Computerbauer: Der alternativlose Michael Dell

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KommentarComputerbauer: Der alternativlose Michael Dell

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Im Kampf gegen Tablets und Smartphones ziehen immer mehr Computerhersteller den Kürzeren - so hat auch das Unternehmen von Michael Dell sinkende Verkaufszahlen zu verzeichnen.

von Michael Kroker

Die jüngsten Quartalszahlen unterstreichen, warum Michael Dell sein Unternehmen zurückkaufen will. Der IT-Riese kämpft mit rückläufigem Geschäft – und hat keine Antwort auf die Herausforderungen der Nach-PC-Ära.

Wenn es einer neuerlichen Begründung dafür bedurft hätte, warum Michael Dell beabsichtig, den von ihm gegründeten und geleiteten Computerhersteller Dell von der Börse zu nehmen – Dienstagabend nach US-Börsenschluss hat er sie in Form seiner jüngsten Quartalszahlen selber geliefert.

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So hat der amerikanische IT-Riese im Ende Dezember abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2012 einen Umsatz von 14,3 Milliarden Dollar eingefahren, ein Minus um stolze elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Nettogewinn ging es gar um fast ein Drittel auf nunmehr 530 Millionen Dollar in den Keller. Auf Jahressicht sieht es ähnlich düster aus: Umsatz 56,9 Milliarden Dollar (minus 8 Prozent), Gewinn 2,4 Milliarden Dollar (minus 30 Prozent).

Geschäftsentwicklung von Dell

  • Umsatzentwicklung

    Stagnierende Umsätze

    Geschäftsjahr* / Umsatz 

    2007 57,4 Mrd. Dollar

    2008 61,1 Mrd. Dollar

    2009 61,1 Mrd. Dollar

    2010 52,9 Mrd. Dollar

    2011 61,4 Mrd. Dollar

    2012 62,0 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers; * jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

  • Umsatzmix

    Starke Abhängigkeit von Hardware

    Umsatzmix Dell

    PC und Laptops: 2007: 61% / 2012: 54%
    Server und Speicher: 2007: 14% / 2012: 16%
    Software und Zubehör: 2007: 16% / 2012: 17%
    Dienstleistungen : 2007: 9% / 2012: 13%

  • Gewinnentwicklung

    Solide Gewinne

    Geschäftsjahr* / Gewinn

    2007   2,6 Mrd. Dollar

    2008   2,9 Mrd. Dollar

    2009   2,4 Mrd. Dollar

    2010   1,4 Mrd. Dollar

    2011   2,6 Mrd. Dollar

    2012  3,4 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers; * jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

  • Börsenwert

    Gefallener Börsenstar

    Geschäftsjahr / Börsenwert**

    2007 42,5 Mrd. Dollar

    2008 17,5 Mrd. Dollar

    2009 24,5 Mrd. Dollar

    2010 23,2 Mrd. Dollar

    2011 25,0 Mrd. Dollar

    2012 17,6 Mrd. Dollar

    Quelle: Hoovers, **jeweils letzter Handelstag im Jahr, jeweils fürs Ende Februar endende Geschäftsjahr

Dennoch lässt Dell-Finanzchef Brian Gladden in bester Politbüro-Manier zitieren, das Unternehmen habe im vierten Quartal weiter seine Langfriststrategie abgearbeitet und im Übrigen einen „6-prozentigen Anstieg in unserem Enterprise- und Dienstleistungs-Geschäft“ realisiert.

So weit, so schlecht: Denn um welche Strategie es sich dabei genau handelt – außer eben dem De-Listing, um dadurch Ruhe vor ständig nölenden Aktionären zu erhalten, dazu haben sich weder Gladden noch Dell geäußert.

Im Kampf gegen rückläufige Verkäufe

Seit Jahren kämpft die Riege der IT-Hersteller, allen voran Dell und sein US-Rivale Hewlett-Packard (HP), gegen rückläufige Verkäufe im Kerngeschäft mit PCs, weil viele Verbraucher, aber zunehmend auch Unternehmenskunden, stattdessen lieber zu Smartphones und Tablet-Rechnern greifen. Experten wie etwa das US-Marktforschungsunternehmen IDC haben im PC-Geschäft inzwischen einen grundlegenden strukturellen Wandel  ausgemacht.

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Eine Antwort auf die Herausforderungen dieser Nach-PC-Ära haben bis heute weder Dell noch HP gefunden. Vor diesem Hintergrund halten Finanzanalysten den geplanten Rückkauf von Dell durch ein Konsortium um seinen Gründer für einen richtigen Schritt – auch wenn viele den Kaufpreis von umgerechnet 24,4 Milliarden Dollar als zu gering erachten: „Am Ende haben sie aber keine wirklichen Alternativen“, sagt etwa Brian Marshall von der amerikanischen Investmentbank ISI Group.

Einer kann das Gerangel indes bereits gelassen sehen – Michael Dell. Wie die WirtschaftsWoche bereits Anfang Februar in einer großen Geschichte analysiert hat: Dank seiner eigenen unternehmerischen Fehlentscheidungen kann er sein eigenes Unternehmen nun zum Schnäppchenpreis zurückkaufen. Michael Dell gewinnt immer.

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