Ashley Madison: Chef des Seitensprung-Portals muss gehen

Ashley Madison: Chef des Seitensprung-Portals muss gehen

Quelle:Handelsblatt Online

Erst der gigantische Datendiebstahl, nun legen Dokumente nahe, der Vorstandschef von Ashley Madison war selbst auf dem Seitensprung-Portal aktiv. Noel Biderman, verheirateter Vater von zwei Kindern, tritt zurück.

Gelegenheit macht Diebe und Liebe. Die einen stehlen die Daten von 37 Millionen Kunden der Untreue-Agentur Ashley Madison (AM), die anderen werden schwach und nutzen ihre eigene Schöpfung schon mal aus. So wie anscheinend der 1972 in Toronto geborene CEO Noel Biderman. Zusammen mit Millionen anderer Daten veröffentlichten die Hacker von „The Impact Team“ vergangene Woche E-Mails von Biderman, die laut Buzzfeed.com belegen, wie er mit drei Frauen zumindest versuchte, Affären zu starten. In einem Fall sollen auch Geldzahlungen erfolgt sein.

Nun ist der „König der Untreue“, wie er genannt wird, ein Herrscher ohne Reich. „Mit sofortiger Wirkung und im gegenseitigen Einvernehmen tritt Noel Biderman als Vorstandschef von Avid Life Media zurück und ist nicht mehr im Unternehmen beschäftigt“, heißt es kurz angebunden auf der Webseite von Ashley Madison. Bis zur Ernennung eines neuen Chefs werde das bestehende Management-Team das Unternehmen leiten. Der verheiratete Vater zweier Kinder hatte das Portal 2001 zusammen mit seiner Frau gegründet, später war es von Avid Media übernommen worden. Seit 2007 war er auch Präsident der Gesellschaft.

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Das Zehn-Punkte-Programm der Telekom zur Cyber-Sicherheit

  • Punkt 1

    Die Erkenntnisse, die Edward Snowden zur Verfügung gestellt hat, müssen vollständig offengelegt und zugänglich gemacht werden. Nur so können mögliche Schwachstellen im Netz identifiziert und unverzüglich geschlossen werden.

  • Punkt 2

    Innerhalb der EU sollten die Mitgliedsländer auf gegenseitiges Ausspionieren des Telekommunikations- und Internetverkehrs verzichten. Auch mit den USA sollte weiterhin ein Abkommen über einen Spionage-Verzicht angestrebt werden.

  • Punkt 3

    Sicherheitsbehörden sollten transparent machen, welche Informationen sie über Telekommunikations- und Internetnutzer abfragen. Dazu gehören Anzahl und Art der erfolgten Anfragen und Auskünfte sowie der überwachten Anschlüsse.

  • Punkt 4

    Unternehmen müssen Transparenz über Sicherheitsstandards und erfolgte Angriffe schaffen. Nur durch gegenseitige Ergänzung wird ein möglichst umfassender Schutz vor Cyberangriffen erreicht. Die Telekom hat ihre technischen Sicherheitsstandards unter www.telekom.com/sicherheit veröffentlicht und macht Cyberangriffe unter www.sicherheitstacho.eu transparent.

  • Punkt 5

    Forschung und Bildung zu Cybersicherheitsthemen müssen verstärkt werden. Die Telekom richtet einen Lehrstuhl für Datenschutz und Datensicherheit an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig ein. Mit der Plattform Teachtoday.de stellt die Telekom zudem Unterrichtsmaterialien für Schulen zum Themenkomplex Sicherheit und Datenschutz bereit.

  • Punkt 6

    Analytik und Forensik zur Netzsicherheit müssen verstärkt werden. Dafür sollten die Cyber Emergency Response Teams (CERT) in den Unternehmen ausgebaut und enger verzahnt werden. Neben der Verstärkung ihres Teams fördert die Telekom die Ausbildung von Spezialisten: Gemeinsam mit der IHK Köln wurde 2014 ein neues Qualifikationsprogramm „Cyber Security Professional“ geschaffen. Die Telekom wird in den nächsten Jahren mehrere hundert Mitarbeiter zu IT-Sicherheitsexperten weiterqualifizieren.

