Breitband-Ausbau: Telekom kann Milliarden-Investitionen in Glasfaser einsparen

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Glasfaserkabel. Die Deutsche Telekom kann eventuell Milliarden einsparen

von Christian Schlesiger und Jürgen Berke

Die Deutsche Telekom muss offenbar doch nicht alle alten Kupferkabel durch neue Glasfaser ersetzen und kann dadurch Milliarden beim Bau neuer Datenautobahnen einsparen.

Noch in diesem Jahr will der Konzern eine neue Übertragungstechnologie mit dem Kürzel „G.fast“ in Feldversuchen erproben, die Alcatel-Lucent und Huawei entwickelt haben und nächstes Jahr marktreif sein soll, erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen. Diese Technik kann die Leistungsfähigkeit eines Kupferhausanschlusses auf eine Geschwindigkeit von bis zu 500 Megabit pro Sekunde beschleunigen. Die bisher zum Einsatz kommenden DSL-Techniken wie VDSL und Vectoring schaffen nur 100 Megabit pro Sekunde. Das galt bisher als absolutes, physikalisch nicht zu übertreffendes Limit. „G.fast wird für die Telekom ein wichtige Technologie zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit“, bestätigte der Technik-Chef der Deutschen Telekom, Bruno Jacobfeuerborn, der „WirtschaftsWoche“ entsprechende Pläne.

Die Spitzengeschwindigkeit von 500 Megabit pro Sekunde schaffen die mit „G.fast“ beschleunigten Kupferkabel über eine Distanz von 100 Metern, rechnet der Netzausrüster Alcatel-Lucent vor. Die Telekom hofft, dass die neue Technologie auch noch die 500-Megabit-Marke überspringt. „Einige Hersteller zeigen sich optimistisch, noch höhere Bandbreiten erzielen zu können“, sagte Telekom-Technik-Chef Jacobfeuerborn.

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Die Telekom ist stark interessiert, die neue Technik rasch zur Serienreife zu bringen. „Die Telekom beteiligt sich aktiv an der Standardisierung der „G.fast“-Technik“, so Jacobfeuerborn. Bisher hatte die Telekom geplant, durch das Vectoring-Verfahren die DSL-Anschlüsse von 24 Millionen Haushalten bis 2016 auf 100 Megabit pro Sekunde zu beschleunigen. 8,4 Milliarden Euro will der Konzern 2014 und 2015 investieren, um die Glasfaser bis zu den dafür benötigten Verteilerschränken am Straßenrand zu verlegen. Das Vectoring war als Übergangslösung gedacht, um irgendwann nach 2020 die Glasfaser bis an die Gebäude zu verlegen.

Weniger Glasfaser-Anschlüsse als Stadtwerke-Töchter

Zudem sind die Telekom-Töchter der kommunalen Stadtwerke beim Breitband-Ausbau mit Glasfaserkabeln deutlich weiter als die Deutsche Telekom. Von den 275.000 Haushalten in Deutschland, die bereits per Glasfaser ins Netz gehen, versorgt die Deutsche Telekom lediglich 18.000. Das geht aus einer Marktübersicht des Netzausrüster-Branchenverbands FTTH Council Europe hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Deutlich mehr Kunden haben M-net in München und Netcologne in Köln. Die Bayern haben 90.000 Glasfaser-Kunden, die Kölner 88.000. Auf Rang drei rangiert der Netzbetreiber Wilhelm Tel aus Norderstedt mit 45.000 Kunden.

Doch nicht nur bei den tatsächlichen Kunden hinkt die Deutsche Telekom den Stadtwerke-Töchtern hinterher. Auch bei den gelegten Anschlüssen liegen die Stadtwerke vorne. Sie haben bereits knapp eine Million Glasfaseranschlüsse bis zu den Haushalten verlegt, die Telekom kommt erst auf 320.000 Anschlüsse. „Deutschland hinkt bei der Zukunftstechnologie Glasfaser im weltweiten Vergleich erheblich hinterher“, sagt Hartwig Tauber, Generaldirektor des Netzausrüster-Branchenverbands FTTH Council Europe. Während in Südkorea 70 Prozent und in Japan jeder Zweite über das Glasfasernetz mit Gigabit-Tempo surfen, sind es hierzulande weniger als ein Prozent, so Tauber. Auch im nächsten Ranking, das in der kommenden Woche veröffentlich wird, macht Deutschland keine Fortschritte: Die Versorgungsquote mit Glasfaseranschlüssen in Deutschland bleibt unter einem Prozent.

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