Börse verlangt neues Superprodukt: Apple-Rekorde nicht mehr gigantisch genug

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Börse verlangt neues Superprodukt: Apple-Rekorde nicht mehr gigantisch genug

von Matthias Hohensee

Der kalifornische Konzern erzielte im Weihnachtsquartal neue Verkaufsrekorde. Doch das iPhone lag dennoch unter Erwartungen der Analysten. Prompt rutschte die Aktie nach Börsenschluss ab.

Es ist ein neuer Rekord für Apple. Im Weihnachtsquartal setzte der kalifornische Unterhaltungselektronikhersteller 51 Millionen iPhones und 26 Millionen iPads ab – soviel iOS-Geräte wie noch nie in einem Quartal. Und erzielte damit einen Umsatz von 57,6 Milliarden Dollar sowie beachtliche 13,1 Milliarden Dollar Profit. Trotzdem fiel die Aktie nach Börsenschluss um bis zu acht Prozent.

Zwar verkaufte Apple dank neuer Modelle rund 1,5 Millionen iPads mehr als Analysten erwartet hatten. Doch bei den iPhones waren die Beobachter von 56 Millionen ausgegangen – eine Diskrepanz von fast zehn Prozent. Das drückte auf die Aktie. Hinzu kam Apples Ausblick aufs laufende Quartal. In diesem erwartet Finanzchef Peter Oppenheimer zwischen 42 und 44 Milliarden Dollar Umsatz. Analysten waren von 46 Milliarden Dollar ausgegangen.

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Apple und die Computeruhr

  • Ein großes Team

    Apple arbeitet laut Medienberichten mit einem großem Team an einer Computer-Armbanduhr: 100 Mitarbeiter seien daran beteiligt, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg. Darunter seien neben Designern und Software-Entwicklern auch Manager und Marketing-Experten. Die Größe der Mannschaft weise darauf hin, dass Apple bei der Entwicklung des Geräts über die Phase der Experimente hinaus sei.

  • Ein bisschen wie das iPhone?

    Über die Funktionen wird bereits spekuliert. So soll das Gerät eine Oberfläche aus gebogenem Glas haben, wie die „New York Times“ erfahren haben will. Das „Wall Street Journal“ berichtet, dass Apple an einer Uhr arbeite, die einige Funktionen des iPhone übernehmen könne. Als besondere Herausforderung gilt die Akku-Laufzeit.

  • Der Name ist geschützt

    Den Namen „iWatch“ will sich das Unternehmen offenbar bereits in mehreren Ländern schützen lassen.

  • Es gibt schon Konkurrenz

    Die Idee an sich ist nicht neu. Schon jetzt bietet Sony eine Smartwatch an, eine ähnliche Idee steckt auch hinter der italienischen i'm Watch. Weitere Geräte wie das US-Projekt Pebble sind auf dem Weg.

  • Zwang zur Innovation

    Apple-Chef Tim Cook steht unter Druck, ein neues innovatives Produkt vorzustellen. Die Aktie verlor seit den Höchstwerten im September massiv an Wert. Kritiker werfen Apple eine nachlassende Innovationskraft vor, weil das Unternehmen seit dem Start des iPad-Tablets 2010 nur Weiterentwicklungen bisheriger Geräte vorgestellt habe. Mit einer eventuellen „iWatch“ könnte Apple die Skeptiker widerlegen.

An dem am 20. September vorgestellten iPhone 5s, bei dem der Konzern einen Fingerabdrucksensor einführte, lag die Diskrepanz nicht. Beim neuen Flaggschiff hatte Apple bis in den November hinein Lieferschwierigkeiten. Nicht hingegen bei der parallel eingeführten Plastikvariante 5c, das in den Apple Stores und bei US-Mobiltelefongesellschaften wie Blei in den Regalen liegt.

Es war quasi eine Variante des Vorgängermodells – in Plastik verpackt – und nur 100 Dollar günstiger als das Topmodell. Selbst Apple-Fans fühlten sich veräppelt. Schon gibt es Gerüchte, dass Apple die Produktion des 5c in Kürze einstellt.

Konzernchef Tim Cook wollte sich bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen nicht dazu äußern. Aber er gab zu, dass die Nachfrage nach dem iPhone5c sich anders als erwartet entwickelt habe. Und kehrte die Fehlkalkulation flugs in eine Stärke um. Schuld daran sei die hohe Nachfrage nach dem iPhone 5s gewesen, dessen Fingerabdrucksensor viele Kunden beeindruckt habe.

Auch der Umstand, dass sich die Mac-Computer, vor allem die Notebooks, inmitten weltweit fallender Absatzzahlen für Computer besser als erwartet verkauften, wetzte die Scharte nicht aus.

Denn da derzeit 56 Prozent des Konzernumsatzes vom iPhone beigesteuert wird, messen Beobachter Apple hauptsächlich an dessen Mobiltelefon-Verkäufen.

Das gibt jedoch Hoffnung für künftige Quartale. Denn Cook konnte kurz nach Weihnachten nach jahrlangem Verhandlungen einen Liefervertrag mit China Mobile unter Dach und Fach bringen. Die chinesische Telefongesellschaft hat rund 760 Millionen Kunden und bietet ihnen seit dem 17. Januar erstmals iPhones an. Die potenzielle Kundenschar gibt Apple eine ganze Menge Luft. Denn in den westlichen Ländern ist der Markt für Premium-Smartphones übersättigt und das Wachstum dadurch eingedämmt. Das Geschäft wird zudem durch chinesische Angreifer wie Lenovo, Huawai und ZTE erschwert, wie sich jüngst an den Quartalszahlen von Samsung zeigte, die ebenfalls unter den Erwartungen blieben.

China ist für Apple der große Hoffnungsträger. Im Weihnachtsquartal 2013 machte das Reich der Mitte bereits 15 Prozent des Umsatzes aus, ein Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. China schiebt sich damit immer stärker an Europa heran, das 23 Prozent zum Quartalsumsatz beitrug, ein Plus von fünf Prozent.

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Wenig überraschend war, dass Cook sich nicht zu neuen Produkten äußern wollte. In den vergangenen Quartalen hatte er mehrmals fantastische Produkte für 2014 in Aussicht gestellt. Neben einer Apple Armbanduhr – der sogenannten iWatch – spekulieren Beobachter auf ein iPhone mit größerem Bildschirm. Allerdings tun sich das schon seit zwei Jahren. Bislang hatte Cook Forderungen nach einem größeren Bildschirm immer damit abgewiesen, dass die derzeitigen Modell sich am besten einer Hand bedienen lassen.

Doch es ist offensichtlich, dass Apple auch hier die Nachfrage falsch eingeschätzt hatte, wie das Wachstum bei Handys mit Mega-Bildschirm beweist. Der Erfolg von Android macht Apple immer mehr zu schaffen. Nach Analysen des Beratungsunternehmens Gartner hat Apple nur noch einen Anteil von 12 Prozent bei Smartphones, Android hingegen 88 Prozent. Interessant wird sein, ob Apple nach den enttäuschenden Verkäufen des iPhone5C seine Strategie ändert, zwei neue Modelle parallel an den Markt zu bringen und wieder zu der bewährten Taktik zurückkehrt, das Vorgängermodell günstiger anzubieten.

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