Computerhersteller: iPad & Co erreichen den Massenmarkt

Computerhersteller: iPad & Co erreichen den Massenmarkt

, aktualisiert 15. Dezember 2011, 17:29 Uhr
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Papst Benedict XVI benutzt ein iPad um die Weihnachtsbeleuchtung einzuschalten.

von Joachim HoferQuelle:Handelsblatt Online

Apple bekommt Konkurrenz für sein iPad. Jetzt gibt es die begehrten Mini-PCs auch bei Aldi. Die Tester sind begeistert. Andere Computerhersteller tun sich schwer auf dem Markt und ziehen ihre Produkte zurück.

MünchenSelbst der Papst mag nicht mehr ohne Tablet-PC sein. Mitte der Woche hat Benedikt XVI. im Vatikan auf den Bildschirm seines iPads gedrückt und damit eine riesige Weihnachtsinstallation in Umbrien zum Leuchten gebracht.

Tausende Menschen in Deutschland werden in den nächsten Tagen vermutlich ebenso verzückt wie das Oberhaupt der Katholiken mit den Fingern über das berührungsempfindliche Display ihres Tablet-PCs fahren. Denn seit gestern gibt es mit dem „Liftetab“ von Medion zum ersten Mal ein solches Gerät auch beim Discounter Aldi.

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In ersten Tests hat der Mini-Computer des Hauslieferanten von Aldi hervorragend abgeschnitten. Die Experten loben vor allem das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein „Lifetab“ kostet 399 Euro und ist damit 80 Euro günstiger als die billigste iPad-Variante von Apple.

Was die technische Ausstattung angeht, muss sich der Medion-Rechner trotzdem nicht verstecken. Für weniger Geld gibt es hier deutlich mehr Speicherplatz. Das „Lifetab“ läuft mit Googles Betriebssystem Android und wird von einem Zweikernprozessor des Chipspezialisten Nvidia angetrieben.

Noch dominiert Apple das Geschäft mit den Tablets fast nach Belieben. Zwei von drei weltweit verkauften Geräten tragen das Apfel-Logo. Doch die Konkurrenz nimmt zu. Ärgster Widersacher der Kalifornier ist dabei kein klassischer IT-Konzern, sondern das Internetkaufhaus Amazon mit dem „Kindle Fire“. Das US-Unternehmen ist erst kürzlich in das Geschäft eingestiegen, wird den Marktforschern von IHS iSuppli zufolge im Weihnachtsgeschäft aber schon fast vier Millionen Stück verkaufen. Damit kommt der Online-Händler aus dem Stand heraus auf einen Marktanteil von knapp 14 Prozent.


Computerhersteller tun sich schwer auf dem Markt

Apple hat im dritten Quartal gut elf Millionen iPads abgesetzt und wird zwischen Oktober und Ende Dezember vermutlich auf mehr als 18 Millionen Apparate kommen. Der „Kindle Fire“ kostet in den USA 199 Dollar und damit nicht einmal die Hälfte dessen, was die Käufer für einen iPad hinlegen müssen.

Computerbauer und Handyhersteller hingegen tun sich bislang schwer, Apple mit eigenen Tablets anzugreifen. Der PC-Produzent Dell hat Anfang der Woche mitgeteilt, dass sein Tablet-Modell „Streak“ auf dem Heimatmarkt USA künftig nicht mehr angeboten wird. Die Texaner hatten das Gerät im Januar vorgestellt, doch das Interesse der Kunden war gering. Schon im Sommer musste PC-Weltmarktführer Hewlett-Packard den Rückzug mit seinen neuen Tablets antreten.

Blackberry-Produzent RIM hat im dritten Quartal gerade einmal 150.000 Stück seines sogenannten „Playbooks“ an den Mann gebracht, viel weniger als ursprünglich geplant. Die Kanadier müssen jetzt fast 500 Millionen Dollar abschreiben, weil sie die Rechner nur zu deutlich niedrigeren Preisen als bisher loswerden.

Das „Lifetab“ allerdings wird sich gut verkaufen, daran zweifelt in der Computerbranche niemand. Das liegt allerdings auch am ganz speziellen Geschäftsmodell, das Aldi und Medion seit Jahren praktizieren: Die Rechner des Essener Elektronikkonzerns gibt es in den Supermärkten immer nur für kurze Zeit. Dabei sind die Geräte stets günstig und gut ausgestattet. Das lockt die Käufer regelmäßig in Scharen in die Läden.

Seit diesem Sommer gehört Medion mehrheitlich Lenovo. Die Chinesen sind der zweitgrößte PC-Hersteller der Welt. Auch Lenovo tut sich bislang schwer, den iPads von Apple etwas entgegenzusetzen.

Doch an den Tablets kommt auf Dauer kein Anbieter vorbei, denn der Markt wächst rasend schnell. Treffen die Vorhersagen der Experten von IHS iSuppli zu, dann werden im Jahr 2015 fast 290 Millionen Geräte verkauft. Zum Vergleich: Dieses Jahr werden es 65 Millionen sein.


Quelle:  Handelsblatt Online
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