Datenobergrenze: Drosselt die Telekom

KommentarDatenobergrenze: Drosselt die Telekom

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Ab Mai sollen DSL-Flatrates der Telekom Obergrenzen für das Datenvolumen bekommen.

von Oliver Voß

Durch die geplante Abschaffung von Internetflatrates durch die Deutsche Telekom droht eine gefährliche Wettbewerbsverzerrung. Surfen wird dann so langsam, wie in den Frühzeiten des Internets.

Lange gab es bei Internetanschlüssen nur eine Entwicklung: Schneller, mehr, billiger. Damit ist es nun vorbei, zumindest für Kunden der Deutschen Telekom. Ab Mai wird für neue Kunden die bisherige Flatrate abgeschafft, wie jetzt schon bei Verträgen für Smartphones wird nur noch ein bestimmtes Datenvolumen verkauft. Sobald dieses erschöpft ist, drosselt die Telekom die Übertragungsgeschwindigkeit. Das Surfen wird dann so langsam, wie in den Frühzeiten des Internets - solange man keine Zusatzkapazitäten dazu bucht.

Wirtschaftlich steht diese Entscheidung dem Konzern erst einmal frei. Angesichts des enorm steigenden Datenverkehrs und der Kosten für die dafür notwendigen Leitungsnetze wirkt der Schritt sogar verständlich. Die Telekom sieht es nicht ein, Milliarden in Glasfaserleitungen zu investieren, damit Youtube und Co. das Geld an den Inhalten verdiene, die dadurch transportiert werden. Also beteiligt sie ihre Kunden an den Kosten: Wer mehr surft, muss künftig auch mehr zahlen.

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Wem das nicht passt, der kann zur Konkurrenz wechseln. Allerdings wird bereits darüber spekuliert, ob Vodafone bald nachzieht.

Das eigentliche Problem ist jedoch ein ganz anderes. Denn die Telekom wird ihr eigenes TV-Angebot Entertain bei der Berechnung ausklammern. Was für Kunden auf den ersten Blick positiv scheint ist in Wirklichkeit eine enorme Diskriminierung der Konkurrenz: Wer bereits einige Filme geschaut und sein Volumen so aufgebraucht hat, wird künftig am Monatsende Angebote wie Lovefilm, iTunes, Maxdome, Youtube oder die Livestreams von Fernsehsendern nicht mehr nutzen können - das Telekom-Unterhaltungspaket hingegen schon. Selbst die Mediatheken und Internetangebote der Öffentlich-Rechtlichen, für die mit Verweis auf das Internet gerade die geänderte Haushaltszwangsgebühr eingeführt würde sind dann nicht mehr nutzbar - GEZahlt werden muss freilich trotzdem.

Dies führt zu einer skandalösen Wettbewerbsverzerrung, entsprechend groß ist der Aufschrei im Netz. Denn die Telekom verletzt damit ein Grundprinzip des Internets: Die Gleichbehandlung sämtlicher Daten.

Davon ausgenommen werden können so genannte "Managed Services" erklärt das Unternehmen, so wie auch schon jetzt der Musikdienst Spotify bei entsprechenden Telekom-Mobilfunkverträgen - im Gegensatz zur Konkurrenz wie beispielsweise dem deutschen Simfy.

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