Bund will Cash sehen: Telekom soll Dividende bar auszahlen

Bund will Cash sehen: Telekom soll Dividende bar auszahlen

Der Bund als der größte Aktionär der Telekom hat eine Aktiendividende für 2012 abgelehnt. Das Finanzministerium will Bargeld sehen. Das hat auch Auswirkungen auf den Anteil des Bundes.

Der Bund kommt der Deutschen Telekom bei ihrem Breitbandausbau finanziell nicht so stark entgegen wie von dem Konzern erhofft. Das Bonner Unternehmen hatte seinen Aktionären - der größte ist der Bund mit einem Anteil von 32 Prozent - erstmals angeboten, für 2012 statt einer Bar- eine Aktiendividende zu zahlen, um angesichts der Milliardenkosten für den Netzausbau die Unternehmenskasse zu schonen.

Das Bundesfinanzministerium zieht aber nicht mit. "Wir werden die Bar-Option wählen", sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Der Bund hält direkt noch 15 Prozent an dem früheren Staatsunternehmen - weitere 17 Prozent sind bei der staatseigenen KfW geparkt. Diese hält sich zu den Details noch bedeckt, wird aber einen Teil der Ausschüttung in Aktien erhalten. "Die KfW wird sich an dem Wahlrecht beteiligen", sagte eine Sprecherin.

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Telekomliberalisierung: Die Meilensteine seit der Postreform

  • 30. Juni 1987

    Die EU-Kommission steckt mit dem sogenannten Grünbuch die Grundzüge eines neuen ordnungspolitischen Rahmens für die Öffnung der Telekommunikationsmärkte in Europa ab.

  • 1. Juli 1989

    Das Poststrukturgesetz tritt in Kraft. Mit der Postreform I werden insbesondere die Märkte für Mobilfunk und Endgeräte liberalisiert. Kunden können erstmals die Telefone, die sie an den Anschluss stöpseln, frei auswählen.

  • 15. Dezember 1989

    Mannesmann Mobilfunk gewinnt die Ausschreibung für die D2-Lizenz und tritt mit dem Bau des ersten privaten Mobilfunknetzes in Konkurrenz zur Bundespost.

  • 1. Januar 1994

    Die Postreform II wird mit dem Ziel verabschiedet, die Bundesunternehmen Telekom, Postdienst und Postbank in Aktiengesellschaften umzuwandeln.

  • 1. Januar 1998

    Das Festnetzmonopol der Deutschen Telekom fällt, Telekom-Kunden können erstmals über alternative Anbieter durch Eingabe von Netzvorwahlen (Call by Call) telefonieren.

  • 1. Juli 2004

    Die ersten alternativen Anbieter bieten DSL-Anschlüsse in Konkurrenz zur Deutschen Telekom an. Bis heute sind neun Millionen Kunden gewechselt.

  • 24. Februar 2007

    Die Telekom bekommt mehr Freiheiten für ihr neues Glasfasernetz VDSL, das sie für zwölf Millionen Haushalte in 50 Städten ausrollt. Konkurrenten können erst 2009 die ersten Produkte vermarkten.

  • 12. Juli 2012

    Die EU-Kommission kündigt erstmals eine „Digitale Agenda“ für die Neuordnung des Telekommunikationsmarktes an. Schneller Ausbau von Glasfasernetzen ist dabei wichtiger als weitere Preissenkungen.

  • 9. April 2013

    Die Bundesnetzagentur ändert das bisherige Regulierungsregime. Die Deutsche Telekom darf unter bestimmten Auflagen eine neue Technik (Vectoring) exklusiv einsetzen, um mit dem überlegenen Kabel-TV-Anschluss konkurrieren zu können.

Der Schritt hat Folgen für den Anteil des Bundes an der Telekom: Da die KfW neue T-Aktien aus einer Kapitalerhöhung erhält, steigt auch ihr Anteil an dem Bonner Unternehmen. Um die Dividende in T-Aktien zu erhalten, musste sich die Investoren in den vergangenen Wochen bei ihrer Bank melden, ansonsten werden wie in den Vorjahren 70 Cent je Titel als Dividende überwiesen. Für welche Variante sich die Anteilseigner entschieden haben, werde die Telekom am Montag veröffentlichen, sagte ein Konzernsprecher.

Aktionäre, die sich für die Ausschüttung in Aktien statt in bar entscheiden, erhalten für je 12,5 eigene Aktien eine weitere Aktie hinzu. Eine Sachdividende gilt als wenig populär, weil die zusätzliche Ausgabe von Aktien den Aktienkurs und den Gewinn pro Anteilsschein verwässert.

Die Telekom will mit dem Schritt eine Teil des Geldes für den teuren Netzausbau aufbringen. Allein vier Milliarden Euro steckt der Konzern in die Modernisierung des US-Mobilfunknetzes, weitere sechs Milliarden Euro stehen für den Breitband-Ausbau in Deutschland an. Zudem wurde die Ausschüttung für dieses und nächstes Jahr auf einen halben Euro je T-Aktie gekappt - das ist der niedrigste Stand seit knapp zehn Jahren.

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