Axel Springer: Der Werbe-Boom flaut ab

Axel Springer: Der Werbe-Boom flaut ab

, aktualisiert 03. August 2016, 10:08 Uhr
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Der Wandel der Boulevard-Zeitung „Bild“ von der gedruckten Zeitung hin zu einem ständigen Begleiter der Menschen durch den Tag gilt als Paradebeispiel digitaler Transformation.

Quelle:Handelsblatt Online

Axel Springer schraubt seine Umsatzprognose herunter. Steigende Werbeerlöse machen die sinkenden Vertriebseinnahmen des Medienkonzerns nicht mehr wett. Der Ausbau des Digitalgeschäfts lastet zudem auf dem Gewinn.

BerlinAxel Springer schraubt seine Ziele für den Umsatz 2016 zurück. Es sei nur noch eine Stagnation zu erwarten, teilte der Herausgeber von „Bild“ und „Welt“ am Mittwoch mit. Anders als bisher geplant, würden die steigenden Werbeerlöse den Rückgang der Vertriebserlöse und anderer Umsätze nicht mehr wettmachen. Seine Gewinnprognose bekräftigte das Medienhaus hingegen trotz eines Dämpfers im zweiten Quartal. Das Management peilt einen Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an. Die Springer-Aktien verloren zum Handelsstart 2,4 Prozent und waren damit schwächster Wert im Nebenwerteindex MDax

Das Betriebsergebnis (Ebitda) stagnierte zwischen April und Juni binnen Jahresfrist bei 147 Millionen Euro. Größter Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet - etwa Job-, Auto- und Immobilienportale. Bei den Bezahlangeboten sackte der Gewinn allerdings um knapp 21 Prozent. Hier schlagen sich nach Konzerangaben Kosten für den Ausbau des Wirtschafts- und Finanznachrichtenportals „Business Insider“ und der Nachrichtenplattform Upday nieder.

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Konzernchef Mathias Döpfner zog nach dem Halbjahr dennoch eine positive Zwischenbilanz. „Mit gezielten Akquisitionen wie zuletzt mit eMarketer im strategischen Wachstumsmarkt USA und im Bereich der Rubrikenangebote haben wir unsere Marktposition weiter verbessert.“

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal nur minimal um 0,7 Prozent auf rund 802 Millionen Euro und lag nach dem ersten Halbjahr 0,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Konzern begründete dies auch mit Sondereffekten bei der Einbringung des Schweiz-Geschäfts in das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ringier Verlag. Denn bereinigt seien die Erlöse in den ersten sechs Monaten um 5,3 Prozent gestiegen.

Der Axel-Springer-Konzern schreibt sich – wie kaum ein anderes Medienhaus in Deutschland – die Digitalisierung auf die Fahnen. Allein der Wandel der Boulevard-Zeitung „Bild“ von der gedruckten Zeitung hin zu einem ständigen Begleiter der Menschen durch den Tag gilt als Paradebeispiel digitaler Transformation: 1996 gab es „Bild Online“, 2007 wurde ein mobiles Portal hinzugefügt, 2009 erschien „Bild“ erstmals auf dem Smartphone, 2010 auf dem Tablet und 2014 dann auch auf der Smart-Watch.

Der Lohn: Heute liest jeder Zweite in Deutschland „Bild“. Insgesamt tragen die digitalen Medienkanäle mehr als 60 Prozent zum Umsatz der Axel Springer SE und knapp 70 Prozent zum Ebitda bei. Das Geschäft von Axel Springer ist in drei Segmente aufgeteilt: Bezahl-Angebote, Marketing-Angebote und Rubriken-Angebote.

Im Frühjahr 2016 war Friede Springer, Witwe des Verlegers Axel Springer und mit Abstand größte Anteilseignerin der Firma, in die Schlagzeilen geraten. Grund waren Berichte über ihre Nachfolgeregelung. Springer stellte daraufhin via Interview mit der Nachrichtenagentur „dpa“ klar, dass entsprechende Berichte in der „FAZ“ nicht der Wahrheit entsprächen. Die Springer-Biografin, die „FAZ"-Redakteurin Inge Kloepfer, hatte berichtet, Friede Springer wolle in zwei Jahren entscheiden, was mit ihren Anteilen an dem Medienhaus geschieht. Dabei hatte die Journalistin den Eindruck erweckt, die Springer-Mehrheitseignerin wolle ihre Anteile in die Friede-Springer-Stiftung einbringen, deren Vizechefin die Anwältin Karin Arnold ist. Die Stiftung wäre nach diesem Modell ausgesprochen mächtig geworden.

Springer sagte in dem Interview: „Zum Entscheiden brauche ich keine zwei Jahre, denn für mich stand schon immer fest, dass ich zwei voneinander getrennte Welten möchte. Auf der einen Seite die Stiftungen, die wohltätige und medizinische Zwecke verfolgen, und auf der anderen Seite eine Gesellschaft, die sich um das Unternehmen Axel Springer kümmert. Beides ist auch heute voneinander getrennt, und so möchte ich es auch künftig beibehalten." Damit wischte sie nicht nur das Stiftungsmodell vom Tisch, auch die Umwandlung der Unternehmensform von einer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) wurde gestoppt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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