BrandIndex: Telekom drosselt ihr Image

kolumneBrandIndex: Telekom drosselt ihr Image

Kolumne von Holger Geißler

Seit die Telekom mitgeteilt hat, die Internetgeschwindigkeit ab einem bestimmten Datenvolumen zu reduzieren, steht das Unternehmen massiv in der Kritik. Und auch der BrandIndex zeigt: Die Drosselung der DSL-Leitungen hat dem Image Schaden zugefügt.

Vergangene Woche hat es sogar Demonstrationen gegen die Telekom gegeben. Keine stillen Proteste per Blog-Eintrag oder Tweet – ganz reale während der Telekom-Hauptversammlung in Köln. Der Grund ist klar: Die Ankündigung der Telekom, in der Zukunft Internet-Flatrates im Datenvolumen zu begrenzen. Der scheidende Telekom-Chef René Obermann sagte, zur Drosselung gebe es nur die Alternative, „dass das Netz für alle langsamer oder für alle teurer wird“. Die Gegner der zukünftigen Bandbreitenschmälerung führen das Argument der Netzneutralität an. Die sei in Gefahr, wenn Internet-Provider manche Daten von der Drosselung ausnehmen (etwa das Telekom-eigene Internet-TV „Entertain“), andere aber ausgebremst werden, wenn ein bestimmtes Datenvolumen aufgebraucht ist (etwa Youtube).

Das Thema Drosselung und Netzneutralität war und ist bei Online-Bürgerrechten schon immer ein sehr wichtiges. Markus Beckedahl vom Blog netzpolitik.org, einer der führenden deutschen Netzaktivisten, kämpft seit Jahren gegen Pläne, wie sie die Telekom jetzt vorgestellt hat. Aber nicht nur die Experten erregt das Thema – auch Menschen, die das Internet einfach nur nutzen, sehen einen Schaden für sich: Flatrate zahlen, aber keine echte bekommen?!

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Ende des Aufstiegs

Die Schwachstellen der Telekom

  • Festnetz

    Im traditionellen Festnetz könnte die Deutschen Telekom mit Abschalten der alten Analog- und ISDN-Netze und dem Umstellen auf die Internet-Technik 50 Prozent ihres Umsatzes bis 2016 einbüßen.

  • Mobilmarkt

    50 Prozent der Umsätze gehen der Deutschen Telekom bis 2014 beim hochprofitablen Versand von Kurzmitteilungen über internetfähige Smartphones an Startups wie Whatsapp verloren.

  • Innovation

    33 Prozent der Haushalte buchen bei der Deutschen Telekom Telefon, Internet und Fernsehen im Paket. Mit dem Verlust der Bundesligaübertragungsrechte geht LIGA total als Zugpferd verloren.

Der YouGov-Markenmonitor BrandIndex zeigt: Das Image der Telekom leidet aktuell massiv. Dabei war die Telekom auf einem guten Weg. Im August vergangenen Jahres haben wir in dieser Kolumne den positiven Trend beschrieben. Als gutes Zeichen war zu vermelden, dass die Marke „aktuell sogar knapp im positiven Bereich der Skala steht“. Danach ging es rapide aufwärts, bis auf +19 Imagepunkte. Bis Ende März. Bis die ersten Meldungen über die Drosselung von Internet-Flatrates zu lesen waren. Innerhalb von zwei Monaten verlor die Telekom dann mehr als 20 Punkte.

Hauptversammlung am Donnerstag Der Verdruss-Abschied von Telekom-Chef Obermann

René Obermann sollte der erste Telekom-Chef sein, der mit Beifall der Aktionäre aus dem Amt scheidet. Das wird nichts. Die Drosselpläne werden auch auf der Hauptversammlung einen Sturm der Entrüstung auslösen.

René Obermann sollte der erste Telekom-Chef sein, der mit dem Beifall der Aktionäre aus dem Amt scheidet. Doch daraus wird nichts. Die Drosselpläne werden auch auf der morgigen Hauptversammlung einen Sturm der Entrüstung auslösen. Quelle: REUTERS

Aktuell steht sie (wie zu Beginn 2012 ) mit -4 Punkten im negativen Imagebereich. Auch sieht es nicht danach aus, als würde der Abwärtstrend demnächst anhalten. Denn die Marke steht im Buzz ebenfalls deutlich negativ da. Der Buzz zeigt an, wie positiv oder negativ eine Marke aktuell im öffentlichen Gespräch ist.

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