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Browsergames: Fonds sichern das Budget für Onlinespiele

von Susanne Metzger Quelle: Handelsblatt Online

Der Computerspielemarkt wird überschwemmt von guten Entwickler-Firmen. Aber es fehlt genügend Geld für alle Projekte. Bigpoint und andere große Spiele-Anbieter setzen auf Fonds-Finanzierung für neue Games.

Das Browserspiel Quest'n Goblins von Bigpoint wird durch einen Fonds finanziert. Quelle: Firmenhomepage
Das Browserspiel Quest'n Goblins von Bigpoint wird durch einen Fonds finanziert. Quelle: Firmenhomepage

KölnDass sich die Computer- und Videospielbranche im Umbruch befindet, ist auf der Spielemesse Gamescom in diesen Tagen oft zu hören. Das Geschäft verschiebt sich immer mehr von den klassischen PC- und Konsolenspielen in die Onlinewelt und auf mobile Geräte.

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Zugleich ist die Zahl der Entwickler für sogenannte Browserspiele, die direkt im Internet gespielt werden, in die Höhe geschossen. Für die Vermarkter solcher Spiele, darunter die deutschen Firmen Bigpoint und Gameforge, wird das Geschäft dadurch immer unübersichtlicher.

Viele Unternehmen sind verunsichert, welche Spiele sie in ihre Programme aufnehmen und auf welche Trends sie setzen sollen. In der Regel funktioniert das Geschäft häufig so: Die Vermarkter wählen unter den Angeboten der Entwickler die Spiele aus, die sie für erfolgversprechend halten und finanzieren diese vor. Da das nicht ohne Risiken ist, sind sie froh, wenn sie eine andere Finanzierung finden.

Hier kommen Fondslösungen ins Spiel. Mit dem Action-Rollenspiel „Quest'n Goblins" hat Bigpoint erstmals ein fondsfinanziertes Spiel ins Programm aufgenommen. Entwickelt hat es die Frankfurter Softwarefirma Core X Group. Den Fonds hat das Emissionshaus Altaris aufgelegt. Ein weiteres Spiel der Core X Group mit dem Namen "Cannon Cracker" soll nun über einen zweiten Altaris-Fonds finanziert werden.

Profitieren können den Beteiligten zufolge alle Seiten. Für die Spieleentwickler sind renommierte Vertriebsfirmen wichtig, um ihre Spiele einem breiten Publikum bekanntzumachen. Da aber immer mehr Entwickler um die Gunst der Vermarkter buhlen, ist es nicht einfach ins Geschäft zu kommen. Alex Suárez, Vorstandschef der Core X Group, sagt: "Wenn wir nicht nur ein Spiel, sondern auch gleich die Finanzierungsform präsentieren können, stärkt das unsere Verhandlungsposition."

Auch Bigpoint kam es entgegen, sich nicht um die Finanzierung kümmern zu müssen. "Das Fondsmodell finden wir gut, deshalb vermarkten wir gerne Spiele, die auf diese Weise unterstützt werden", sagt Bigpoint-Chef Heiko Hubertz. Zugleich ermöglichen die Fonds Privatanlegern einen Zugang zum lukrativen Markt elektronischer Spiele, heißt es bei Altaris.


Der Spielemarkt ist für Anleger nicht ohne Risiko

Jörg-Dieter Leinert, Gründer des Emissionshauses, meint: "Für Kleinanleger sind geschlossene Fonds eher nichts. Wir verstehen uns als Beimischung für größere Depots." Die Kunden seien größtenteils über 50 Jahre alt und investieren Leinert zufolge im Schnitt 10.000 bis 25.000 Euro. Der Fonds, der das Spiel "Cannon Cracker" enthält, hat ein geplantes Volumen von zehn Millionen Euro. Einfach hat es Altaris nicht, das Geld bei Anlegern einzusammeln.

Denn die Investition birgt Risiken. Bereits in der Vergangenheit wurden Spiele über Fonds finanziert. Anleger hatten dabei keine guten Erfahrungen gemacht, zum Teil auch Kapital verloren. Leinert begründet das so: "Die Spielefonds der ersten Generation sind häufig gescheitert, weil sie zu stark auf einen Trend gesetzt haben." Er selbst will das besser machen: "Unsere Fonds sind breit gestreut, wir investieren nicht nur in eine Spielekategorie und nicht nur in die Spiele eines Entwicklers."

Der Analyst Markus Lentz von der Ratingagentur Scope sagt, dass Spielefonds interessant seien, "da sich Anleger einen Wachstumsmarkt erschließen können, an dem sie sich auf andere Weise nur schwer beteiligen könnten." In einem Bericht warnt das Analysehaus, dass ein Großteil der Fonds die Erwartungen bisher nicht erfüllen konnte.

Das Risiko soll für den Anleger bei Altaris überschaubar bleiben, weil das Geld nicht in einem Schlag an die Entwickler ausbezahlt wird. "Der Fonds vergütet uns phasenweise", erklärt Suárez. "Während der Entwicklung arbeiten wir mit geringem Deckungsbeitrag, werden später aber an den Umsätzen beteiligt." Kommt das Spiel gut an, werden jedoch die Investoren vorrangig bedient.

Leinert erklärt: "Fonds sind für die Entwickler nicht die günstigste Finanzierungsform, schließlich wollen Investoren eine angemessene Rendite sehen." Aber Suárez sieht auch einen Vorteil: "Früher waren wir stark von den Vermarktern abhängig. Mit der Fondslösung entsteht eine Machtteilung."

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