Ballmer-Nachfolge: Wer macht das Rennen beim Kampf um den Microsoft-Chefsessel?

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Ballmer-Nachfolge: Wer macht das Rennen beim Kampf um den Microsoft-Chefsessel?

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Wer wird nach Steve Ballmer auf Microsofts Chefsessel platz nehmen? Laut Insidern sollen drei Kandidaten zu den aussichtsreichsten Bewerbern zählen.

von Michael Kroker

Ford-CEO Alan Mulally, Ex-Nokia-Chef Stephen Elop oder der einstige Sype-Chef Tony Bates: Was für und gegen die wichtigsten Kandidaten spricht.

Aus angeblich mit der Sache vertrauten Kreisen sind in den USA mehrere Kandidaten für die Nachfolge von Microsoft-Boss Steve Ballmer durchgesickert. Zu den aussichtsreichsten Bewerbern sollen demnach unter anderem der Ford-Chef Alan Mulally, der frühere Nokia-CEO Stephen Elop sowie der einstige Skype-Chef Tony Bates zählen.

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Wirklich überraschend sind alle drei Namen nicht. So wird etwa Mulally bereits seit Monaten als heißer Kandidat für den Microsoft-Chefsessel gehandelt. Für ihn spricht seine Erfahrung bei der Sanierung von Ford: Mulally hat den Automobilkonzern seit seinem Amtsantritt 2006 erfolgreich umgebaut und als einzigen der großen US-Riesen ohne staatliche Hilfe durch die schwere Krise nach 2008 gesteuert.

Derlei Erfahrung könnte ihm bei Microsoft von Nutzen sein: Der Redmonder Softwarekonzern steht ebenfalls vor einer Umstrukturierung, weil er im wichtigen Mobilmarkt rund um Smartphones und Tablets den Anschluss an die Rivalen Apple und Google verloren hat. Gegen Mulally spricht freilich sein Alter – er wurde im August 68 – sowie seine fehlende Erfahrung in der IT-Branche.

Mit letzterem könnte dagegen der Ex-Nokianer Elop wuchern. Mehr noch: Er kennt Microsoft aus dem Effeff. Schließlich leitete er vor seinem Wechsel an die Spitze des finnischen Handy-Herstellers Ende 2010 die wichtige Office-Sparte bei den Redmondern. Schon damals deutete sich an, dass Elop Nokia früher oder später in die Hände von Microsoft führen könnte, wie die „WirtschaftsWoche“ bereits im September 2010 analysiert hat. Seit der Ankündigung der Übernahme Anfang September hat Elop diese Mission erfüllt, zumindest aus der Sicht von Microsoft.

Steve Ballmers Karriere

  • Geburt und Studium

    Steven Anthony („Steve“) Ballmer wurde am 28. März 1956 als Sohn eines Schweizers und einer jüdischen Amerikanerin in Detroit geboren. An der Harvard University studierte er von 1974 bis 1977 Mathematik und Ökonomie. Dort lernte er Bill Gates kennen, der das Studium abbrach und 1975 Microsoft gründete. Fortan ist der Name Ballmer untrennbar mit Microsoft verknüpft.

  • Einstieg bei Microsoft

    Nach einer kurzen Station bei Procter & Gamble begann Ballmer 1980 als erster Manager bei Microsoft in der Funktion des Vice President for Marketing. Schon bald stieg er zum Mann hinter Gründer Bill Gates auf. Im selben Jahr bekam Microsoft den Auftrag für IBM ein Betriebssystem zu entwickeln. So entstand MS-DOS. Der Umsatz stieg innerhalb eines Jahres von 16.000 auf 16 Millionen US-Dollar.

  • Das Unternehmen wächst rasant

    Microsoft profitierte von Aufstieg des Personal Computers – der Konzern machte mit seinen Betriebssystemen von Windows 3.1 bis Windows 7 Milliardenumsätze. Noch immer ist Windows mit einem Marktanteil von über 90 Prozent das meistverbreitete Betriebssystem auf PCs.

