Deutsche Telekom: Vectoring jagt den Stromverbrauch hoch

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Logo der Deutschen Telekom

von Jürgen Berke

Die Deutsche Telekom gefährdet durch den verstärkten Einbau der VDSL-Vectoring-Technik ihre Sparziele beim Energieverbrauch. Eine Exklusivmeldung.

Ein flächendeckender Betrieb des umstrittenen VDSL-Vectoring-Turbos verbraucht nach Informationen der WirtschaftsWoche deutlich mehr Strom als Glasfaserleitungen, die bis ins Gebäude verlegt sind. Das geht aus Berechnungen von Stephan Breide hervor, Professor der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede. Der gesamte Energieverbrauch für den schnelleren Transport der Daten zu den Haushalten koste dann 200 Millionen Euro pro Jahr. „Der Energiebedarf steigt an“, sagte Breide der WirtschaftsWoche.

Für den Mehrverbrauch ist die energieaufwendige Technik in den Verteilerschränken verantwortlich, die die Telekom gerade deutschlandweit auf Bürgersteigen aufstellt. Diese ist notwendig, um die optischen Impulse aus der Glasfaser in elektrische Signale für die Kupferkabel umzuwandeln. Damit die Technik keinen Schaden nimmt, muss sie an heißen Tagen auch noch gekühlt werden. Die Telekom spart Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe, weil sie auf den letzten 100 bis 300 Metern bis zu den Haushalten die alten Kupferkabel weiternutzen kann. Dafür nimmt sie in Kauf, dass der Stromverbrauch stark ansteigt. Jeder Schrank benötigt eine Leistung zwischen 500 und 1000 Watt. Im Vergleich dazu benötigen durchgehende Glasfaserleitungen bis in die Gebäude deutlich weniger Strom.

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Die Internet-Anschlüsse der deutschen Haushalte

  • 63,8% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 50 Megabit pro Sekunde und mehr.

    Stand: Sommer 2014; Quelle: TÜV Rheinland

  • 70,7% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 30 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 78,2% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 16 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 89,0% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 6 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 94,9% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 2 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 96,2% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 1 Megabit pro Sekunde und mehr.

Die Deutsche Telekom musste ihre bereits für Deutschland offiziell veröffentlichten Stromverbrauchszahlen im Geschäftsjahr 2014 nachträglich um 88600 Megawattstunden nach oben korrigieren und machte damit die Erfolge beim Stromsparen seit 2011 mehr als wett. Offizielle Begründung: „Wegen einer fehlerhaften Doppeleingabe.“ So steht es in einer Fußnote der Online-Ausgabe des Nachhaltigkeitsberichtes 2014. Die neue Technik ist auch deshalb umstritten, weil in jedem Ort nur ein Anbieter den Turbo einsetzen kann. Anfang der Woche warnte auch die Monopolkommission davor, dass die Telekom mit Vectoring „neue lokale Monopole“ aufbauen könne.

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2 Kommentare zu Deutsche Telekom: Vectoring jagt den Stromverbrauch hoch

  • Die Telekom-Hochrechnungen für das Jahr 2026 sehen für einen besonders internetaffinen Vier-Personen-Haushalt nur noch einen Maximalbedarf von 208 Megabit pro Sekunde (Download) für einen superschnellen Internetanschluss. Daraus hat die Deutsche Telekom AG für sich abgeleitet & entschieden bis 2026 den Glasfaserausbau NUR punktuell zu betreiben und den Breitbandbedarf vorwiegend über VECTORING & dem traditionellen Zweidrahtnetz abzudecken.
    http://www.wiwo.de/unternehmen/it/internet-telekom-studie-zweifelt-an-glasfasernetzausbau/12332724.html?
    Es ist davon auszugehen, dass dieser Entscheidung Wirtschaftlichkeitsrechnungen zu Grunde lagen !? Wurden bei diesen Telekom-Wirtschaftlichkeitsrechnungen zur Entscheidung pro/con Glasfaser vs. Vectoring auch die wohl starken Stromverbrauchs-Zuwächse bei VECTORING berücksichtigt, oder sind das nun NEUE & bisher unberücksichtigte Aspekte ????

  • Damit wird die Telekom mit ihrem „stromfressenden“ Vectoring mit dem Betrieb des „antiquierten“ Zweidrahtnetzes anstelle eines zügigen & nachhaltigen Breitbandausbaus mit Glasfaser oder Koax für die nächste Dekade wohl zu einem der „besten Kunden der deutschen Stromversorger“. Kein Wunder, hatte doch Tim seine Berufslaufbahn bei VIAG in München (heute nach Fusion mit VEBA zur E.ON gehörend) begonnen. Irgendwie muß man ja der inzwischen notleitenden deutschen Elektrizitätswirtschaft helfen…
    Um allerdings statt dem „stromfressenden“ VECTORING (als Brückentechnologie) einen nachhaltigen Breitbandausbau mit Glasfasern durchzuführen, müßte die Telekom ein mehrfaches ihrer bisherigen jährlichen Investitionsrate (bisher ca. 10 Mrd. Euro) einsetzen – dafür reicht jedoch aktuell „das Geld“ bei der Telekom NICHT aus und es müßte entweder die noch üppige Dividende kräftig gekürzt werden oder die (jetzt schon NICHT niedrige!) Verschuldung mächtig erhöht werden…da meint wohl Tim :“dann wohl doch lieber mit der energieaufwändigen Brückentechnologie VECTORING bis auf weiteres fahren“… ( „wer liest schon den Nachhaltigkeitsbericht“??)…die Telekom in der „Vectoring-Schuldenfalle“…

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