Börsengang: Die größten Risiken für Facebook

Börsengang: Die größten Risiken für Facebook

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Das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook schluckt für rund eine Milliarde Dollar den Fotodienst Instagram. Vor allem der Kaufpreis wirft viele Fragen auf.

von Andreas Toller und Oliver Voß

Eine Milliarde legt Facebook für den Fotodienst Instagram auf den Tisch. Vor allem der Preis wirft viele Fragen auf und lenkt vor dem Börsengang den Blick auf die Risiken für Facebook. Die größten Gefahren im Überblick.

Mit dem Kauf des Fotodienstes Instagram überrascht Facebook viele Beobachter. Die App ermöglicht es Smartphonebilder einfach zu bearbeiten und mit Freunden zu teilen. Der Dienst gehört damit zu den erfolgreichsten Apps, doch vor allem der Kaufpreis von einer Milliarde Dollar lässt viele Branchenbeobachter die Stirn runzeln.

Eine Milliarde für gerade einmal 30 Millionen Nutzer, die bislang null Dollar Umsatz bringen? Zumal Instagram gerade erst vergangene Woche eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen hat, laut Medienberichten zu einer Bewertung von lediglich 500 Millionen Dollar. Der Zukauf wirft daher eine ganze Reihe von Fragen auf, „und die größte ist: Warum?“, schrieb der US-Onlinedienst CNET in einer ersten Analyse.

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Schlug Mark Zuckerberg übereilt zu, weil die Annäherungsversuche von Rivalen wie Google oder Twitter zu konkret geworden waren? Gerüchte, dass der Internet-Riese und der Kurznachrichtendienst Instagram umgarnen, gab es immer wieder.

"Facebook hat Panik bekommen"

Oder bekam es Facebook angesichts des Potenzials von Instagram doch mit der Angst zu tun, wie das Magazin „Fortune“ vermutet? Auf knapp 30 Millionen Nutzer kam der Fotodienst schließlich nur mit einer iPhone-App. Als vergangene Woche erstmals auch eine Version des Programms für das Google-Betriebssystem Android verfügbar war, wurde sie innerhalb eines Tages eine Million Mal heruntergeladen. Das zeugt von viel Interesse - und mit der frischen Finanzierung von 50 Millionen Dollar hätte das kleine Instagram-Team auch genug Geld für seine Wachstumsambitionen. „Ich denke, Facebook hat Panik bekommen“, sagte ein Branchenbeobachter „Fortune“. „Also hat es beschlossen, den Wettbewerber zu schlucken, bevor er zu groß werden konnte.“

Dabei bietet Instagram eigentlich, was man bei Facebook auch machen kann - Fotos mit seinen Freunden und Bekannten teilen. Mit zwei wichtigen Unterschieden: Die Instagram-App hat eingebaute Filter, mit denen man ein Bild auf alt trimmen oder die Farben verzerren kann. Und das minimalistische Programm ist nur auf Fotos beschränkt, während man bei Facebook von einer Flut an Informationen überflutet wird. Die Filter dürften nicht das Thema sein: Es gibt Dutzende Foto-Apps mit solchen Funktionen. Wenn Facebook wollte, hätte es die Bildspielereien längst in seine mobilen Apps einbauen können.

Viel interessanter ist, dass es Instagram gelungen ist, im Schatten des übergroßen Rivalen mit einer attraktiven App eine aktive Nutzergemeinschaft zu etablieren. Das dürfte ein Grund dafür sein, dass Facebook erstmals eine Firma nach dem Kauf eigenständig weiterlaufen lassen will, anstatt ihre Ideen in eigenen Diensten aufgehen zu lassen. Zuckerberg macht den ersten Schritt zu einem Imperium, das mehr als nur eine Marke zu bieten hat.

Das nötige Geld dafür dürfte der Börsengang bringen, der schon im Mai stattfinden könnte. Doch der stolze Preis von Instagram ist auch ein Indiz dafür, dass sich Zuckerberg seiner derzeitigen Dominanz nicht so sicher ist. Zumal schon andere einst übermächtige Netzriesen schnell wieder ihre Popularität verloren. Das zeigt auch der Börsenprospekt, indem noch weitere Risiken aufgeschlüsselt sind. Die zehn wichtigsten im Überblick.

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