De-Mail: Deutsche Telekom und 1&1 wollen Umsatzbeteiligung von der Deutschen Post

exklusivDe-Mail: Deutsche Telekom und 1&1 wollen Umsatzbeteiligung von der Deutschen Post

Bild vergrößern

Der De-Mail-Service sorgt für Begehrlichkeiten

von Thomas Stölzel

Deutsche Telekom und 1&1 verlangen von der Post eine kräftige Beteiligung am Umsatz mit elektronisch versendeten offiziellen Briefen und Urkunden.

Euphorisch kündigte Deutsche-Post-Chef Frank Appel vor zwei Jahren an: „Wir machen eine sichere Schriftkommunikation im Internet für jedermann möglich – das ist eine Revolution.“ Doch laut dem gerade vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten E-Government-Gesetz dürfen mit Appels E-Postbrief keine amtlichen Schreiben oder Urkunden verschickt werden. Offiziell anerkannt als Alternative zum Papierbrief ist einzig die später gestartete De-Mail – ein Service, den Deutsche Telekom und das Internet-Unternehmen 1&1 vorangetrieben haben. Im Dezember nun zieht die Post zähneknirschend nach, bietet ebenfalls De-Mail an.

Grafik Anzahl der 2011 von der Deutschen Post beförderten Briefe

Klicken Sie auf die Grafik, um eine vergrößerte Ansicht zu erhalten

Telekom und 1&1 wollen sich dann jedoch kräftig an den De-Mail-Umsätzen des gelben Riesen beteiligen lassen. „Sobald die Post wie angekündigt Ende des Jahres ihr De-Mail-Produkt in Betrieb nimmt, werden wir die Konditionen verhandeln“, sagt Jan Oetjen, Chef des Portalgeschäfts von 1&1. „Dies könnte dann, wie in anderen Branchen, auf eine hälftige Teilung der Umsätze hinauslaufen, natürlich abhängig vom jeweiligen Endkundenpreis.“ Auch ein Telekom-Sprecher sagt: „Darüber muss es Gespräche mit der Post geben.“ Der Hintergrund: Brancheninsider gehen davon aus, dass viele Behörden und Unternehmen offizielle und rechtsverbindliche elektronische Schreiben über die De-Mail der Post verschicken werden, da sie schon im traditionellen Briefgeschäft Kunde der Post sind.

Anzeige

Deutsche Post De-Mail läuft nur schleppend an

Der Briefvorstand der Deutschen Post, Jürgen Gerdes, muss die neue Konkurrenz für seinen E-Postbrief nicht fürchten.

Internetseite e-brief der Deutschen Post AG. Quelle: dapd

Die meisten privaten Empfänger dürften aber die E-Mail-Dienste von Telekom und 1&1 nutzen wie T-Online, Web.de oder GMX. Da bei der De-Mail wie beim Brief nur der Versender zahlt, würde der Löwenanteil der Einnahmen bei der Post landen. Telekom und 1&1 gingen leer aus, obwohl auch ihre Technik benutzt würde. Deshalb fordern sie eine Umsatzbeteiligung. Die Post wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Allein die 1&1-Dienste Web.de und GMX betreiben zurzeit etwa 30 Millionen aktive E-Mail-Konten für deutsche Nutzer. Etwa eine Million hätten sich schon für das kostenlose Zusatzangebot De-Mail registriert, teilt 1&1 mit. In den nächsten Wochen bekommen sie persönlichen Besuch von Identitätsprüfern des Unternehmens iD8, die untersuchen sollen, ob die Angaben der Nutzer stimmen. Die Post hatte zuvor Telekom und 1&1 untersagt, ihr weitverbreitetes Identitätsprüfverfahren Post-Ident für die De-Mail zu nutzen.

Für Post-Chef Frank Appel ist dies trotz massiver Lobbyarbeit und Investitionen von mehreren 100 Millionen Euro keine glückliche Wendung. Hätte sich sein E-Postbrief bei Behörden, Unternehmen und Privathaushalten durchgesetzt, könnte er alle Einnahmen für sich verbuchen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%