Deutsche Telekom: T-Systems und T-Online beschäftigten Scheinselbstständige

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In den Geschäftsbereichen T-Systems und T-Online hat die Telekom jahrelang mehrere hundert Scheinselbstständige beschäftigt.

von Jürgen Berke

Die Telekom hat in ihren Geschäftsbereichen T-Systems und T-Online jahrelang Scheinselbstständige beschäftigt. Eine Exklusivmeldung.

Die Deutsche Telekom hat in ihren Geschäftsbereichen T-Systems und T-Online jahrelang mehrere hundert Scheinselbstständige beschäftigt. 2014 und 2015 musste das Unternehmen deshalb mehr als 35 Millionen Euro an die staatlichen Sozialversicherungsträger nachzahlen. Die Telekom bestätigte entsprechende Informationen der Wirtschaftswoche.

Wie das Magazin erfuhr, setzte der zu 32 Prozent in Staatsbesitz befindliche Konzern bei mehreren IT-Projekten der Großkundensparte T-Systems sowie beim Internet-Portal T-Online Freiberufler wie angestellte Mitarbeiter ein und konnte dadurch Personalkosten und Sozialabgaben einsparen.

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Erst die CDU-Politikerin Marion Schick, von 2012 bis 2014 Personalvorstand bei der Telekom, ordnete eine arbeitsrechtliche Überprüfung dieser Beschäftigungsverhältnisse an. Während der Verhandlungen zur Übernahme von T-Online drängte der spätere Käufer, der Werbeflächenanbieter Ströer,  auf eine Bereinigung der Beschäftigungsverhältnisse. Mit den meisten Mitarbeitern einigte sich die Telekom vor dem Verkauf im August außergerichtlich.

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5 Kommentare zu Deutsche Telekom: T-Systems und T-Online beschäftigten Scheinselbstständige

  • Und dies ist selbst dem (damaligen) ehemaligen Personal- & Arbeitsdirektor Thomas Sattelberger - "grüner" Reformer & "Demokratisierer der Arbeitswelt" NICHT aufgefallen??? oder sollte es NICHT bemerkt werden???
    Erst Schick bemerkte es! Peinlich Herr Obermann, peinlich Herr Höttges - wo bleibt die Beachtung des Verhaltenscodexes??? Alles Schall & Rauch - "Wie der Herr, so das Gescherr!"
    Und die ver.di-Betriebsrats-Schlafmützen nicht viel besser - allseits weiterhin "Guten Schlaf!" - auf gesponserten Posten schläft es sich besonders gut!

  • Wie sieht es eigentlich mit der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Managements aus? Die Hinterziehung von Sozialabgaben ist kein Kavaliersdelikt und wird auch nicht durch die Nachzahlung der Abgaben ohne weiteres aus der Welt geschafft. Wäre doch mal eine schöne journalistische Aufgabe hier am Ball zu bleiben.

  • „Zum Teil waren die Scheinselbständigen bis zu zehn Jahre für die Telekom tätig“ „Den Rentenversicherungsträgern, die alle vier Jahre die Betriebe überprüfen, war das offenbar NICHT aufgefallen.“??? „Erst Marion Schick (bis 2014 Personalvorstand…“gefallener Engel“…) ordnete eine arbeitsrechtliche Überprüfung an und informierte den Aufsichtsrat“
    Es liegt also hier sowohl Steuerbetrug als auch Sozialkassenbetrug in beträchtlichen Umfang (Mio.-Beträge) vor! Für einen ähnlichen Fall – Sozialkassenbetrug von nur ca. 46000 € über einen Zeitraum von 2,5 Jahren wurde ein 53jähriger Spediteur 2013 zu einer Geldstrafe von 6300€ verurteilt – man darf gespannt sein wie hoch im Falle der Telekom (35 Mio. Euro…über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren!) die Geldstrafe ausfällt???
    Merkwürdig ist auch, dass den regelmäßigen Rentenversicherungs-Prüfern dies NICHT aufgefallen ist (geschmiert??? Kölner Klüngel ???)-Vernachlässigung der Amtspflichten????
    Auch wäre einmal interessant, bei einer Dimension von 35 Mio. € und bis zu 10 Jahren wie sich der Telekom-Fall einordnet in andere Fälle der DAX-Unternehmen? D.h. der Sozialkassen-und Steuerbetrug geht bis in das Jahr 2004 hinein (Personalvorstand Dr. jur. Klinkhammer; SPD) und war wohl Teil eines kriminellen „Geschäftskonzeptes“?? (organisierte Kriminalität?)
    Die Telekom mit ihren „Heerscharen von Juristen“ wird sich da NICHT herausreden können, dass hier Fahrlässigkeit oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt (Unkenntnis!?) – sondern hier ist doch eher von einem VORSATZ auszugehen! Wo sind die Staatsanwälte die nun tätig werden bzw. tätig wurden ?
    Kontrolliert & prüft jetzt künftig der „Zoll“ die Telekom (da man ich ja nicht mehr auf die RV-Prüfer NICHT mehr verlassen kann???

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