Deutsche Telekom: Die schräge Bilanz

KommentarDeutsche Telekom: Die schräge Bilanz

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Das Logo der Deutschen Telekom in Bonn auf dem Dach der Zentrale der Deutschen Telekom.

von Jürgen Berke

Die Quartalszahlen beweisen: Kundenwachstum melden nur die Telekom-Konzerne, die erfolgreiche Discounter auf ihrem Mobilfunknetz als Untermieter zulassen.

Jetzt hat also auch die Deutsche Telekom ihre Halbjahres-Bilanz vorgelegt. Alle großen Telekom-Konzerne haben damit ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Auf dem ersten Blick zeigt sich: Im besonders spannenden deutschen Mobilfunkmarkt liefert sich die Deutsche Telekom ein Kopf-an-Rennen mit dem inzwischen fusionierten Telefónica-/E-Plus-Konzern. Telefónica konnte seit Jahresbeginn 492.000 Mobilfunkkunden dazugewinnen und die Kundenbasis auf 42,6 Millionen aktive Sim-Karten steigern. Die Telekom folgt knapp dahinter mit einem Plus von 476.000 Mobilfunkkunden und steht mit einer Kundenbasis von 39,4 Millionen aktiven Sim-Karten kurz davor, ebenfalls die Schallmauer von 40 Millionen Kunden zu knacken. Vodafone ist mit einem Verlust von 1,2 Millionen Kunden der große Verlierer des ersten Halbjahres 2015. Weit abgeschlagen kämpft der ehemalige Marktführer mit nur noch 30,3 Millionen Sim-Karten dagegen an, unter die Schwelle von 30 Millionen Kunden zu fallen.

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Die zehn umsatzstärksten Telekomkonzerne der Welt

  • AT&T (USA)

    AT&T (USA)
    Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T Inc. war aufgrund seiner Monopolstellung in den USA und Kanada lange Zeit die größte Telefongesellschaft und Kabelfernsehbetreiber der Welt.
    Umsatz: 100 Mrd. Dollar

    Umsatz 2014, Werte gerundet; Quelle: Bloomberg

  • Verizon (USA)

    Verizon (USA)
    Das US-amerikanisches Telekommunikationsunternehmen Verizon Communications mit Hauptsitz in New York landet mit 96 Milliarden Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2014 auf Platz 2.
    Umsatz: 96 Mrd. Dollar

  • NTT (Japan)

    NTT (Japan)
    Die Nippon Telegraph and Telefone Corporation (NTT) ist in Japan der Marktführer unter den Telekommunikationsunternehmen. Mit 81 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014 ist das Unternehmen der drittumsatzstärkste Telekommunikationskonzern der Welt.
    Umsatz: 81 Mrd. Dollar

  • China Mobile (China)

    China Mobile (China)
    Nach Kundenzahl ist China Mobile Ltd. ist mit mehr als 815 Millionen Kunden (Stand: erstes Quartal 2015, eigene Angaben) der weltweit größte Mobilfunkanbieter der Welt. Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete das chinesische Unternehmen rund 79 Milliarden Dollar und landet damit auf Platz 4.
    Umsatz: 79 Mrd. Dollar

  • Deutsche Telekom (Deutschland)

    Deutsche Telekom (Deutschland)
    Die Deutsche Telekom AG ist eines der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen. Mit über 150,5 Millionen Kunden (Stand: 2014, eigene Angaben) ist der Mobilfunk der größte Unternehmensbereich. Außerhalb Deutschlands bietet der Konzern Mobilfunkdienste in den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Griechenland, Rumänien und Polen an.
    Umsatz: 63 Mrd. Dollar

  • Telefónica (Spanien)

    Telefónica (Spanien)
    Das global agierende Telekommunikationsunternehmen Telefónica S.A. ist vorwiegend in Europa und Lateinamerika tätig, wo der Konzern vorwiegend unter der Marke Movistar auftritt. In Europa (außerhalb Spaniens) agiert Telefónica vor allem als O2. Auf dem spanischen Heimatmarkt und in Lateinamerika ist der Konzern Marktführer.
    Umsatz: 50 Mrd. Dollar

