Bild: dpaDie Deutsche Telekom prüft einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge ab dem Geschäftsjahr 2013 eine Kürzung ihrer Dividende. Die Zahlung an die Aktionäre könnte bis zu einem Drittel geringer ausfallen. Für die vielfach leidgeprüften Telekom-Aktionäre wäre das ein neuer herber Rückschlag. Schließlich ist die vergleichsweise hohe Dividende ein der wenigen verbliebenen Argumente, das für die einstige Volksaktie spricht. Die traurige Geschichte der Telekom-Aktien begann nämlich schon kurz nach dem Börsengang des einstigen Staatskonzerns.
Bild: dpaDie Geschichte der Volksaktie Telekom
Ron Sommer, damaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, managte den Börsengang der Telekom. Die Aktie startete am 18. November 1996 im Frankfurter Börsenhandel. Zuvor war die „T-Aktie“ nach einer omnipräsenten Werbekampagne für 28,50 DM (14,57 €) vor allem Privatanlegern angeboten worden und erreichte breite Bevölkerungsschichten – was ihr den Beinamen „Volksaktie“ einbrachte. Durch den Börsengang erlöste die Telekom umgerechnet etwa zehn Milliarden Euro. Später folgten noch eine zweite und dritte Tranche (28. Juni 1999, Stückpreis 39,50 €, Erlös 10,88 Mrd. € und 19. Juni 2000, Stückpreis 63,50 €, Erlös 15 Mrd. €). Insgesamt sammelte die Telekom durch die Aktienemissionen also mehr als 35 Milliarden Euro von Anlegern ein.
Bild: APDie Strategie von Telekom-Chef Ron Sommer fußte auf der Aufspaltung des riesigen ehemaligen Staatskonzerns in vier Geschäftsfelder (T-Com, T-Mobile, T-Online und T-Systems). Ursprünglich sollte jede einzelne Gesellschaft an die Börse gehen. Letztlich gelang dies nur bei der Internet-Tochter T-Online, die ab dem 17. April 2000 an der Börse debütierte. Ausgegeben wurden die Aktien zum Stückpreis von 27 Euro, die Telekom nahm so 2,7 Milliarden Euro ein.
Bild: ReutersIm Sommer 2000 ersteigerte die Mobilfunktochter T-Mobile UMTS-Lizenzen für einen Preis von umgerechnet 8,5 Milliarden Euro, die sich lange Jahre mangels entsprechender Kundennachfrage und Schwierigkeiten in der technischen Umsetzung als relativ nutzlos erwiesen.

Der Kurs der Telekom-Aktie von 2000 bis Anfang 2012
Die T-Aktie war natürlich sofort ein Schwergewicht im Dax. Aber nur in den ersten Monaten entwickelte sich die Volksaktie besser als der deutsche Aktienindex, der bis 2002 ebenfalls in Folge der Dotcom- und Börsenkrise massiv verlor.
Dax-Kursindex = reine Kursperformance des Dax, ohne Dividenden, logarithmische Darstellung, indexiert, Quelle: Bloomberg
Bild: APIm Mai 2001 kaufte die Telekom die US- Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für umgerechnet mehr als 39 Milliarden Euro einschließlich der übernommenen Schulden – was heftige Kritik an Konzernchef Ron Sommer hervorrief. Erst 2005 galt die mittlerweile in T-Mobile USA umbenannte Mobilfunksparte als rentabel.
Bild: dpaAnfang 2001 führte eine Wertberichtigung von Immobilienwerten um 2,2 Milliarden Euro in der Bilanz für 2000 zu einer Klagewelle von Privataktionären, die sich betrogen fühlten. Aufgedeckt hatte die allzu optimistische Bewertung der Telekom-Immobilien in der Bilanz das Anlegermagazin „Die Telebörse“ aus der Verlagsgruppe Handelsblatt.
Bild: ReutersRon Sommer trat am 16. Juli 2002 vom Amt des Vorstandsvorsitzenden zurück. Die Bundesregierung als Hauptaktionärin hatte den Schweizer nach massiven Verlusten der Volksaktie und wegen der hohen Konzernschulden aus dem Amt gedrängt. Nachfolger wurde Kai-Uwe Ricke. Unter seiner Ägide begann das schmerzhafte Sparen. Zehntausende Telekommitarbeiter wurden entlassen oder in Transfergesellschaften ausgegliedert.
Bild: dpaRicke machte Sommers Strategie der vier Säulen rückgängig und begann damit, die Konzerngeschäftsfelder wieder zusammen zu führen. Die Telekom wollte ihren Kunden wieder alle Dienstleistungen aus einer Hand anbieten. Eine teure Kehrtwende. Nach nicht einmal fünf Jahren kaufte die Telekom die T-Online-Aktien zurück und nahm die Tochter von der Börse.
Bild: APIm November 2005 teilte die Telekom mit, dass in den folgenden drei Jahren erneut 32.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen sollten. Der Bund verkaufte im April 2006 Teile seines Aktienpakets an den Finanzinvestor Blackstone. Im November 2006 erklärte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke seinen Rücktritt.
Die Deutsche Telekom prüft einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge ab dem Geschäftsjahr 2013 eine Kürzung ihrer Dividende. Die Zahlung an die Aktionäre könnte bis zu einem Drittel geringer ausfallen. Für die vielfach leidgeprüften Telekom-Aktionäre wäre das ein neuer herber Rückschlag. Schließlich ist die vergleichsweise hohe Dividende ein der wenigen verbliebenen Argumente, das für die einstige Volksaktie spricht. Die traurige Geschichte der Telekom-Aktien begann nämlich schon kurz nach dem Börsengang des einstigen Staatskonzerns.
FrankfurtEs könnte die Lösung für die Dauerbaustelle von Telekom-Chef René Obermann sein: Der Konzern befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Zusammenschluss seiner US-Mobilfunktochter T-Mobile USA mit dem US-Mobilfunkkonzern MetroPCS. Das teilte die Telekom am Dienstag mit und bestätigte damit Informationen aus Kreisen, während von MetroPCS zunächst keine Stellungnahme zu erhalten war.
An der neuen Gesellschaft solle die Telekom die Mehrheit halten. „Die Gespräche stehen in einem Stadium, in dem wesentliche Fragestellungen noch nicht abschließend geklärt, die Verträge noch nicht unterzeichnet sind und das Zustandekommen der Transaktion noch ungewiss ist“, hieß es in der Mitteilung. Die notwendigen Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat der Telekom fehlten noch.
Metro PCS ist mit neun Millionen Kunden der fünftgrößte Mobilfunkanbieter in den USA, T-Mobile USA mit 33 Millionen Nutzern die Nummer vier. "Ein Deal steht kurz bevor" sagte einer der Insider am späten Nachmittag. Einem zweiten Insider zufolge ist noch am Dienstag eine Mitteilung der Unternehmen möglich. Eine weitere Person sagte, es werde eine Pressekonferenz für Mittwoch vorbereitet.
Die Telekom kämpft in den USA schon längerem mit Gegenwind und wollte T-Mobile USA 2011 eigentlich für 39 Milliarden Dollar an den Telekomriesen AT&T verkaufen. Allerdings stoppten die US-Wettbewerbsbehörden die Transaktion.
In der Hoffnung auf eine Lösung für das Sorgenkind in Übersee haben Anleger zu Aktien des Konzerns gegriffen. Die Titel legten am Dienstagnachmittag um bis zu 4,4 Prozent auf 10,04 Euro zu, verringerten ihr Plus später aber auf 1,5 Prozent. Die Papiere von MetroPCS legten in New York um 19 Prozent auf 13,73 Dollar zu.
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