Apples Gewinn fällt: Tim Cook fehlt der Wow-Effekt

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KommentarApples Gewinn fällt: Tim Cook fehlt der Wow-Effekt

von Matthias Hohensee

Trotz der 100 Milliarden Dollar Rekordausschüttung steckt Apple-Chef Cook in der Klemme. Er hat das "one more thing" nicht im Ärmel.

Was tut man, wenn man als Unternehmenschef unbedingt kurzfristige Erfolge braucht, einem die gesamte Wall Street im Nacken sitzt und ein paar ganz unzufriedene Nörgler bereits die Ablösung fordern? Man beglückt seine Aktionäre mit viel Geld. Oder gleich gigantische Summen, wenn man wie der kalifornische Computerkonzern Apple 145 Milliarden Dollar auf der hohen Kante hat. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Dienstagnachmittag kalifornischer Zeit kündigte dessen Chef Tim Cook an, bis Ende 2015 insgesamt rund 100 Milliarden Dollar an seine Aktionäre in Form von erhöhten Dividenden und Rückkäufe von Aktien ausschütten zu wollen. 55 Milliarden mehr als bislang geplant. Die Dividende wird um fünfzehn Prozent auf 3,05 Dollar angehoben.

„Es ist das größte Programm in der US-Wirtschaftsgeschichte“, verdeutlicht Cook die Größenordnung. Nicht alle Aktionäre werden gleichermaßen erfreut sein. Denn die Apple-Aktie ist seit ihrem Höchststand von 705 Dollar im September bis auf 385 Dollar Mitte April gesunken. Die Kritik am Nachfolger des legendären Konzern-Mitgründers Steve Jobs wird trotz des Geldsegens nicht verstummen. Ganz im Gegenteil: Die Rekordausschüttung wirkt wie ein Verzweiflungsakt, der strategische Fehler übertünchen soll.

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Rückschläge für Apple

  • Rivale Android

    75 Prozent aller Smartphones laufen inzwischen auf dem Betriebssystem Android des Apple-Rivalen Google

  • Weihnachtsgeschäft

    18 Prozent mehr Umsatz machte Apple im Weihnachtsgeschäft 2012 - gegenüber einem Plus von 73 Prozent im Vorjahr

  • Konkurrent Samsung

    350 Millionen Smartphones plant Samsung in diesem Jahr zu verkaufen - 60 Millionen mehr als Apple an iPhones seit Juni 2007 insgesamt verkauft hat

  • Teure Tablets

    150 Dollar soll das neue Tablet von Acer kosten, weniger als die Hälfte des iPad mini

  • Probleme in China

    Im vierten Quartal 2012 rutschte Apple in China bei Smartphones auf Rang sechs

Hätte Cook sie nicht angekündigt, wäre die Apple-Aktie weiter gefallen. Und zwar signifikant. Denn die Zahlen des ersten Quartals sind durchwachsen. Zwar verbuchte Apple dank guter Verkäufe  seiner Bestseller iPhone (37,4 Millionen Stück) und iPads (19,5 Millionen Stück) mit 9,5 Milliarden Dollar immer noch den vierthöchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte. Doch er liegt 18 Prozent unter dem des Vorjahrszeitraums. Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist  damit der Quartalsprofit von Apple im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken.

Erstmals räumt der Konzernchef auch ganz offen ein – was die WirtschaftsWoche in einer großen Analyse im Januar beschrieb – dass Apples Wachstumsraten und Margen wegen des sich ändernden Marktes unter Druck sind. Und dieser auch im aktuellen Quartal nicht nachlassen wird. Zum einen liegt das daran, dass Apple es wegen seiner enormen Wachstumsraten in der Vergangenheit wesentlich schwerer fällt, beim Umsatz deutlich zuzulegen. Wenn der Musterschüler immer Einsen geliefert hat, wirkt eine 2 wie ein Versagen. Aber gleichzeitig macht dem Konzern auch der Wettbewerb stärker zu schaffen, der auf die Margen von iPhone und iPad drückt. Apple kann seine Produkteinführungen nicht mehr so präzise steuern wie in den vergangenen zehn Jahren.

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