Correctiv: Soros spendet für Kampf gegen Fake-News

Correctiv: Soros spendet für Kampf gegen Fake-News

, aktualisiert 04. April 2017, 11:06 Uhr
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Der Milliardär unterstützt in Deutschland den Kampf gegen Fake-News.

von Johannes StegerQuelle:Handelsblatt Online

Das Recherchenetzwerk Correctiv kann sich über eine großzügige Finanzspritze freuen: Die Stiftung von George Soros spendet mehr als 100.000 Euro an die Journalisten. Damit sollen diese Fake-News im Netz bekämpfen.

DüsseldorfEs ist eine großzügige Spende im Dienste der Wahrheitsfindung: Die Stiftung „Open Society Foundation“ von Milliardär George Soros spendet über 100.000 Euro an das deutsche Recherchebüro Correctiv, meldet der Branchendienst „Turi2“. Damit sollen die Journalisten gegen Mythen, Märchen und verdrehte Fakten im Netz vorgehen. Den sogenannten Fake-News geht es an den Kragen.

Mit dem Geld sollen beim Recherchenetzwerk fünf Journalisten bezahlt werden, die im Netz die Falschnachrichten aufspüren. Die Verbindung zwischen Fake-News und Correctiv ist nicht neu. Mitte Januar hatte Correctiv-Leiter David Schraven bekannt gegeben, in Kooperation mit Facebook Fake-News auf dem sozialen Netzwerk aufzuspüren und nach einer Prüfung als solche zu kennzeichnen. Ähnlich verfährt Facebook mit Medienpartnerschaften zum Beispiel bereits in den Vereinigten Staaten oder Frankreich.

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Für die Zusammenarbeit musste sich das Recherchenetzwerk allerhand Kritik anhören: Es reichte von Vorwürfen der Zensur bis hin zum Unverständnis darüber, warum der Milliardenkonzern Facebook Journalisten unentgeltlich beschäftigt. David Schraven rechtfertigte das Engagement damals – auch gegenüber dem Handelsblatt: Man sehe, dass Fake-News die demokratische Gesellschaft bedrohen, erklärt Schraven die Motivation der Journalisten. Und da die Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken ihre größte Wirkung entfalten, müsse man dort eingreifen.

Soros unterstützt mit seiner „Open Society Foundation“ die Zivilgesellschaft weltweit, beispielsweise in Osteuropa. Er ist auch an der Aktion „The Giving Pledge“ von Bill Gates und Warren Buffett beteiligt. Darin verpflichten sich Superreiche, mehr als die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Berühmt geworden ist der in Ungarn geborene und bei der dortigen populistischen Regierung mittlerweile in Ungnade gefallene Kämpfer für eine liberale Welt durch seine erfolgreiche Spekulation gegen das britische Pfund in den 1990er Jahren.

Der Faktencheck auf Facebook soll Mitte des Monats starten. Gegenüber „Turi2“ sagte Schraven, dass das Team jedoch nicht nur Meldungen auf Facebook kontrollieren werde. Die Zusammenarbeit zwischen der Soros-Stiftung und Correctiv ist ebenfalls nicht neu: Sie unterstützt bereits ein Projekt des Recherche-Netzwerks.


Kampf gegen Fake-News gewinnt an Stärke

Die Finanzspritze trifft in eine Zeit, in der der Kampf gegen Fake-News an Stärke gewinnt. Erst am Montag war bekannt geworden, dass Unternehmen wie Facebook und Mozilla die „News Integrity Initiative“ des New Yorker Journalistik-Professors Jeff Jarvis mit einer Millionenspende unterstützen. Das globale Konsortium, bestehend aus Stiftungen und akademischen Einrichtungen, soll Medienkompetenz und Vertrauen in journalistische Inhalte weltweit fördern – und damit auch die Forschung über und den Kampf gegen Fake-News vorantreiben.

Wie wichtig dies sei, machte Initiator und Projektleiter Jeff Jarvis im Gespräch mit dem Handelsblatt deutlich: „Fake-News können zu Missinformation, schlechten Entscheidungen, Misstrauen führen – und am Ende vielleicht sogar zu unzivilen Verhalten.“ Und nicht nur Konzerne wie Facebook scheinen ernst zu machen, ebenfalls am Montag kündigte die ARD das Projekt „Faktenfinder“ an, das Falschmeldungen identifizieren und sammeln soll.

Die Auswirkungen von Fake-News sind indes umstrittenen: Während die einen die potentielle Gefahr für die öffentliche Meinung anprangern, warnen andere vor Panikmache. So sagte beispielsweise die Medienpsychologin Astrid Carolus im Handesblatt-Interview: „Nur weil irgendetwas auf Facebook gepostet wird, heißt es noch lange nicht, dass diese Botschaft automatisch eine riesige Reichweite generiert und selbst dann heißt es nicht, dass der Inhalt einfach geglaubt wird.“

Es gebe dramatische Fälle von Fake-News. Aber die seien statistisch gesehen, also im Vergleich zu den Posts und Tweets, die jeden Tag veröffentlicht werden, eher Einzelfälle. Ob gefährliche Einzelfälle oder Massenphänomen: Den Fake-News geht es an den Kragen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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