Bieterschlacht: Blackstone schmiedet Gegengebot für Dell

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Bieterschlacht: Blackstone schmiedet Gegengebot für Dell

Das Gerangel um PC-Hersteller Dell bleibt spannend: Laut Berichten schraubt der Finanzinvestor Blackstone an einem Gegengebot zum Plan von Gründer Michael Dell und seinen Partnern. Auch der Chefposten ist im Visier.

Der Finanzinvestor Blackstone arbeitet laut Medienberichten an einem Gegengebot für den PC-Hersteller Dell. Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sprach Blackstone bereits den früheren Chef des Dell-Konkurrenten Hewlett-Packard, Mark Hurd, als möglichen Kandidaten für den Spitzenposten an. Hurd, der jetzt bei Oracle arbeitet, habe aber noch kein formelles Jobangebot bekommen, hieß es in der Nacht zum Donnerstag unter Berufung auf informierte Personen.

Blackstone erwägt derzeit einen Bieterwettstreit um Dell. Eigentlich will Firmengründer Michael Dell den drittgrößten PC-Hersteller zusammen mit dem Finanzinvestor Silver Lake und mit Hilfe eines Kredits von Microsoft für rund 24,4 Milliarden Dollar übernehmen und von der Börse nehmen. Dell hofft, damit mehr Freiraum für eine radikale Sanierung des von ihm geführten Unternehmens zu bekommen. Der einst weltgrößte PC-Bauer leidet schwer unter dem Schwenk der Nutzer zu Smartphones und Tablets.

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Computerbauer Der alternativlose Michael Dell

Die jüngsten Quartalszahlen unterstreichen, warum Michael Dell sein Unternehmen zurückkaufen will. Der IT-Riese kämpft mit rückläufigem Geschäft – und hat keine Antwort auf die Herausforderungen der Nach-PC-Ära.

Im Kampf gegen Tablets und Smartphones ziehen immer mehr Computerhersteller den Kürzeren - so hat auch das Unternehmen von Michael Dell sinkende Verkaufszahlen zu verzeichnen. Quelle: REUTERS

Dem „Wall Street Journal“ zufolge nahm Blackstone auch Kontakt zum Dell-Großaktionär Southeastern Asset Management auf. Der Vermögensverwalter mit einer Dell-Beteiligung von 8,4 Prozent sperrt sich gegen den Vorschlag von Michael Dell, weil er ihn für zu niedrig hält. Auch mehrere andere Großaktionäre legen sich quer. Zudem kaufte sich der berühmt-berüchtigte Milliardär Carl Icahn klammheimlich mit rund sechs Prozent bei Dell ein und lehnt den bisherigen Übernahmeplan ebenfalls ab.

Geschäftsentwicklung von Dell

  • Umsatzentwicklung

    Stagnierende Umsätze

    Geschäftsjahr* / Umsatz 

    2007 57,4 Mrd. Dollar

    2008 61,1 Mrd. Dollar

    2009 61,1 Mrd. Dollar

    2010 52,9 Mrd. Dollar

    2011 61,4 Mrd. Dollar

    2012 62,0 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers; * jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

  • Umsatzmix

    Starke Abhängigkeit von Hardware

    Umsatzmix Dell

    PC und Laptops: 2007: 61% / 2012: 54%
    Server und Speicher: 2007: 14% / 2012: 16%
    Software und Zubehör: 2007: 16% / 2012: 17%
    Dienstleistungen : 2007: 9% / 2012: 13%

  • Gewinnentwicklung

    Solide Gewinne

    Geschäftsjahr* / Gewinn

    2007   2,6 Mrd. Dollar

    2008   2,9 Mrd. Dollar

    2009   2,4 Mrd. Dollar

    2010   1,4 Mrd. Dollar

    2011   2,6 Mrd. Dollar

    2012  3,4 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers; * jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

  • Börsenwert

    Gefallener Börsenstar

    Geschäftsjahr / Börsenwert**

    2007 42,5 Mrd. Dollar

    2008 17,5 Mrd. Dollar

    2009 24,5 Mrd. Dollar

    2010 23,2 Mrd. Dollar

    2011 25,0 Mrd. Dollar

    2012 17,6 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers, **jeweils letzter Handelstag im Jahr, jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

Hurd war als HP-Chef hoch angesehen, musste aber gehen, nachdem ihm eine externe Mitarbeiterin sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte. Die Anschuldigungen blieben unbestätigt. Inzwischen hat Hurd einen Spitzenjob beim Software-Spezialisten Oracle. Seine Nachfolger bei HP kritisierten ihn zugleich, weil er auf der Jagd nach besseren Zahlen zu stark die Investitionen gekürzt habe. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ sprach Blackstone auch den einstigen Chef des Computerherstellers Compaq, Michael Capellas, als möglichen Anwärter auf die Dell-Spitze an.

Weitere ArtikelBieterschlacht

Der Widerstand der Aktionäre verstärkt den Zeitdruck für Michael Dell und seine Partner. Das Käuferkonsortium setzte sich den 5. November als Frist, bis zu der das Geschäft abgeschlossen sein muss. Michael Dell will bei dem Deal seinen Anteil einbringen, das Geld für den Kauf der restlichen Aktien kommt von Partnern und Großbanken. Hauptpartner ist dabei der Finanzinvestor Silver Lake. Auch der Windows-Riese Microsoft beteiligt sich mit einem zwei Milliarden Dollar schweren Kredit an dem Geschäft.

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