Apple Watch: Japaner und Schweizer sollten gemeinsamen Gegenangriff starten

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InterviewApple Watch: Japaner und Schweizer sollten gemeinsamen Gegenangriff starten

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Die Apple-Watch und andere Wearables werden Mittelklasse-Armbanduhren auf Dauer verdrängen, glaubt Elmar Mock.

von Martin Fritz

Elmar Mock, der Mit-Erfinder der Swatch, sieht die Apple Watch als Bedrohung für die traditionelle Uhrenindustrie. Er fordert eine konzertierte Aktion von Schweizern und Japanern gegen Apple.

WirtschaftsWoche: Herr Mock, bisher tragen Sie immer eine Swatch. Werden Sie sich jetzt eine Apple Watch kaufen?

Elmar Mock: Selbstverständlich. Die Apple Watch ist absolut interessant und wird Erfolg haben.

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Elmar Mock Quelle: PR

Elmar Mock

Bild: PR

Warum sind Sie so davon überzeugt?

Im 20. Jahrhundert hatten die Menschen Kalender und Uhr dabei und konnten so Ort und Zeit für ein Treffen organisieren. Im 21. Jahrhundert kam Nokia mit dem genialen Slogan „Connecting People“: Über das Mobiltelefon lassen sich Treffen kurzfristig arrangieren, Ort und Zeit werden vorher nur vage verabredet. Die Smartwatch bringt den nächsten Sprung.

Zur Person

  • Elmar Mock

    Mock, 61, hat 1980 zusammen mit Jacques Müller die Swatch als erste Schweizer Billiguhr erfunden. Unternehmer Nicholas G. Hayek hatte dann die Idee, die Swatch als Modeartikel zu vermarkten. Der Schweizer Mikro- und Plastik-Ingenieur Mock gründete 1986 in der Swatch-Stadt Biel seine eigene Produkt-Ideenschmiede Creaholic.

Inwiefern?

Die jungen Leute schauen 200 bis 300 Mal am Tag auf ihr Telefon und haben es in der Hand oder auf dem Tisch. Es ist sinnvoll, diese Funktion aufs Handgelenk zu legen. Dass man dann parallel zur Uhr auch ein Smartphone braucht, stört wenig. Früher hatten wir, wie gesagt, ja auch Kalender und Uhr dabei.

Aber wo sehen Sie den Fortschritt?

Die Smartwatch ist ein Kommunikationssystem nahe unserem Nervensystem. Wir spüren über eine Vibration, ob eine Information gekommen ist oder ob wir nach rechts oder links gehen sollen. Und egal, welche Marke: Über die Smartwatch definiert sich die Zugehörigkeit zu einer neuen Generation.

Wie schätzen Sie die Fähigkeiten der Smartwatch ein?

Die ersten Modelle sind noch nicht gut genug. Aber ein Produkt muss nicht perfekt sein, solange es grundsätzlich sinnvoll ist.

Welches Potenzial sehen Sie?

Eine Milliarde Menschen hat ein Smartphone. 10 bis 20 Prozent davon sind langfristig an einer Smartwatch interessiert. Ich rechne in diesem Jahr mit einem Absatz von 10 bis 20 Millionen Smartwatches und in zwei Jahren mit 50 Millionen verkauften Exemplaren. Neben Apple wird es aber viele andere Anbieter geben. Das Businessmodell verändert sich: Früher wurden Uhren im Uhrenhandel verkauft, seit der Swatch auch in Modegeschäften, und nun mit der Smartwatch in Elektronikläden.

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