Deutsches Forschungsnetz: Unis gegen chinesischen IT-Konzern Huawei

exklusivDeutsches Forschungsnetz: Unis gegen chinesischen IT-Konzern Huawei

Bild vergrößern

Schon in der ersten Runde ausgeschieden: Huawei-Chef Ren Zhengfei

von Jürgen Berke

Bei seinem Vormarsch nach Europa muss der chinesische Netzausrüster Huawei einen schweren Rückschlag wegstecken.

Beim Neubau des Deutschen Forschungsnetzes (DFN), das den Datenaustausch zwischen den größten deutschen Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen von derzeit 10 auf 100 Gigabit pro Sekunde beschleunigen soll, kommen ausschließlich europäische Anbieter zum Einsatz. Huawei, der bisherige Lieferant, soll sogar aufgefordert werden, alle seit 2005 im DFN-Netz eingebauten Komponenten wieder zu entfernen. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Bewerberkreisen.

Aufgrund erhöhter Sicherheitsanforderungen, heißt es dort, sei Huawei schon in der ersten Runde ausgeschieden. Das Ergebnis will der DFN-Vorstand zwar erst in den nächsten Tagen verkünden. Aber fest steht, dass nur ein als vertrauenswürdig eingestufter europäischer Anbieter den Zuschlag erhält. Im Finale stehen Alcatel-Lucent, Nokia Siemens Networks und die Telekom-Tochter T-Systems. Alle drei haben ihre Wurzeln in Europa.

Anzeige

weitere Links zum Artikel

Huawei-Chef Ren Zhengfei verliert damit eines seiner wichtigsten Prestigeprojekte in Deutschland. Rund 10.000 Kilometer Glasfaserleitungen verbinden mehr als 60 Wissenschaftsstandorte, namhafte Einrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft tauschen darüber Forschungsergebnisse aus. Die Bundesregierung warnte mehrmals davor, dass chinesische Geheimdienste durch Hintertüren in den Bauteilen geheime Forschungsvorhaben ausspionieren könnten.

Doch der Betreiber, der DFN-Verein, wischte solche Bedenken bisher beiseite. Die verstärkten Cyber-Attacken aus China haben nun offenbar beim DFN-Verein zu einer Neubewertung der Spionagerisiken geführt. Länder wie die USA und Indien verhängten ein Embargo gegen Huawei bei sicherheitsrelevanten Infrastrukturen.

Huawei weist in einer offiziellen Stellungnahme die Sicherheitsbedenken zurück. „Aufgrund welcher Erkenntnisquellen man zu diesem Entschluss gekommen ist, ist für uns nicht nachvollziehbar“, sagt Deutschland-Chef Lewis Xu. Der DFN-Verein hätte keine Möglichkeit geboten, diesen Anschuldigungen in einem offenen Dialog entgegenzutreten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%