  • Softbank

    Softbank
    Die Softbank K.K. ist ein führender japanischer Telekommunikations- und Medienkonzern. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich Telekommunikation tätig und verkauft damit einhergehend auch Mobilfunkgeräte und –Zubehör. Zum breiten Portfolio zählen aber auch die Entwicklung und Vermarktung von Online-Spielen, verschiedenen Internetdienstleistungen sowie Breitband-Technologien oder E-Commerce.
    Umsatz: 50 Mrd. Euro

  • Vodafone (Großbritannien)

    Vodafone (Großbritannien)
    Die Vodafone Group (ein Akronym aus voice, data und fone) ist ein international agierendes, britisches Mobilfunkunternehmen mit Hauptsitz in Newbury (Berkshire). Der Konzern ist auf fast allen europäischen Märkten präsent und erzielte einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014.
    Umsatz: 45 Mrd. Dollar

  • América Móvil (Mexiko)

    América Móvil (Mexiko)
    Das mexikanische Unternehmen mit Firmensitz in Mexiko-City ist mit 289 Millionen Kunden (Stand: viertes Quartal 2014, eigene Angaben) der größte Mobilfunkanbieter in Lateinamerika. Mit insgesamt 48 Milliarden Dollar Umsatz landet es weltweit auf Platz 8.
    Umsatz: 48 Mrd. Dollar

  • China Telecom

    China Telecom
    China Telecom Corp. Ltd. war einst ein staatseigener Monopolbetrieb und ist heute der größte Telekommunikationsanbieter in China. Mit 40 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2014 landet die China Telecom auf Platz 10.
    Umsatz: 40 Mrd. Euro

Telekom-Chef Timotheus Höttges und Telefónicas Deutschland-Chef Thorsten Dirks jubeln über den bisher so erfolgreichen Verlauf des Geschäftsjahres 2015. Doch eigentlich gibt es dafür keinen Grund. Wer sich die Zahlen genauer anguckt, der entdeckt einen gefährlichen Trend. Mehr als drei Viertel des Netto-Neukundenzuwachses geht bei Telefónica auf das Konto des Neulings Drillisch, der mit mehreren Discount-Marken und der neuen Filialkette „Yourfone“ als vierter (virtueller) deutscher Mobilfunkbetreiber zur Aufholjagd bläst und mit einem Nettozuwachs von knapp 400.000 Kunden durchaus beachtliche Anfangserfolge vorweisen kann. Nur weil Drillisch der größte Untermieter des Telefónica-Netzes ist, werden seine Kunden auch als Telefónica-Kunden gezählt. Aus eigener Kraft hat Telefónica damit weniger als 100.000 Neukunden im ersten Halbjahr gewonnen.

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Die heute vorgelegte Telekom-Bilanz zeigt in die gleiche Richtung. Zu den „sehr starken Zahlen“ (Höttges) gehört auch das überdurchschnittliche Plus von 408.000 Vertragskunden im abgelaufenen Quartal. Zu verdanken hat Höttges diesen Zuwachs aber hauptsächlich den Service Providern und virtuellen Mobilfunkbetreibern, die auf seinem Netz aktiv sind. Zum ersten Mal konnten diese Vertriebspartner mit einem Zuwachs von 236.000 Neuverträgen mehr Kunden gewinnen als die Telekom mit ihrem riesigen Filialnetz und ihren omnipräsenten Werbekampagnen. Die günstigen Flatrates von Discountern wie klarmobil, ja! mobil, penny mobil und congstar locken mehr Kunden an als die teureren Original-Tarife der Deutschen Telekom. Die Zeit, dass die Discounter lediglich einen kleinen Nischenmarkt besonders preissensibler Kunden besetzten, ist offenbar vorbei.

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