BrandIndex: Neben Amazon Video und Netflix ist noch Platz

kolumneBrandIndex: Neben Amazon Video und Netflix ist noch Platz

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In den USA ist Netflix beliebter als Amazon Video – in Deutschland ist es umgekehrt.

Kolumne von Holger Geißler

In manchen Ländern ist Netflix der beliebteste Streaming-Dienst, in anderen ist es Amazon Video. Hierzulande hat auch Sky viele Kunden. Das zeigt: Mit einem speziellen Angebot findet man seinen Platz im Streaming-Markt.

In nahezu jedem Haushalt in Deutschland gibt es mindestens einen Fernseher. Wenn wir davon ausgehen, dass langfristig das nicht-lineare Online-TV-Angebot das klassische Fernsehen ersetzen oder zumindest ergänzen wird, dann ist für Film- und Serien-Streaming-Anbieter in Deutschland noch Luft nach oben.

Bisher geben im YouGov-Markenmonitor BrandIndex insgesamt 38 Prozent der Deutschen an, in den vergangenen zwölf Monaten einen der Marktführer Amazon Video, Sky, Netflix oder Maxdome genutzt zu haben (da manche Personen mehrere Dienste nutzen, dürfte die tatsächliche Zahl niedriger ausfallen).

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Mindestens 60 Prozent der Deutschen nutzen also noch keinen Video-on-Demand-Dienst – der Markt bietet also Potenzial. So ist es nicht verwunderlich, dass Maxdome in die Offensive geht und mit Lidl und der Deutschen Bahn kooperiert. „Lidl You“ bietet bei Maxdome gelistete Filme und Serien unter eigenem Markennamen an, die Deutsche Bahn will in Zukunft in Zügen ein Serien- und Film-Angebot etablieren, wie es zum Beispiel in Flugzeugen der Lufthansa längst Standard ist.

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Für Maxdome dürfte das eine Stärkung der Marke bedeuten und die jetzt schon hohe Bekanntheit von 71 Prozent weiter steigern. Kein anderer Streaming-Dienstleister ist in Deutschland so bekannt wie Maxdome.

Sport und Independent-Filme sind gefragte Nischen

Dass der Video-on-Demand-Kuchen noch nicht komplett aufgeteilt ist, zeigt auch das Entstehen neuer, spezialisierter Marken wie Dazn oder Filmstruck in den USA. Dazn ist ein Streaming-Angebot speziell für Sport und ist derzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. Filmstruck bietet in den USA Streams von Independent-Filmen an.

So gut das Angebot neuer Anbieter auch sein mag – sie alle haben dieselben zwei Probleme: Amazon Video und Netflix. In Deutschland ist Amazon Video mit Abstand die beliebteste Video-on-Demand-Marke. Zweitplatzierter ist Netflix, dann kommt Maxdome.

Bücher, TV, Streaming? Diese Medien finden die Deutschen unverzichtbar

  • Ein Leben ohne...

    Nur wenige Erwachsene in Deutschland können sich ein Leben ohne Bücher oder Fernsehen vorstellen. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur aus dem Januar 2016. Andere Unterhaltungsmedien hielten die Befragten dagegen eher für entbehrlich.

  • Bücher

    Nur eine Minderheit von 13 Prozent der Befragten findet gedruckte Bücher verzichtbar. Elektronische Bücher (zum Beispiel Kindle oder Tolino) halten 41 Prozent für verzichtbar.

  • Klassisches Fernsehen

    14 Prozent der Befragten können sich ein Leben ohne das klassische Fernsehen vorstellen.

  • CDs

    Schon wesentlich mehr können sich vorstellen, auf Musik-CDs zu verzichten: Rund ein Fünftel (21 Prozent) der Befragten fand CDs verzichtbar. Hörbücher auf physischen Tonträgern wie CDs spielen für 46 Prozent keine allzu wichtige Rolle.

  • Kino

    Ein Leben ohne Kinobesuche ist für 23 Prozent vorstellbar.

  • DVDs

    Auf Spielfilme oder Serien von DVD würden 24 Prozent der Befragten verzichten.

