BrandIndex: Welchen Messenger die Deutschen wollen

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kolumneBrandIndex: Welchen Messenger die Deutschen wollen

Kolumne von Holger Geißler

Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook verzeichneten bisher kaum bekannte alternative Chat-Apps großen Zulauf. YouGov-Daten zeigen, was die Menschen bei WhatsApp hält und was sie zur Konkurrenz zieht.

19 Milliarden Dollar – so viel wie Mark Zuckerberg hat noch nie jemand für eine App gezahlt. Der Facebook-Gründer kauft mit WhatsApp ein Unternehmen mit 55 Mitarbeitern, das „auf dem besten Weg ist eine Milliarde Nutzer zu vernetzen“, so hat er es selbst gesagt. YouGov-Daten zeigen, wie ein Teil dieser Nutzer den Deal findet.

Der Markenmonitor BrandIndex weist WhatsApp generell ein gutes Image aus. Briten, Franzosen, US-Amerikaner und Deutsche sind sich in ihrer Gesamtbewertung für den Messenger ziemlich einig und bewerten ihn mit rund +30 Punkten auf einer Skala von -100 bis +100. Allerdings hat das Image von WhatsApp in Europa seit Bekanntwerden der Übernahme durch Facebook leicht nachgegeben. In den USA wurde der seit Anfang Februar anhaltende Aufwärtstrend erstmal gestoppt.

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Besonders kritisch stehen wie immer die deutschen User dem Deal gegenüber. Selbst US-Medien berichteten darüber, dass viele Deutsche WhatsApp-Nutzer zu alternativen Anbietern wechselten. Dabei waren bisher gerade die Deutschen von dem Dienst begeistert. Im Januar bezeichneten sich 40 Prozent derjenigen, denen WhatsApp ein Begriff ist, als Nutzer des Dienstes. Heute sind es nur noch 36 Prozent, die sich als derzeitige WhatsApp-Kunden sehen. Im Gegensatz dazu chatten laut BrandIndex nur 21 Prozent der Briten und 18 Prozent der US-Bürger, die die App kennen, mit WhatsApp. In Deutschland ist sie also immer noch auf außergewöhnlich vielen Smartphones vertreten.

WhatsApp-Alternativen Stiftung Warentest empfiehlt Threema

Threema, Hoccer, Line und Co. erleben gerade einen Boom unter den Messengern. Mit welchen Sicherheits-Features die WhatsApp-Konkurrenten bei den Nutzern punkten.

Auf einem iphone ist die Facebook-App, die App des verschlüsselten und kostenpflichtigen Kurznachrichten-Dienstes Threema und WhatsApp zu sehen Quelle: dpa

Threema weitgehend unbekannt

Wie sich Alternativen zu WhatsApp entwickeln werden, ist schwer abzusehen. Anhaltspunkte gibt eine gesonderte Befragung von YouGov. In den Tagen nach Bekanntwerden der WhatsApp-Übernahme haben wir im YouGov Omnibus eine repräsentative Befragung unter 1.058 Deutschen durchgeführt. Die größte mediale Aufmerksamkeit unter den Alternativ-Apps bekam Threema, die jetzt auch von Stiftung Warentest als einzige App als „unkritisch“ eingestuft wurde. Werden die Deutschen also kollektiv dorthin wechseln? Unwahrscheinlich: 72 Prozent der Befragten geben an, dass sie Threema gar nicht kennen. Andererseits ist dies immer noch der niedrigste Wert unter den Alternativ-Anbietern. My Enigma, chatON und TextSecure sind noch unbekannter. 

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