Bilanz wieder verschoben: Toshiba erwägt Verkauf von US-Atomsparte

Bilanz wieder verschoben: Toshiba erwägt Verkauf von US-Atomsparte

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Bilanz wieder verschoben: Toshiba erwägt Verkauf von US-Atomsparte

Das Atom-Geschäft in den USA sollte Toshiba mehr Stabilität bringen. Stattdessen sorgt es für massive Verluste. Jetzt wollen sich die Japaner möglichst davon trennen.

Der angeschlagene japanische Technologiekonzern Toshiba will sich nach massiven Problemen von seiner US-Atomsparte trennen. Das Unternehmen erwäge den Verkauf der Mehrheitsanteile an der Tochter Westinghouse, teilte Toshiba mit. Die Finanzaufsicht erlaubte dem Konzern, die Vorlage der Quartalszahlen wegen der Probleme bei der US-Sparte erneut zu verschieben. Die nächste Frist zur Vorlage der Zahlen für die ersten neun Monate des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres ist der 11. April. Kann Toshiba auch diese Frist nicht einhalten, droht die Streichung vom Börsenzettel.

Der Konzern entschuldigte sich am Dienstag bei den Anteilseignern und Investoren. Die Probleme der US-Atomsparte haben ein gewaltiges Loch in die Bilanz gerissen. Toshiba hatte kürzlich eine Wertberichtigung in Höhe von 721,5 Milliarden Yen (5,9 Mrd Euro) bekanntgegeben. Verwaltungsratschef Shigenori Shiga trat zurück. Auslöser für die Wertberichtigung sind Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beim Bau von Atomkraftwerken in den USA. Die Japaner hatten den US-Atomkonzern Westinghouse für mehr als fünf Milliarden Dollar gekauft und dieser hatte wiederum die Spezialbaufirma Stone & Webster übernommen, auf die sich die Abschreibungen zum großen Teil beziehen. Mit dem Einstieg in das für stabil gehaltene Atomgeschäft in den USA im Jahr 2006 wollte Toshiba eigentlich die Schwankungen des Elektronik-Markts abfedern.

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Jetzt wollen die Japaner die Sparte möglichst schnell aus den Büchern bekommen. Die Aktie zog in Reaktion auf einen möglichen Verkauf von Westinghouse an und schloss um einen Yen höher bei 215,9 Yen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Toshiba mit einem Verlust von 390 Milliarden Yen statt zuvor erwarteter 145 Milliarden Yen Gewinn.

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