BrandIndex: Der iPhone-Hype ist nur heiße Luft

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BrandIndex: Der iPhone-Hype ist nur heiße Luft

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Wieder campierten hunderte Fans vor den Apple Stores, um sich früh ein iPhone zu sichern.

von Holger Geißler

Neuigkeiten aus dem Hause Apple werden viel diskutiert. Doch die Aufmerksamkeitsblase zerplatzte zuletzt schnell. Beim Kampf um die Aufmerksamkeit wird wohl ein anderer Smartphone-Hersteller die Führung übernehmen.

Kaum eine Nachrichtenseite, kaum eine Zeitung, in der in den vergangenen Wochen nicht beinahe täglich eine Meldung zu den neuen Apple-Smartphones erschienen ist. Jedes Detail des iPhone 6 wurde besprochen. Wie üblich wurde die neue Generation zuerst oftmals überschwänglich verkündet, dann der erste Käufer gefeiert, beziehungsweise wegen seines Missgeschicks – er ließ das Gerät direkt fallen – verspottet, und später wurden die Unzulänglichkeiten der Geräte genüsslich ausgebreitet.

Dass der Wirbel um Apple und die iPhones größtenteils nur heiße Luft ist, zeigt der BrandIndex, der Markenmonitor von YouGov.

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Wir sehen in unseren täglichen repräsentativen Umfragen unter Verbrauchern derzeit eine deutlich gestiegene Aufmerksamkeit für Apple insgesamt und das iPhone. In den vergangenen zwei Wochen gab durchschnittlich gut ein Drittel der Befragten an, etwas über das Smartphone gehört zu haben. Ein höherer Wert als vor einem Jahr, als ein Update der fünften iPhone-Generation vorgestellt wurde und in die Läden kam.

Vergleichbar, wenn auch sehr viel ausgeprägter, die Werte aus den USA: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr erreicht Apple hier aktuell mehr als die Hälfte der Verbraucher.

Die Köpfe hinter Apple

  • Tim Cook: Apple-Chef

    Cook schlug zum Start als Apple-Chef mit dem Tod von Jobs im Oktober 2011 einige Skepsis entgegen. Denn er war zwar schon zuvor für das Tagesgeschäft zuständig und hatte den Gründer immer wieder mal während der Auszeiten wegen dessen Krebserkrankung vertreten.

    Der 55-jährige Manager hat Apple in den vergangenen Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Der Konzern achtet mehr auf Umweltaspekte, Datenschutz sowie die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern, kommuniziert offener als in der Jobs-Ära und schüttet Milliarden Dollar an Aktionäre aus. Zuletzt wagte Cook eine Konfrontation mit der US-Regierung um Verschlüsselung beim iPhone.

  • Angela Ahrendts: Apple Store

    Die Marketingexpertin interessierte sich früh für Kleidung. Sie heuerte beim Modelabel Donna Karan an. Zwischen 2002 und 2006 war die gebürtige US-Amerikanerin für die Marke Liz Claiborne verantwortlich und sanierte dann das Londoner Modehaus Burberry.

  • Jimmy Iovine: iTunes

    In den Siebzigerjahren arbeitete Iovine als Toningenieur mit Stars wie John Lennon und stieg zum Plattenboss bei Interscope Geffen A&M auf. 2006 gründete er mit Dr. Dre Beats. Parallel wirkte er bei der US-TV-Talentshow "American Idol" mit.

  • Kevin Lynch: Internet der Dinge

    Lynch startete im Elektronischen Visualisierungslabor der Universität von Chicago. Später ging er zur US-Softwarefirma Macromedia. Als Adobe diese 2005 kaufte, wurde er Technikchef. Mit Apple- Gründer Jobs stritt er, weil der die Adobe-Flash-Technik hasste.

  • Dr. Dre (André Young): iTunes

    Young war als Teenager DJ, rappte in der Hip-Hop-Gruppe N.W.A und gründete 1991 das Musiklabel Death Row Records. Er verpflichtete die späteren Megastars Eminem und 50 Cent. 2006 startete er mit Jimmy Iovine den Kopfhörerbauer Beats.

