Deutscher Chef: Blackberry droht ein Déjà-vu

Deutscher Chef: Blackberry droht ein Déjà-vu

von Thomas Kuhn

Mit dem Deutschen Thorsten Heins beruft der trudelnde Blackberry-Produzent RIM ausgerechnet einen Manager an die Spitze, der schon den Niedergang der Siemens-Handy-Sparte nicht verhindern konnte .

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Neuer Research-in Motion-Chef: Thorsten Heins soll den Blackberry-Hersteller wieder erfolgreich machen

Es könnte fast so etwas wie ein Déjà-vu sein für Thorsten Heins, den neuen Mann an der Spitze. Denn der Aufstieg des 54-jährigen Ingenieurs bei Research in Motion (RIM) erfolgt fast auf den Tag genau acht Jahre nachdem Heins – damals noch bei Siemens tätig – die Führung der dortigen Handy-Sparte übernahm.

Und während der Handymarkt 2004 in bester Wachstumslaune war, knirschte es bei Siemens' einstmals prosperierender Mobilfunk-Tochter gewaltig. Die deutschen Handy-Ingenieure hatten entscheidende Produkttrends verschlafen und sich mit ihren Telefonen ins Aus manövriert. Im Herbst 2005, besiegelte Clemens Joos – Heins‘ Nachfolger an der Siemens-mobile-Spitze – den Verkauf des trudelnden Geschäfts an den taiwanischen Elektronikkonzern Benq. Heins selbst, von dem alte Weggefährten berichten, ihn habe das Benq-Desaster persönlich schwer getroffen, wechselte 2007 aus dem Bereichsvorstand der Siemens-Kommunikationssparte zu RIM.

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Coolness verloren

Nicht wenige haben den Eindruck, dass der gebürtige Münchner, der an der Universität Hannover graduierte, bei dem kanadischen Kommunikationsspezialisten vor einer kaum weniger verfahrenen Situation steht. Denn auch dieser einstigen Smartphone-Trendsetter hat in den vergangenen zwei Jahren drastisch an Coolness verloren. Lange vorbei die Zeiten, in denen Blackberry-Nutzer ihre E-Mail-Telefone wegen deren Suchtfaktors als „Crack-Berrys“ bezeichneten.

Der Niedergang fällt zu weiten Teilen ausgerechnet in die Zeit, in der Heins als Senior-Vice-President für die Hardware-Entwicklung verantwortlich war. Seit Sommer vergangenen Jahres trägt er, der nebenbei dem Verwaltungsrat der deutsch-kanadischen Industrie- und Handelskammer angehört, zudem als Chief Operating Officer (COO) die Gesamtverantwortung für Produktentwicklung und Vertrieb.

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