Deutsche Telekom: Europa bereitet Telekom-Chef Höttges Sorgen

KommentarDeutsche Telekom: Europa bereitet Telekom-Chef Höttges Sorgen

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Telekom-Chef Höttges kann erste Erfolge vorweisen, die seine Vorgänger vorbereitet haben

von Jürgen Berke

Die erste Halbjahresbilanz des neuen Vorstandschefs Timotheus Höttges gibt einen ersten Warnausschuss ab. Ohne das florierende US-Geschäft würde die Deutsche Telekom schrumpfen.

So leicht und bequem konnte noch kein Vorstandsvorsitzender bei der Deutschen Telekom durchstarten. Ein gutes halbes Jahr steht Timotheus Höttges jetzt an der Spitze. All die Aufräumarbeiten, die seine Vorgänger Kai-Uwe Ricke und René Obermann als Feuerwehrmänner in ihren ersten Monaten anschieben mussten, bleiben ihm erspart. „Erntezeit“ – unter diese Überschrift stellt Höttges selber die heute vorgestellten Halbjahreszahlen.

Indirekt gibt er damit zu, dass er die Früchte von den Feldern erntet, die seine Vorgänger angelegt haben. Wäre Höttges in den vergangenen zehn Jahren nicht selber an vorderster Front in unterschiedlichen Vorstandspositionen aktiv beim Ausarbeiten der Strategie und ihrer operativen Umsetzung dabei gewesen, könnte man ihm vorwerfen, dass er sich in ein gemachtes Bett gelegt hat.

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Die Telekom verliert in Südost-Europa

Insofern ist die Deutsche Telekom auf dem Weg zu einem ganz normalen Unternehmen, das auch Rückschläge wegstecken kann. Natürlich ist es eine empfindliche Schlappe, dass der Verkauf von T-Mobile USA an den Konkurrenten Sprint nun doch geplatzt ist. Auf den einkalkulierten Verkaufserlös von mehr als 20 Milliarden Dollar muss Höttges nun im laufenden Geschäftsjahr verzichten.

Doch wirft das die Telekom wirklich zurück? Eigentlich Nein. Das operative Geschäft läuft inzwischen insbesondere in den USA so gut, dass die Telekom zu keinem Notverkauf gezwungen ist. Höttges kann auf neue Angebote warten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie auf seinen Tisch flattern.

Grundsätzlich stellt sich allerdings eine ganz andere Frage: Ist es wirklich so schlau, sich bei der Expansion ins Ausland allein auf Europa zu fokussieren? In Deutschland laufen die Geschäfte zwar blendend. Hierzulande geht die Strategie des „bekennenden Netzinvestors“ Höttges auf, mit der besten Infrastruktur zusätzliche Kunden zu gewinnen. Im Mobilfunk vergrößerte sich der Vorsprung gegenüber den Konkurrenten Vodafone, E-Plus und O2. Und selbst im Festnetz – etwa bei der Vermarktung von schnellen VDSL-Anschlüssen - kann die Telekom erste Erfolge vorweisen. Mehr Kunden als früher buchen auch noch das TV-Produkt Entertain dazu.

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Doch im europäischen Ausland zieht diese Strategie noch lange nicht. Die Töchter im Südosten Europas operieren mit zum Teil ungewöhnlich hohen Umsatzeinbußen. Wer wie Höttges seine Expansionsstrategie allein auf Europa ausrichtet, sollte hier bessere Kennziffern vorlegen. Gegenüber dem Vorjahr meldet die Telekom hier einen Umsatzverlust von rund fünf Prozent. 500.000 Mobilfunkkunden gingen allein im ersten Halbjahr verloren.

Eine Telekom ohne das florierende US-Geschäft hätte im ersten Halbjahr ein Umsatzminus von knapp einer Milliarde Euro ausgewiesen. Für Höttges, der mit dem Plan angetreten ist, die Telekom zum größten und wertvollsten europäischen Telekom-Konzern auszubauen, ist Schrumpfen kein erstrebenswertes Geschäftsziel. Die Auslandstöchter in Europa wieder auf Wachstumskurs zu trimmen, ist Höttges nächste große Aufgabe.

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