Deutsche Telekom: Interner Ärger über hohen Bonus für Obermann

exklusivDeutsche Telekom: Interner Ärger über hohen Bonus für Obermann

von Jürgen Berke

Die hohe Erfolgsprämie für Telekom-Chef René Obermann sorgt intern für Unmut - vor allem da der Konzern seine Ziele verfehlt hat. Und auch für die Zukunft drohen der Telekom Verluste.

Der hohe Bonus von rund 1,5 Millionen Euro, den Telekom-Chef René Obermann trotz schwacher Ergebnisse im Geschäftsjahr 2011 als Erfolgsprämie erhalten hat, sorgt für erhebliche Unruhe in der Belegschaft. Im Intranet des Konzerns war die Bonusfrage im April das stärkste Thema. Nach Informationen der WirtschaftsWoche ist in einem Intranet-Forum des Konzerns, in dem Mitarbeiter offen direkt an Obermann schreiben können, eine entsprechende Mail von weit mehr als 1 000 Mitarbeitern zur wichtigsten Frage im Monat April gewählt worden. In der Email hatte sich ein Mitarbeiter verwundert über die hohe Bonuszahlung geäußert.

„Wenn es nicht recht läuft im Unternehmen und sich der Chef trotzdem einen Millionenbonus zahlen lässt und zugleich den Mitarbeitern ein verfehltes Finanzziel angelastet und Geld gekürzt wird, dann charakterisiert das Maßlosigkeit und Gier“, heißt es in der Email, die in der Frage an Obermann gipfelt: „Wie also erklären Sie den Bonus im Vergleich zum miserablen Abschneiden der Deutschen Telekom?“ Die Antwort Obermanns steht noch aus und wird in den nächsten Tagen erwartet.

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Telekom verfehlt Ziele

Obermanns Millionenbonus stößt auch deshalb auf Kritik, weil die Telekom im vergangenen Geschäftsjahr viele selbstgesteckt Ziele verfehlt hat. Das geht aus internen Zahlen vor, die der WirtschaftsWoche vorliegen. In Deutschland erreichte die Telekom ihre Ziele im Mobilfunk- und Festnetzgeschäft zwar noch zu 98 Prozent. Bei der IT- und Großkundensparte T-Systems lag die ¬Quote nach internen Angaben aber nur bei 91 Prozent. Die ¬Geschäfte in den europäischen Auslandsmärkten landeten abgeschlagen bei 85 Prozent. Lediglich die Konzernzentrale, bei der auch das von Vorstandschef Obermann persönlich gesteuerte ¬US-Geschäft von T-Mobile verbucht wird, konnte ihre Ziele mit 102 Prozent leicht übertreffen – allerdings nur aufgrund der drei Milliarden US-Dollar, die der amerikanische Telekomriese AT&T als Entschädigung für die am Widerstand der US-Behörden gescheiterte Übernahme zahlen musste.

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