ThemaApple

ARD-Markencheck : Die große Verappelei: Wie Apple die Kunden verführt

05. Februar 2013
von Miguel Zamorano

Apple entführt seine Kunden in eine Welt, in der sie mit den schwarzen und weißen Produkten aus Cupertino am liebsten ins Bett gehen würden. Und in der die überteuerten Geräte auf Kosten des Faktors Menschen hergestellt werden.

Einer der schönsten Szenen des ARD-Markenchecks über Apple zeigt wie ein Samsung-Smartphone und ein Apple-Telefon in einem 0,5-Liter Bierglas versinken. Beide Telefone treten an, um ihre Standfestigkeit zu beweisen. Das iPhone geht sofort aus.

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Es gibt wenige Marken, die so widersprüchliche Emotionen unter Verbrauchern hervorrufen wie Apple. Der Computer- und Tablethersteller aus dem kalifornischen Cupertino verfügt über eine fanatische Anhängerschaft. Ein Gerücht reicht schon und Apple-Jünger packen Zelt und Schlafsack – um vor dem nächsten Apple-Store die Ankunft eines neuen Produktes zu erwarten. Der Konzern darf sich über das Dauercampen vor dem eigenen Schaufenster freuen. Schließlich erzielt Apple mit seinen Stores mittlerweile laut einem Spiegel-Bericht astronomische Umsätze. Auf der anderen Seite gibt es aber auch harte Apple-Verweigerer, die jeglichen Kontakt mit iPod, iPad und Co. ablehnen – mit fast der gleichen Inbrunst, die ein Apple-Jünger zur Schau stellt.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich der ARD-Markencheck, der am Montag um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wurde. Die Macher des Markenchecks fragten: Wie abhängig machen iPad & Co.? Sind die Produkte so einfach, wie immer behauptet wird? Ist Apple seinen Preis wert? Und ist das Unternehmen fair zu seinen Mitarbeitern?

Perfekte Markeninszenierung

Die Fragen sind mehr als berechtigt. 422 Milliarden Euro ist Apple an der Börse wert (Stand: Ende Januar 2013) – soviel wie die fünf wertvollsten deutschen Unternehmen im DAX zusammen: Bayer, Siemens, BASF, SAP und Volkswagen, wie der Markencheck anschaulich macht.

Die guten Zahlen bei Apple dürften unter anderem damit zusammenhängen, dass das Unternehmen die Inszenierung seiner Produkte perfektioniert hat, wie kaum eine andere Firma in der Wirtschaftsgeschichte. Alle spielen mit - Verbraucher, Medien, Prominente, so der Markencheck. Und der Zuschauer lernt: 40 Prozent der größten Film-Blockbuster 2011 zeigten Apple-Produkte. Der Apfel dient als Anschauungsobjekt in Design-Hochschulen, Professoren erklären, dass Apple beim Entwurf seiner Geräte nichts dem Zufall überlässt. Die Jünger öffnen den Produktkarton und wollen sich aus Liebe gleich mit den edel anmutenden Produkten ins Bett legen. Der Markencheck schiebt stattdessen eine Apple-Fanatikerin in einen Magnetresonanztomographen (MRT) und der Berliner Neurowissenschaftler Jürgen Gallinat sagt: „Apple spricht die gleichen Emotionen an, die wir bei Menschen aktivieren.“ Pech für Samsung, denn bei den Südkoreanern schaltet der Verbraucher offenbar eher auf Vernunft. Apple weckt positive Gefühle – der Traum eines jeden Marketingfachmannes.

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Kommentare | 6Alle Kommentare
  • 05.02.2013, 09:43 Uhrmarc

    Ich denke sowohl der ARD Beitrag als auch Ihre Kommentierung sind sehr einseitig.

    Produktionskosten eines Gutes beinhalten gerade bei Computern, oder Smartphones (aber auch bei allen anderen Gütern) nicht nur die Hardwarekosten sondern auch die Entwicklungskosten, die SOFTWAREkosten etc. Da hätte ich von einer Zeitung, die für sich in Anspruch nimmt fachlich auf der Höhe zu sein, etwas mehr nachdenken erwartet.

    Die Tatsache das Apple in Asien fertig und das dort andere Produktionsbedingungen herrschen als in Europa ist keine Neuigkeit UND trifft auf ALLES zu, was wir Europäer von dort völlig sorglos beziehen. (Kleider, Fernseher, Elektronik allgemein) Nur dort stört es die meisten nicht, denn "Geiz ist geil". Das nun einseitig auf APPLE zu instrumentalisieren ist wirklich zu durchsichtig. Man könnte es auch als Manipulation bezeichnen.

  • 05.02.2013, 11:23 UhrPotential

    Ich finde diese Doku der ARD höchst zweifelhaft. Vor allem, dass die Arbeitsbedingungen in China anscheinend nur bzgl. Apple so schlecht sind. Glaubt der Fernsehzuschauer wirklich, dass Samsung, Nokia, etc. nicht auch bei diesem Hersteller produzieren lassen (Foxcon)? Einfach sehr einseitig und eher Populismus. Dass die Wiwo in die gleiche Kerbe haut und treudoof die Argumente "nacherzählt" ist schon fast "FTD-Style" und dieser wurde ja vom Kunden nicht mehr ganz so gerne bezahlt. An die Redaktion: Bitte einfach einmal eigene Recherchen anstellen.

  • 05.02.2013, 12:05 UhrF_W

    Ich bin Apple User, aber kein Apple Jünger. Ich weiß, dass ich Geräte mit gleicher Leistung günstiger bekommen kann und das Apple sich was das Thema Arbeitsbedingungen angeht, nicht von anderen Herstellern unterscheidet. Von den miesen Bedingungen in Asien einmal abgesehen, reicht es schon den nächsten Applestore zu betrachten um festzustellen, dass die Bezahlung niedrig und die Arbeitszeiten lang sind.

    Hier jetzt aber eine einseitige Haudrauf Kampagne gegen Apple zu führen ist unter dem Wiwo Niveau und ich hoffe, dass dies ein Ausrutscher war. Jede Medaille hat eine Kehrseite und Samsung ist sicherlich auch kein Vorbild in Sachen Arbeitsbedingungen.
    Und am Ende entscheidet immer noch der Konsument ob er für ein Handy 600 oder 300 Euro bezahlen will.

    Ich besitze übrigens trotz meiner Apple Bekennung ein Samsung Smartphone, da ich es technisch überzeugender finde als eine iPhone. Die Entscheidung konnte ich sogar ohne ARD Markencheck und einseitiger Berichterstattung treffen. Man glaubt es kaum, aber Konsumenten können also doch selbst denken.

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