Brand-Mail: SAP-Vorstand kritisiert Cloud-Strategie

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exklusivBrand-Mail: SAP-Vorstand kritisiert Cloud-Strategie

von Michael Kroker

In einer internen Brand-Mail übt der neue SAP-Vorstand Lars Dalgaard deutliche Kritik - das Geschäft mit dem Cloud Computing ist offenbar schwerer als gedacht.

Von diesem Montag an werden alle Augen der SAP-Welt nach Orlando blicken: Der Softwarekonzern aus Walldorf richtet die US-Ausgabe seiner alljährlichen Kundenmesse Sapphire Now mal wieder in der Stadt im Zentrum Floridas aus. Insbesondere der Dienstag verspricht Spannung, will SAP an jenem Tag doch seine Pläne für die Neuausrichtung des Geschäfts mit Internet-basierter Software präsentieren, Neudeutsch Cloud Computing genannt.

Der Schritt ist nötig, weil sich SAP im Frühjahr für 3,4 Milliarden Dollar den amerikanischen Cloud-Spezialisten SuccessFactors einverleibt hat. Deren Chef, Lars Dalgaard, ist Ende April in den SAP-Vorstand aufgerückt und übersieht dort als neuer „Mister Internet“ die gesamten Cloud-Aktivitäten der Walldorfer. Die Ziele der beiden SAP-Chefs Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott sind jedenfalls extrem ambitioniert. Bis 2015 will SAP der führende Cloud-Anbieter weltweit werden und in diesem Geschäft zwei Milliarden Euro Umsatz erzielen.

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Dalgaard ist derjenige, der die Ziele von Snabe und McDermott in die Realität umsetzen soll. Eine wahre Herkulesaufgabe hat der 43-Jährige Däne da übernommen, das musste er bereits schmerzhaft lernen: So hat er in den vergangenen drei Monaten alle SAP-Teams rund um den Globus besucht, die an den neuen, Internet-basierten Lösungen werkeln. Sein bisheriges Fazit: „Kunden: Nicht genug. Umsatz: Nicht genug“, schreibt Dalgaard stakkatohaft in einer interne E-Mail, die der WirtschaftsWoche vorliegt.

Großer Verbesserungsbedarf im Cloud-Geschäft

Darin hat Dalgaard auch einige heikle Informationen parat, die ausweisen, wie schlecht es aktuell um das Cloud-Geschäft der SAP bestellt ist: So haben die Walldorfer seit vergangenem Jahr mehrere eigenständige Cloud-Lösungen im Angebot, etwa Sales On Demand für die Vertriebssteuerung oder Travel on Demand für die Reiseplanung. Diese sollen Unternehmen losgelöst von den großen SAP-Komplettpaketen auf Abteilungsebene einsetzen können. Keines jener On-Demand-Produkte liege aktuell „im Plan für das Jahr“, so Dalgaard.

Mehr noch: Die Ausgaben in den betreffenden Abteilungen lägen zu hoch. Laut Dalgaard betrage die operative Marge im SAP-On-Demand-Geschäft -64 Prozent, während sie bei SuccessFactors +83 Prozent betrügen. „Ja, das ist ein Minus (-) und ein Plus (+), und es liegt einige Arbeit vor uns, bis unsere Umsätze unsere Ausgaben abdecken“, schreibt Dalgaard weiter.

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