BrandIndex: WhatsApp verliert an Beliebtheit

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kolumneBrandIndex: WhatsApp verliert an Beliebtheit

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Messenger-Dienst WhatsApp: Schlappe vor dem Berliner Landgericht.

Kolumne von Holger Geißler

Die Übernahme durch Facebook hat dem Image von WhatsApp geschadet. Kann der Dienst die Gunst der Nutzer zurückgewinnen?

Dass Mitte Februar Facebook den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp kaufte, hat vielen Nutzern dieser Dienste in Deutschland nicht sonderlich gefallen. Sie befürchteten, dass die Daten beider Systeme zusammengeführt und der Datenschutz leiden würde.

Das bestätigt auch der Markenmonitor BrandIndex des Marktforschungsinstituts YouGov. Dort ist deutlich zu erkennen: Facebook und WhatsApp verloren an Ansehen. Der Kurznachrichtendienst büßte binnen eines Monats 22 Index-Punkte ein (auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 Punkte). Ein deutlicher Verlust, begleitet von einer steigenden Popularität der WhatsApp-Alternative Threema, der die Stiftung Warentest einen guten Datenschutz bescheinigte. Facebook traf es weniger deutlich: Ein Verlust von knapp fünf Punkten in einem Monat.

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Was an Whatsapp Kopfschmerzen bereitet

  • Laxer Umgang mit Datenschutz

    Whatsapp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

  • Zweifel an der Verschlüsselung

    Lange wurden die Whatsapp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

  • Sicherheitsbedenken

    Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

  • Soziale Kontrolle

    In der Standardeinstellung der App ist für jeden Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit Whatsapp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

  • Undurchsichtige Firma

    Über die Firma Whatsapp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen.

Brasilien ist Facebook-Land

WhatsApp konnte seit Ende März neun Index-Punkte zulegen. Damit fehlen zwar noch 13 Punkte zum Wert vor der Übernahme durch Facebook – doch zumindest ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Facebook dagegen erreicht bis auf einen Punkt den Wert vor dem WhatsApp-Deal und ist damit in Deutschland beliebter als Twitter. Und das meist genutzte soziale Netzwerk ist Facebook in Deutschland sowieso: 52 Prozent aller Deutschen geben an, aktuell bei Facebook aktiv zu sein. Dieser Wert ist seit einem Jahr ziemlich konstant. Facebook hat damit einen großen Abstand auf die Konkurrenten: Elf Prozent der Befragten geben an, Nutzer von Google+ zu sein. Acht Prozent nutzen Twitter.

In Brasilien muss man schon auf die Suche gehen, um einen Internetnutzer zu finden, der Facebook nicht nutzt. 82 Prozent – das ist die beeindruckende Zahl, die beschreibt: Vier von fünf Brasilianern im Netz nutzen derzeit Facebook. Hier vermittelt das soziale Netzwerk auch den besten allgemeinen Eindruck: Mit herausragenden +72 Punkten liegt Facebook in Brasilien 40 Punkte über dem Wert im Heimatmarkt USA und rund 60 Punkte über dem japanischen.

Ein besonderer Blick lohnt sich auch auf die Altersgruppe jünger als 30 (beziehungsweise 34 – je nach Land unterschiedlich kategorisiert). Denn als eine der größten Gefahren für Facebook gilt die Überalterung – wenn also die jungen andere Dienste für sich entdecken und Facebook nicht mehr zeitgemäß finden. Im blauen Netzwerk sind mittlerweile schließlich auch die Eltern und etliche Großeltern.

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Facebook wird bei Älteren beliebter

Die Daten zeigen: Die Bis-30-Jährigen melden sich nicht scharenweise bei Facebook an, laufen aber auch nicht weg. Im Index (der viele Kategorien, die abgefragt werden, zusammenfasst) bleibt der Wert von Facebook in der Altersgruppe bis 30 in den Ländern Großbritannien, China und Deutschland seit Mitte 2013 ziemlich konstant. In den USA konnte er um 9 Punkte zulegen. Facebook ist heute bei den unter-30-jährigen US-Amerikanern also beliebter als noch vor einem Jahr.

Facebook ist bei den jüngeren in den Ländern Deutschland, Großbritannien und USA übrigens durchweg beliebter als bei denen, die über 30 Jahre alt sind. Allerdings ist der Abstand der Index-Werte zwischen den Unter- und den Über-30-Jährigen seit Mitte vergangenen Jahres geschrumpft. Das liegt hauptsächlich daran, dass die älteren Facebook heute mehr Vertrauen schenken als noch vor einem Jahr.

Zurzeit sieht es so aus, als müsse sich Facebook um die Zukunft keine Sorgen machen: Die Nutzer bleiben, auch die wichtigen jüngeren. Außerdem: Alternativen wie Google+, Twitter und Instagram sind in Deutschland, Großbritannien und USA bei der jungen Zielgruppe allesamt weniger beliebt als Facebook.

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