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BrandIndex: Apples verlorener Coolness-Faktor

03. Februar 2013
von Holger Geißler

Apple verkauft so viele Produkte wie nie. Aber der große Konkurrent Samsung verkauft noch mehr. Und er ist in Deutschland auch noch viel beliebter. Apple steckt in einer Image-Krise.

Obwohl Apple derzeit (hinter Exxon-Mobil) das zweit-wertvollste Unternehmen der Welt ist und so viele Produkte verkauft wie nie, stimmt irgendetwas mit der Marke nicht mehr. Die Aktienkurse fallen, die Süddeutsche Zeitung schreibt „Vom Verspielen der Coolness“ und die deutsche Ausgabe des Wall Street Journals fragt: „Hat Apple den Coolness-Faktor an Samsung verloren?“

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Im Markencheck der ARD heute Abend werden vermutlich ebenfalls die Schwächen Apples herausgestellt, die man gemeinhin so kennt: Wenige Produkte im Portfolio, teuer, nicht mehr so innovativ wie früher, schlechte Arbeitsbedingungen der Fabrik-Mitarbeiter.

Das Gefühl der verlorenen Coolness von Apple lässt sich mit Zahlen belegen: Im YouGov-Markenmonitor BrandIndex verliert die Marke binnen eines Jahres 20 Imagepunkte. Das ist unabhängig vom aktuellen Imagewert schon viel. In Anbetracht dessen, dass Apple jetzt nur noch bei +40 Imagepunkten steht, sind diese 20 Punkte sehr viel. Und selbst wenn man den für Apple abmildernden Effekt der sogenannten Markendispersion berücksichtigt, muss man Apple eine Image-Krise bescheinigen.

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Die Markendispersion beschreibt den Grad der Polarisierung. Ist der hoch, ist eine Marke bei überdurchschnittlich vielen Konsumenten sehr beliebt oder sehr unbeliebt. Es gibt wenige Konsumenten, die die Marke neutral bewerten. Apple ist eine typische Marke für einen hohen Polarisierungsgrad, das heißt, sie hat viele Kunden, bei denen sie ein hohes Vertrauen genießt – das sind etwa diejenigen, die jede neue iPhone-Version kaufen.

Rückschläge für Apple

  • Rivale Android

    75 Prozent aller Smartphones laufen inzwischen auf dem Betriebssystem Android des Apple-Rivalen Google

  • Weihnachtsgeschäft

    18 Prozent mehr Umsatz machte Apple im Weihnachtsgeschäft 2012 - gegenüber einem Plus von 73 Prozent im Vorjahr

  • Konkurrent Samsung

    350 Millionen Smartphones plant Samsung in diesem Jahr zu verkaufen - 60 Millionen mehr als Apple an iPhones seit Juni 2007 insgesamt verkauft hat

  • Teure Tablets

    150 Dollar soll das neue Tablet von Acer kosten, weniger als die Hälfte des iPad mini

  • Probleme in China

    Im vierten Quartal 2012 rutschte Apple in China bei Smartphones auf Rang sechs

Andererseits gibt es aber auch die, die Apple kategorisch ablehnen. Letztere wären für Apple im Prinzip nicht schlimm, denn es gibt ja noch die, die Apple-Produkte mögen und sie kaufen und womöglich sogar Vorbild sind für die Unentschlossenen. Allerdings lassen die hohen Imageverluste den Schluss zu, dass nicht nur diejenigen Apple noch weniger mögen als sie es ohnehin schon taten. Nein, auch die echten Apple-Fans werden weniger. Und das ist für Apple ein echtes Problem.

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 06.02.2013, 20:34 UhrParis

    Jedes Unternehmen hat Hochs und Tiefs.
    Apples Erfolge waren stets im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Gründer, ein Genie - der von Geschäftstüchtigkeit weniger verstand.
    Seine Nachfolger sind noch schwächer und leiden unter dem Druck aus Asien. Schade um Apple.

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