note 7 von Samsung profitieren könne, das der Aktie zwischenzeitlich zu einem Höhenflug verhalf, werde sich erst in den kommenden Wochen zeigen, erklärt Thomas Husson, Analyst bei Forrester. „Die Marke Samsung ist beschädigt. Doch Kunden vergessen schnell.“

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Auf Hardware allein ist kein Verlass

Apple hofft auf die neue Gerätegeneration. iPhone 7 und „besonders“ das iPhone 7 Plus erfreuen sich „starker Nachfrage“, erklärte Cook. Für das laufende Quartal, in den das wichtige Weihnachtsgeschäft fällt, erwartet er wieder steigende Umsätze von zwischen 76 und 78 Milliarden Dollar. Im Vorjahr lag der Wert bei 75,9 Milliarden Dollar.

Auf die Hardware allein jedoch wird sich der Apple-Chef nicht verlassen können. Die iPad-Verkäufe bleiben konstant auf niedrigem Niveau, werden nach einer Prognose der Analysten von eMarketer bis Ende 2016 noch weiter sinken. Die Verkaufszahlen der Kategorie „Other Products“, zu denen die Apple Watch gehört, fielen um 22 Prozent im Vorjahresvergleich, die der Mac-Rechner um 17 Prozent. Das Segment will der Konzern mit der Einführung neuer Produkte am Donnerstag ankurbeln.

Wirklich zugelegt hat bei Apple der Bereich „Services“, dessen Erträge um 24 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar stiegen. „Services wird 2017 so groß sein wie eine Fortune 100-Firma“, bekräftigt Cook. Zu dem Bereich gehören Apple Cloud, Music, Apps Bezahldienst Apple Pay, aber auch das Internet der Dinge. Forrester-Analyst Husson prognostiziert Apple hier „signifikante“ Erlöse. „Langfristig wird die Sparte jedoch nicht groß genug werden, um das iPhone zu ersetzen.“

Von eigenen Plänen zur Konstruktion eines autonomen Autos im Geheimprojekt „Titan“ hatte sich Apple zuletzt offenbar verabschiedet. Auch an diesem Tag äußerte sich Cook dazu nur ausweichend. „Wir suchen immer nach Wegen, die Erfahrung für unsere Kunden quer über verschieden Produkte hinweg zu verbessern“, erklärte er. „Für das Auto wird sehr viel Technologie verfügbar sein, die den Bereich revolutionieren wird.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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