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BrandIndex: Was Facebook von Schlecker lernen könnte

Kolumne von Holger Geißler

Auch der angekündigte Börsengang ändert nichts an der Unbeliebtheit der Marke Facebook, gerade die Einführung der Timeline wirkt sich negativ auf das Image des Unternehmens aus.

Facebook Mousepad Quelle: dapd
Facebook hat bei der US-Börsenaufsicht die entsprechenden Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Ein konkreter Zeitpunkt, eine Preisspanne oder eine verbindliche Information über die die Zahl der Aktien sind allerdings noch nicht bekannt. Quelle: dapd

Der Börsengang des Internet-Riesen Facebook nimmt Fahrt auf. Der Konzern hat bei der US-Börsenaufsicht die entsprechenden Unterlagen eingereicht. Ein konkreter Zeitpunkt, eine Preisspanne oder eine verbindliche Information über die die Zahl der Aktien sind zwar noch nicht bekannt, ein Börsengang im zweiten Quartal 2012 zeichnet sich aber ab. Ebenfalls absehbar ist, dass Facebook sehr gute Chancen hat, Googles Börsengang zu toppen. Google hatte bei seinem Börsengang 2004 Aktien im Wert von 1,9 Milliarden Dollar verkauft. Die Facebook-Erlöse könnten deutlich höher ausfallen. Ein zentraler Makel bleibt dennoch: Google, Google+ und auch andere Internet-Größen hatten und haben weltweit ein deutlich besseres Image als Facebook. Und gerade in Deutschland reagiert die Öffentlichkeit sehr sensibel auf kritische Meldungen über Facebook. Für den Konzern könnte sich das schwache Image daher zur Achillesferse auswachsen.

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Mehrheitlich unbeliebt

Entsprechend handzahm gibt sich Facebook-Mastermind und Medienliebling Mark Zuckerberg in der Öffentlichkeit. Geld verdienen sei nicht das Hauptthema des Börsengangs. Man entwickle keine Dienste, um Geld zu machen, sondern man mache Geld, um bessere Dienste anbieten zu können, so Zuckerberg. Damit meint er fraglos auch die kritische diskutierte Einführung der Facebook-Chronologie Timeline. Damit soll der Lebensweg eines Users digital nachgezeichnet werden. Wenn es nach Zuckerbergs Präsentation im September 2011 ginge, von der Geburt an. Wie nun bekannt wurde, werden die weltweit über 800 Millionen Nutzer allerdings nicht gefragt, ob sie diese Innovation überhaupt in Anspruch nehmen möchten. Alle Accounts werden automatisch angepasst, ob man will oder nicht. Der Öffentlichkeit stieß Timeline eher bitter auf. Das ohnehin schwache Image von Facebook in Deutschland sank seit September um vier Indexpunkte. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov ermittelt die Imagewerte von Marken mittels des Markenmonitors BrandIndex. Für den BrandIndex werden täglich 2.000 Verbraucher befragt, erreichbar sind Werte zwischen -100 und +100 Brandindex-Punkten. Aktuell rangiert die Marke Facebook bei -8 Punkten, ist also mehrheitlich unbeliebt. Unter den tatsächlichen Nutzern schneidet Facebook zwar deutlich besser ab, doch auch hier führte die Diskussion um Timeline zu sinkendem Zuspruch: Die Image-Werte der Facebook-User sanken seit September von 50 auf 40 Indexpunkte.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 04.02.2012, 11:01 UhrAnonymer Benutzer: Marc_Eisinger

    Interessant, dass gerade wir in Deutschland so ein großes Problem mit Transparenz haben. Warum "juckt" es uns denn so sehr, dass facebook unser digitales Leben von Anfang an chronologisch darstellen möchte? Ich fände es toll, wenn sich jemand damals die Mühe gemacht hätte, meine Tagebücher zu schreiben, für die ich selbst nie die Muse aufgebracht habe. Das wäre sicher lustig, wenn ich heute lesen könnte, was ich mit 16 so alles an Gedanken hatte. Ist eine solche Transparenz vielleicht sogar der Schlüssel für mehr Verständnis unter den Menschen - frei nach dem Motto: "Trage erst die Schuhe des Anderen, um ihn verstehen zu können"?

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