  • Streaming

    Weniger wichtig finden die Erwachsene laut der YouGov-Umfrage Online-Videotheken. 38 Prozent könnten ohne das Streaming von Serien und Filmen (etwa via Netflix, Amazon, Maxdome, Watchever) leben, 40 Prozent ohne Musik-Streaming (zum Beispiel via Spotify oder Apple).

  • Unterscheidung nach Altersgruppen

    Eindeutig ist die Tendenz, wenn man nach den Altersgruppen schaut: So finden bei den 18- bis 24-Jährigen immerhin 21 Prozent das Fernsehen verzichtbar, bei den Menschen über 55 sind es dagegen nur 10 Prozent.

    Film-Streaming finden dagegen die Leute ab 55 kaum relevant: 50 Prozent können darauf verzichten, wie sie angaben. Bei den Jüngeren (zwischen 18 und 24 Jahren) sind es dagegen nur 27 Prozent, die es missen könnten. In der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre sind es sogar nur 24 Prozent

Amazon ist in Deutschland vermutlich auch deshalb so beliebt (sehr gute +34 Punkte auf einer Skala von -100 bis +100 Punkte), weil es „Prime“ gibt, ein Paket, das mehrere Leistungen wie das Video-Streaming, Kindle-Leihbücherei und den bevorzugten Versand von Paketen enthält. Etwa jeder fünfte Amazon-Kunde hat auch das Prime-Paket gebucht (Tendenz steigend) – und die nutzen Amazon Video deutlich häufiger als diejenigen ohne Prime.

Amazon Video ist (unter denjenigen, die die jeweilige Marke kennen) in Deutschland auch der Anbieter, den die Verbraucher am häufigsten nennen, wenn es darum geht, sich für einen Video-on-Demand-Dienst zu entscheiden. Platz zwei und sogar mit Tendenz nach unten belegt hier mit deutlichem Abstand Netflix.

In Großbritannien Netflix Image-Sieger

Den deutlichen Vorsprung (auch beim Qualitätsimage und Preis-Leistungs-Verhältnis) erzielt Amazon allerdings nicht überall. In den USA ist Netflix beliebter als Amazon Video, in Großbritannien und Irland ist der Abstand sogar deutlich – wofür auch der deutlich höhere Preis verantwortlich sein könnte. Die Prime-Option ist in Großbritannien teurer als etwa in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

In Brasilien wird Amazon Video zwar nicht gelistet, Netflix ist hier aber mit herausragenden +67 Punkten vor Spotify und Microsoft die beliebteste Marke der Kategorie „Kommunikation/Medien“. In Japan dagegen kommt Netflix wie in Deutschland an Amazon Video nicht vorbei. So oder so: Bislang machen den Image-Sieg Netflix und Amazon Video unter sich aus.

Netflix in Deutschland Mehr Abonnenten als Einwohner

Die Abo-Zahlen des Film- und Serienportals legen deutlich zu, die Anleger sind begeistert.

Ganz bequem überall Lieblingsfilme sehen: Netflix ist groß im Tablet-Sektor. Quelle: AP

Was heißt das für neue (Nischen-)Anbieter? Wenn sie Netflix und Amazon Video einholen wollen, müssen sie sich beeilen – aber das ist vermutlich in vielen Ländern nicht mehr möglich und auch gar nicht nötig. Sky nämlich zeigt, dass mit der Fokussierung auf ein Thema, in diesem Fall Sport, viele Verbraucher erreicht werden können. Der Bezahlsender ist mit +4 Punkten nicht sonderlich beliebt, vor allem bewerten die Verbraucher das Preis-Leistungs-Verhältnis mit -18 Punkten negativ (Netflix: +9).

Trotzdem würden mit 14 Prozent der Markenkenner fast so viele Verbraucher Sky in die engere Wahl ziehen wie Netflix mit 17 Prozent. Sky hat sogar mehr Kunden als Netflix. Das dürfte den neuen Sport-Streaming-Dienst Dazn und alle anderen neuen Streaming-Dienste hoffen lassen.

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