Ballmer-Nachfolge: Microsoft-Aufsichtsrat favorisiert Ford-Chef Alan Mulally

ThemaMicrosoft

Ballmer-Nachfolge: Microsoft-Aufsichtsrat favorisiert Ford-Chef Alan Mulally

Bild vergrößern

Ford-Chef Alan Mulally wäre der Wunschkandidat des Aufsichtsrates für die Microsoft-Spitze.

Alan Mulally, derzeit Chef von Ford, liegt im Rennen um die Führung von Microsoft laut einem Medienbericht vorn. Nokia-Chef Stephen Elop scheint raus zu sein.

Alan Mulally sei der aussichtsreichste Kandidat für die Nachfolge von Steve Ballmer, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag. Demnach favorisiere der Verwaltungsrat, der am 18. November zusammengetreten war, Mulally sowie den Microsoft-Manager Satya Nadella. Dass Ex-Nokia-Chef Stephen Elop oder der frühere Skype-Manager Tony Bates das Rennen machen, sei entgegen erster Vermutungen weniger wahrscheinlich geworden.

Bestätigt wurde der Bericht von Bloomberg weder von Microsoft noch von Ford. Mulally konzentriere sich weiterhin auf seinen Job beim Autokonzern, man beteilige sich nicht an Spekulationen, sagte Ford-Sprecher Jay Cooney der Agentur. Möglicherweise könnten aber auch noch ganz andere Wettbewerber ins Rennen steigen, hieß es aus einer mit der Sache vertrauten Quelle.

Anzeige

Noch hat das Unternehmen einige Monate Zeit, einen Nachfolger zu finden. Erst Mitte 2014 wird Ballmer endgültig in den Ruhestand gehen. Ende August hatte er den Rückzug von der Konzernspitze binnen zwölf Monaten angekündigt. Dass sich die Kandidatenauswahl zuspitzt, zeigt wie sehr der Aufsichtsrat an einer schnellen Lösung interessiert ist.

Microsoft steht vor großen Herausforderungen. Eine starke Konzernspitze ist entsprechend wichtig, um das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Microsoft hat den Wandel hin zum mobilen Internet geradezu verschlafen. Als Steve Jobs vor sechs Jahren das iPhone vorstellte, hatte Ballmer dafür nur ein müdes Lächeln übrig. Der Erfolg Apples hat ihn nicht nur zum Schweigen gebracht. Inzwischen hat Microsoft die Smartphone-Sparte des finnischen Herstellers Nokia gekauft. Derzeit verhandeln die Konzern über die Details der Übernahme.

Valley Talk Wird Microsoft das nächste Apple?

Ein Technologieinvestor, der schon den Aufstieg von Tesla vorhersagte, will den Nachfolger von Apple kennen. Warum bei Microsoft die Zeichen wieder auf Erfolg stehen.

Besucher auf einer Messe an einem Microsoft-Stand Quelle: AP

In dieses Feld einzusteigen ist für Microsoft überlebenswichtig. Längst haben Apple und Google Microsoft im Tablet- und Smartphone-Geschäft abgehängt. Auch das Betriebssystem Windows Phone 8 ist weit von Apples iOS und vor allem Googles Android mit weit über 70 Prozent Marktanteil abgeschlagen.

Und die Suchmaschine Bing verliert jedes Jahr operativ noch mehr als eine Milliarde Dollar – auch wenn die Nutzerzahlen dank einer Kooperationen mit Facebook steigen.

Hoffen auf den Neuanfang

Inzwischen plant Microsoft eine neue Ausrichtung des Unternehmens, ein stärkerer Fokus auf Hardware aus dem eigenen Haus soll die Wende bringen. Wer auch immer die Nachfolge antreten wird, benötigt eine klare Vision wohin es mit dem Unternehmen gehen soll, damit die Aufholjagd auf Google und Apple endlich beginnen kann.

Möglichkeiten dafür bietet das Geschäft mit kleinen tragbaren Minicomputern wie Uhren, Online-Werbung und vor allem Cloud-Computing. Gerade im Bereich der Cloud hat sich Microsoft mit einer schlagkräftigen Geschäftskundensparte gut aufgestellt und bietet Konkurrenten wie Amazon und Google die Stirn.

Gerade weil der Privatkundenbereich so viel schlechter läuft als der Geschäftskundenbereich, wird über eine Abspaltung des Unternehmens spekuliert. Andere große Verlierer des mobilen Booms wie IBM oder General Electric haben bereits vor etwa fünf Jahren große Umstrukturierungen durchlaufen und sich stärker auf das Industriegeschäft gestützt. Von derartigen Spekulationen wollte Ballmer jedoch nichts wissen.

Weitere Artikel

Eine Kehrtwende wäre mit Alan Mulally möglich. Der Ford-Chef arbeitete bereits als stellvertretender Vorsitzender bei Boeing und als Chef der Boeing Commercial Airplanes (BCA). Ihm werden zu großen Teilen die Restrukturierungen bei BCA und das Wiedererstarken Boeings gegenüber Airbus bis zur Mitte der 2000er zugeschrieben. Seit 2006 leitet er den Automobilkonzern Ford. Er gilt als erfolgreicher Sanierer und Turn-Around-Manager.

Genau das, was Microsoft derzeit gebrauchen könnte. Allerdings bringt er keinerlei Erfahrung im Smartphone- und Tablet-Geschäft mit. Außerdem ist Mulally bereits 68 Jahre alt. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ebenfalls bald in den Ruhestand geht, ist hoch.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%