  • Aufstieg zum CEO

    Gemeinsam mit Bill Gates arbeitet Ballmer ab 1992 an der Diversifizierung des Konzerns. Unter Ballmers Führung integrierte Microsoft erstmals massiv das Internet in das Betriebssystem Windows. Ab 1998 leitete Ballmer das operative Geschäft, schon zwei Jahre später wurde er zum Geschäftsführer ernannt. Bill Gates blieb leitender Softwareentwickler und Chairman des Verwaltungsrates. Die Doppelspitze aus Ballmer und Gates bewährte sich. Bei der Belegschaft wurde Ballmer durch emotionale Auftritte berühmt. Wachstumsschwerpunkte setzte Ballmer in Konzernumstrukturierungen in der mobilen Kommunikation und mit Firmenkunden-Programmen.

  • Anschluss bei Smartphones verpasst

    Nach Meinungen der Beobachter hat Microsoft jedoch zu lange auf seine monopolistische Stellung und auf das bewährte Softwaregeschäft vertraut. In den folgenden Jahren verschläft Microsoft die Innovationen, die Apple mit iPod und iPhone veröffentlichte und verliert den Status als wertvollste IT-Marke an den Konkurrenten. Das US-Magazin Forbes kürte Ballmer zum schlechtesten CEO einer amerikanischen Firma, da er sein Unternehmen „im Alleingang aus einigen der am schnellsten wachsenden und lukrativsten Märkte – Smartphones, Tablets– heraus gesteuert“ habe.

  • Innovationen und Kartellstrafen

    Microsoft passt sich jedoch an die neue Zeit an. 2012 bringt der Software-Hersteller Windows 8 heraus, das für die Bedienung per Touchscreen optimiert ist und somit auch auf Tablet-Computern läuft. Zudem baut der Konzern mit dem Surface erstmals einen eigenen Computer. Das Handy-Betriebssystem Windows Phone überarbeitet Microsoft bereits in den Vorjahren.

    Mehrere Kartellrechtsverfahren in den USA und Europa zwingen Microsoft jedoch zu hohen Geldstrafen. Umsatz und Gewinn von Microsoft schrumpfen, Stellen werden gekürzt.

  • Rücktrittsankündigung

    Am 23. August 2013 kündigt Ballmer nach 33 Jahren bei Microsoft an, in den nächsten zwölf Monaten zurückzutreten. Er hat mittlerweile ein geschätztes Vermögen von 15,2 Milliarden Dollar anhäufen können - und durch den angekündigten Rücktritt stieg sein Vermögen um eine Milliarde Dollar wegen des steigenden Aktienkurses. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

    Quelle: Munzinger Personenarchiv

Kein Wunder also, dass der 49-jährige Kanadier aktuell als aussichtsreichster Bewerber für die Ballmer-Nachfolge gilt. Allerdings ist sein Microsoft-Stallgeruch gleichzeitig auch sein größtes Manko: Um den Redmonder Riesen neu aufzustellen, muss der neue CEO einige unpopuläre Maßnahmen treffen. Das dürfte einem externen Kandidaten deutlich leichter fallen.

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Das wiederum könnte die Chancen für den Ex-Skype-Chef Tony Bates erhöhen. Zwar arbeitet der 46-Jährige seit dem Kauf des Internet-Telefondienstes im Mai 2011 für Microsoft, aktuell verantwortlich für den Bereich Business Development. Daher kennt Bates die Problembereiche des Konzerns inzwischen gut genug, dürfte aber noch nicht so tief verwurzelt sein, dass er vor radikalen Schritten zurückschreckt.

Bates hat im Gegensatz zu Mulally und Elop freilich keine Führungserfahrung in Großkonzernen – bei einem Tanker wie Microsoft mit knapp 100.000 Mitarbeitern ja kein ganz unwichtiger Bestandteil im Bewerberprofil. So oder so dürfte eine Entscheidung erst 2014 fallen – laut den jetzt zitierten Unternehmenskreisen könnte sich die Kandidatensuche noch einige Monate hinziehen.

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