Kaufverhalten unverändert

Dass es sich dabei um einen Hype handelt, legt eine andere Dimension des BrandIndex nahe. Die Frage, ob sie beim nächsten Handykauf ein iPhone in Betracht ziehen würden, beantworten in Deutschland aktuell kaum mehr Menschen mit „Ja“ als sonst. Nur viele, die schon mal ein iPhone besessen haben oder aktuell eines besitzen, haben jetzt wieder mehr Lust bekommen, eines zu kaufen.

Es gehört zu einem Hype, dass er vergänglich ist. So war es bisher auch beim iPhone. Apple-Geräte werden eben nur ein Mal (oder seltener) im Jahr erneuert, und das iPhone ist Apples wichtigstes Hardware-Produkt. Dementsprechend ist die Aufmerksamkeit für Apple im Rest des Jahres eher gering.

Ganz anders Apples Hauptkonkurrent Samsung: Das koreanische Unternehmen generiert ein relativ konstant bleibendes Aufmerksamkeitsniveau. Es hat im Juli sogar den bevorstehenden iPhone-Erscheinungstermin genutzt, um humorvoll für seine eigenen Produkte zu werben. Der BrandIndex zeigt: Auch wenn Apple gerade alle Augen und Ohren auf sich zieht, übers Jahr gemittelt liegt Samsung deutlich vor Apple, macht mehr von sich reden und erreicht mehr Menschen. In Deutschland. In den USA, Apples Heimatland, liegt die iPhone-Marke vorn.

Die Geschichte von Samsung

  • Konzern mit langer Geschichte

    Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

  • Trockennahrung und Getreidemühlen

    Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

  • Umzug im Korea-Krieg

    Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

  • Lebensversicherungen

    1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

  • Fernseher und Kühlschränke

    Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

  • Telekommunikationsausrüstung

    1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

  • Generationswechsel und Umstrukturierung

    Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

  • Autotelefone und Smartphones

    In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

  • Tablet-Computer und intelligente Uhren

    Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

 

Punkten mit Datenschutz?

Sicherlich wird Samsung in Deutschland bald wieder die Oberhand in puncto Aufmerksamkeit gewinnen. Doch es könnte sein, dass Apple in diesem Jahr vom iPhone-Hype stärker profitiert als sonst – vor allem, was sein Image angeht. Ein Indiz: der Buzz. Dieser Wert zeigt an, wie positiv oder negativ eine Marke im Gespräch ist. Schlägt er positiv aus, kann dies ein Hinweis auf erfolgreiche Imagepflege sein. Und Apple und das iPhone schneiden im Buzz anders als 2013 dieses Jahr eindeutig positiv ab.

Das könnte daran liegen, dass Apple nicht nur neue Handys vorgestellt, sondern mit der Apple Watch auch seinen Einstieg in den Markt mit Wearables angekündigt hat.

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Das wird viele Verbraucher positiv überrascht haben, denn ihrer Meinung nach ist iPhone-Erfinder Apple längst nicht mehr die innovativste Marke im Markt, sondern Samsung. Vor der Apple-Präsentation im August 2014 entschieden sich bei einer repräsentativen YouGov-Umfrage, welche Smartphone-Marke sie für besonders innovativ halten würden, 52 Prozent für Samsung.

Apple wurde lediglich von 35 Prozent der Befragten genannt.Gerade in Deutschland werden zum positiven Buzz die Aussagen des Apple-Chefs Tim Cook beitragen, dass Apple großen Wert auf Datenschutz lege. Solche Imagepolitur kann Apple gut gebrauchen. In der Gesamtbewertung des BrandIndex kommt das Unternehmen lediglich auf +20 Punkte (auf einer Skala von -100 bis +100). Von Samsung halten die Deutschen viel mehr und vergeben satte +52 Punkte.

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