  • Punkt 7

    Perspektivisch sollten die Inhalte auf dem Übertragungsweg Ende zu Ende verschlüsselt werden. Hier sind Hersteller, Netzbetreiber und Diensteanbieter gleichermaßen gefordert, einfache Lösungen für Kunden zu entwickeln. Die Telekom setzt sich bei den Standardisierungsgremien für einheitliche Verschlüsselungstechniken ein.

  • Punkt 8

    Netzbetreiber dürfen sich nicht von einzelnen Herstellern kritischer Infrastrukturkomponenten abhängig machen. Die Telekom führt für diese Elemente eine so genannte georedundante Dual-Vendor-Strategie ein. Bei kritischen Komponenten setzt die Telekom Produkte von mindestens zwei Herstellern aus unterschiedlichen geographischen Regionen ein.

  • Punkt 9

    Hersteller von Hard- und Software müssen genauso wie Netz- und Diensteanbieter bekannte Schwachstellen unverzüglich beseitigen. Die Telekom wird ihre Zulieferer dazu verpflichten. Bei besonders kritischen Komponenten sollte die Sicherheit der Produkte durch eine unabhängige Prüfstelle nachgewiesen werden. Das IT-Sicherheitsgesetz sowie die entsprechende Richtlinie der EU sollten das aufgreifen.

  • Punkt 10

    Daten dürfen beim Transport durch das Internet keine Umwege durch andere Rechtsräume nehmen. Im Telekom-Netz ist das Internet der kurzen Wege bereits realisiert. Diesen Ansatz will die Telekom mit einer Selbstverpflichtung aller Internetprovider weiter vorantreiben. Damit würde ein unberechtigter Zugriff auf die in Europa transportierten Daten von außerhalb deutlich erschwert.

Der Rücktritt war erwartet worden. Durch Veröffentlichung der gestohlenen Daten und Informationen geriet nicht nur der Chef selbst in Probleme. Millionen von Kunden bangen um ihre Karrieren oder ihre Ehen, weil ihre intimsten Daten an die Öffentlichkeit gelangten. In Deutschland sind alleine 423.000 Konten angemeldet worden.

Mindestens ein Milliardär, mehrere Reality-TV-Stars und Politiker müssen sich peinliche Fragen gefallen lassen. Ein Staatsanwalt aus Florida räumte ein Konto bei AM ein und bat öffentlich und unter Tränen um Vergebung. Politiker wie Hunter Biden, Sohn von US-Vizepräsident Joe Biden, bestreiten dagegen vehement, ein AM-Konto selbst angelegt zu haben. Jemand habe seine E-Mail missbraucht. Tatsächlich könnte sich theoretisch jedermann mit seiner E-Mail-Adresse angemeldet haben. Ashley Madison hat niemals eine Prüfung vorgenommen.

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Doch der Schaden ist da. Die Polizei ermittelt sogar, ob zwei Selbstmorde mit dem Datendiebstahl in Verbindung stehen könnten. Avid Media hat eine Belohnung von 379.000 Dollar für Informationen über die Hacker ausgesetzt, die kanadische Polizei und das amerikanische FBI ermitteln.

Daneben tauchte immer mehr Kritik am Geschäftsgebaren selbst auf. Viele Kunden bezahlten eine Gebühr von 20 Dollar an das Unternehmen, um ihr Profil und sämtliche Kommunikation und Fotos von den Servern löschen zu lassen. Trotzdem fanden sie sich in den Datenbanken der Hacker wieder. Die Webseite Gizmodo behauptet nach einer Datenanalyse, dass zudem die meisten der 5,5 Millionen Profile mit dem Attribut „weiblich“ schlicht gefälscht seien und von dem Unternehmen selbst angelegt wurden. Ashley Madison bestreitet dies, aber schon 2013 hatte eine Frau das kanadische Unternehmen verklagt, weil sie sich angeblich die Handgelenke ruiniert hatte, um im Auftrag 1000 gefälschte Konten von angeblich suchenden Damen anzulegen. Der Streit endete in einem Vergleich.

Quelle:  Handelsblatt Online
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