Chip-Branche: Intel will Altera für 16,7 Milliarden Dollar schlucken

Chip-Branche: Intel will Altera für 16,7 Milliarden Dollar schlucken

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Der schwache PC-Markt belastet den Chiphersteller Intel.

Das Übernahme-Karussel in der Chip-Branche dreht sich weiter. Jetzt will Branchenprimus Intel sein Server-Geschäft mit dem Kauf des Spezial-Anbieters Altera ausbauen.

Der Halbleiter-Riese Intel steht vor dem größten Zukauf seiner Geschichte: Der Konzern will für 16,7 Milliarden Dollar den Chipdesigner Altera übernehmen. Der Deal soll in sechs bis neun Monaten abgeschlossen werden. Bereits Ende März hatten US-Medien erstmals über Verhandlungen berichtet. Intel bietet 54 Dollar in bar pro Altera-Aktie, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Noch im März hatte das Papier zeitweise weniger als 35 Dollar gekostet.

Intel, der weltgrößte Hersteller von Computer-Chips, steht unter Druck, sein Wachstum mit Zukäufen zu beschleunigen. Altera fertigt vorwiegend stromsparende programmierbare Chips, die unter anderem in Rechenzentren eingesetzt werden. In dem Bereich macht Intel seine profitabelsten Geschäfte, der traditionelle PC-Markt hingegen lahmt derzeit wegen der Konkurrenz von Smartphones und Tablets.

Über das Interesse von Intel an Altera war bereits seit Monaten spekuliert worden. Im April hieß es in Medienberichten zunächst noch, die Gespräche seien gescheitert. Auch damals sei es um rund 54 Dollar gegangen, und die Ablehnung des Deals durch Altera habe einige Großaktionäre verärgert, berichtete das „Wall Street Journal“. Sie hätten nicht geglaubt, dass Altera so bald wieder ein Angebot in dieser Höhe bekommen könnte.

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Die zehn größten IT-Übernahmen weltweit nach Kaufpreis

  • Platz 10

    Im Jahr 2010 schluckte Microsoft die norwegische Suchmaschine Fast. Das 1997 gegründete Unternehmen ist auf Suchmaschinenprogramme für Firmenkunden spezialisiert. Der Kaufpreis soll 1,2 Milliarden US-Dollar betragen haben.
    Quelle: Statista

  • Platz 9

    2006 übernahm Google Youtube für 1,65 Milliarden US-Dollar. Youtube, damals noch ein defizitäres Start-Up-Unternehmen, war für Google zu diesem Zeitpunkt der teuerste Kauf in der achtjährigen Firmengeschichte.

  • Platz 8

    2014 überrasche Facebook Branchenkenner mit dem Kauf von von Oculus VR. Zwei Milliarden US-Dollar zahlte Facebook für den Hersteller von VR-Brillen, die speziell für PC-Spiele ausgelegt sind. Mit dem Unternehmen hat Mark Zuckerberg großes vor. „Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform überhaupt zu werden“, sagte er anlässlich der Übernahme.

  • Platz 7

    Nur ein Jahr nach der Youtube-Übernahme kaufte Google für sage und schreibe 3,1 Milliarden US—Dollar den Anzeigenriesen Doubleclick. Auch Microsoft, AOL und Yahoo waren interessiert, hatten allerdings das Nachsehen. Schon vor dem Zukauf hatte Google die führende Stellung im Geschäft mit der Internet-Werbung inne. Mit der Übernahme konnte Google diese Position noch weiter ausbauen.

  • Platz 6

    Ähnlich viel wie für Doubleclick zahlte Google für den Kauf Nest Labs: 3,2 Milliarden US-Dollar. Die Firma, die smarte Thermostate und Rauchmelder herstellt hat für Google ein ganz besonderes Potenzial: Sie ermöglicht Google das Sammeln von Daten in der analogen Welt.

  • Platz 5

    Nur einen Monat, nachdem Google Microsoft Doubleclick vor der Nase weg kaufte, legte Microsoft 2007 nach und kaufte für 6,3 Milliarden US-Dollar Aquantive – einen Wettbewerber Doubleclick. Für Microsoft war das bis dato der größte Zukauf der Firmengeschichte. Letztendlich war es ein Flop für Microsoft.

  • Platz 4

    Im Jahr 2013 kaufte Microsoft für 5,4 Milliarden US-Dollar die Handysparte von Nokia. Bereits seit 2011 hatten beide Unternehmen zusammengearbeitet – Nokia war der wichtigste Hersteller für Smartphone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone.

  • Platz 3

    2011 tätigte Microsoft den bis dato teuersten Kauf seiner Firmengeschichte: Für 8,5 Milliarden US-Dollar übernahm Microsoft den Online-Telefondienst Skype. Rentiert hat sich das bis heute nicht. Skype fehlt es an zahlenden Kunden.

  • Platz 2

    Im August 2011 kündigte Google an, den Mobilfunk-Pionier Motorola Mobility zu übernehmen. Insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar zahlte Google dafür. Interessant seien für Google nach eigenen Angaben vor allem das 17.000 Eintragungen umfassende Patentportfolio Motorolas gewesen. Die Liasion hielt nicht lange. 2014 verkaufte Google das Unternehmen für knapp drei Milliarden US-Dollar an Lenovo.

  • Platz 1

    Im Februar 2014 kündigte Facebook an, den Messanger-Dienst Whatsapp zu übernehmen. Der damalige Kaufpreis: 19 Milliarden US-Dollar. Facebook hat Whatsapp wegen des schnell Nutzerzuwachs übernommen. Mittlerweile hat Whatsapp 700 Millionen Nutzer weltweit.

In der Branche herrscht Hochzeitsfieber: In der vergangenen Woche hatte der in Singapur beheimatete Halbleiterhersteller Avago Technologies den Kauf des US-Spezialisten für Drahtlos-Chips Broadcom für 37 Milliarden Dollar angekündigt - den bisher größten Deal in der Branche.

In den Intel-Fabriken wurden bereits einige Altera-Chips gefertigt. Die Stärke des Altera-Prinzips ist, dass die Chip von den Kunden nachträglich für spezielle Aufgaben angepasst werden können, indem sie einzelne Schaltkreise aktivieren. Intel ist zwar der klare Marktführer bei Prozessoren für Server in Rechenzentren, aber auch andere Anbieter drängen ins Geschäft - etwa der Chipdesigner ARM, der mit seiner stromsparenden Technologie bei Smartphones und Tablets dominiert.

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