Bilanzskandal: Großrazzia bei Olympus

Bilanzskandal: Großrazzia bei Olympus

, aktualisiert 21. Dezember 2011, 08:21 Uhr
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Ein Polizist vor der Konzernzentrale von Olympus in Tokio.

Quelle:Handelsblatt Online

Der in einen Bilanzskandal verwickelte japanische Kamerahersteller Olympus hat im Tokioter Firmenhauptsitz Staatsanwaltschaft und Polizei zu Besuch. Und nicht nur dort.

Tokio Japanische Ermittler haben am Mittwoch Geschäftsräume des Kameraherstellers Olympus Corp und Wohnungen früherer leitender Mitarbeiter durchsucht. Ziel der Ermittler ist es, Beweismaterial gegen frühere Top-Manager wegen der Verschleierung von Verlusten in Milliardenhöhe sicherzustellen. Gegen sie soll laut Medien voraussichtlich bis März das Verfahren eröffnet werden.

An der Razzia beteiligte sich eine Sondereinheit der Tokioter Staatsanwaltschaft sowie die Polizei und die Wertpapier-Aufsichtskommission. Als Drahtzieher des Bilanzskandals gelten der frühere Konzernchef Tsuyoshi Kikukawa, Ex-Vize-Chef Hisashi Mori und der frühere Buchprüfer Hideo Yamada.

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Hintergrund ist der Bilanzskandal wegen eines Fehlbetrags von umgerechnet 826 Millionen Euro, der das Überleben des 92 Jahre alten und einst renommierten Unternehmens für Foto- und Medizintechnik in Frage stellt.

Nach den mittlerweile revidierten Bilanzberichten für die vergangenen fünf Jahre ist das Vermögen des Unternehmens geschrumpft bis auf zuletzt 46 Milliarden Yen Ende September von 225 Milliarden Yen im März 2007.


Aktie berappelt sich langsam wieder

Die Fehlbeträge aus Anlagegeschäften in den 90er Jahren waren mit überhöhten Zahlungen bei Übernahmen vertuscht worden, statt sie in der Bilanz zu verbuchen. Auch die Börsenleitung schaut sich das Ausmaß der Fälschungen an und könnte die Aktie vom Handel ausschließen. Etwa, wenn sich die Affäre noch ausweiten sollte oder doch noch eine Verbindung zur organisierten Kriminalität nachgewiesen würde.

Am Dienstag hatten sich die Aktien des angeschlagenen Unternehmens deutlich erholt. Einem Medienbericht zufolge will Olympus mit Hilfe von Sony and Fujifilm seine Kapitalausstattung stärken. Auch wenn Olympus dementierte, eine Entscheidung getroffen zu haben, gewannen die Papiere des Traditionsunternehmens mehr als 16 Prozent. Am Mittwoch verloren sie nach den Meldungen über die Durchsuchungen bis zum frühen Nachmittag 2,6 Prozent.

Vor kurzem hatte der derzeitige Chef Shuichi Takayama einen radikalen Neuanfang mit scharfen Kontrollen für das Management versprochen. Der geschasste Olympus-Chef Michael Woodford, der den Bilanzskandal aufgedeckt hatte, bekräftigte, dass er mit Unterstützung von Aktionären an die Firmenspitze zurückkehren will. Der Brite war nach seinem Interesse für die verdächtigen Deals gefeuert worden und ging danach sofort an die Medien, was den Stein ins Rollen brachte. Es ist unklar, ob Woodford genug Rückhalt bei den Aktionären finden kann, um wieder auf den Chefposten zurückzukehren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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