BrandIndex: Wo Skype boomt - und wo der Dienst floppt

kolumneBrandIndex: Wo Skype boomt - und wo der Dienst floppt

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80 Millionen: So viele Nutzer waren im Juni 2014 gleichzeitig bei Skype eingeloggt.

Kolumne von Holger Geißler

Innerhalb weniger Wochen konnte Skype seine Nutzerbasis in Deutschland um ein Fünftel vergrößern. In Frankreich gelang gar eine Verdoppelung. In manchen Ländern wird der Messenger-Dienst hingegen komplett ignoriert.

Im August 2003 kannte noch niemand Skype. Version 1 der Telefonie-Software wurde gegen Ende des Monats veröffentlicht. Elf Jahre später gehört Skype zu den bekanntesten Internetmarken. In Deutschland wissen heute rund 80 Prozent der Verbraucher, was Skype ist. Noch größer ist die Bekanntheit des Dienstes in Schweden - von dort stammt einer der Gründer von Skype Technologies. Bis zu 94 Prozent der Schweden geben im YouGov-Markenmonitor BrandIndex an, die Marke zu kennen.

Die Software ist von Anfang an revolutionär: kostenlos per Peer-to-peer-Technik zu telefonieren, ist 2003 ein Novum mit großem Potenzial. Schon zwei Jahre nach dem Start kauft Ebay Skype für 2,6 Milliarden Dollar, 2011 geht Skype schließlich an Microsoft – für 8,5 Milliarden Dollar. Eine gute Investition, denn Skype wächst und gedeiht prächtig. Am 18. Juni 2014 sollen laut dem Fachblog Skype Numerology mehr als 80 Millionen Nutzer gleichzeitig eingeloggt gewesen sein. Vor einem Jahr feierte der Blogger noch die 60-Millionen-Marke als bisherigen Spitzenwert und fragte angesichts seiner steil ansteigenden Messkurve: „Wann wird es aufhören? Wenn jeder Mensch auf diesem Planeten einen Skype-Account hat?“

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Boom in Frankreich, Verluste in den USA

So weit ist es zwar noch lange nicht, doch auch der BrandIndex zeigt, dass das Unternehmen teilweise enorme Steigerungsraten erzielt. So nutzen von denjenigen Deutschen, die Skype kennen, inzwischen 30 Prozent den Dienst, bis Mitte Mai lag der Anteil der Nutzer noch bei konstant 25 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung gibt es in Frankreich, wo Skype seine Kundenbasis im gleichen Zeitraum mehr als verdoppeln konnte. In Großbritannien stagniert der Anteil der Nutzer unter den Kennern der Marke hingegen. In den USA zeigt sich gar ein leicht negativer Trend.

Microsoft-Projekt Skype wird zum Dolmetscher

Nieder mit der Sprachbarriere: Der IT-Riese Microsoft hat ein System entwickelt, dass Gespräche mit dem Telefondienst Skype in Echtzeit übersetzt. Doch der Prototyp zeigt, dass der Mensch dem Computer noch überlegen ist.

huGO-BildID: 30679762 ILLUSTRATION - Ein Mann sitzt am 01.09.2009 in Frankfurt am Main mit einem Headset vor einem Computerbildschirm und nutzt Skype, ein Programm, das unter anderem Internet-Telefonie ermöglicht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu dpa :"Skypen statt telefonieren: Vor zehn Jahren wurde Grundstein gelegt" vom 17.04.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Überhaupt nicht für Skype begeistern können sich laut BrandIndex Japaner. Mit rund 70 Prozent erreicht die Software dort zwar sogar eine höhere Bekanntheit als in Frankreich (circa 60 Prozent), doch so gut wie niemand scheint Skype in Japan zu nutzen: Ein mageres Prozent der Kenner der Marke verwendet Skype. Entsprechend hat der Dienst dort ein deutlich schlechteres Gesamtimage. Auf unserer von -100 bis +100 Punkte reichenden Skala für die Gesamtbewertung erreicht Skype in Japan gerade einmal +11 Punkte, im Vergleich zu +20 bis +27 Punkten in westlichen Ländern.

Andere Messenger und Telefonie-Anwendungen sind in Japan etabliert. Skype kann sich offenbar nicht gegen diese durchsetzen. Im Frühjahr erst wurde die Anwendung Viber mit weltweit mehr als 300 Millionen Nutzern von Rakuten übernommen, dem japanischen Online-Händler, bei dem laut unseren Erhebungen mehr als 60 Prozent der japanischen Kenner der Marke (84 Prozent Bekanntheitsgrad) Kunde sind – deutlich mehr als bei Amazon.

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Telefon-App mit Gesprächswert 

Die Skype-Software selbst entwickelt sich unterdessen prächtig weiter. Anders als Nokia, das ebenfalls von Microsoft übernommen und zuletzt stark beschnitten wurde, ist Skype immernoch beinahe genauso innovativ wie die erste Version vor elf Jahren. Zuletzt machte eine viel beachtete Ankündigung von Microsoft Furore, einen automatischen Simultan-Dolmetscher in die Software einzubauen.

Dies soll Telefonate zwischen Menschen ermöglichen, die die Sprache des anderen Gesprächsteilnehmers nicht sprechen. Im BrandIndex schlagen sich solche Meldungen in guten Buzz-Werten für Skype nieder. Der Buzz gibt an, ob Verbraucher eine Marke in Presse, Werbung oder persönlichen Gesprächen eher positiv oder eher negativ wahrnehmen. In allen Ländern schneidet Skype dabei eindeutig und konstant positiv ab. Selbst in Japan liegt der Buzz-Wert auf demselben Niveau wie in Deutschland.

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