Auf zwei Bildschirmen: Wie sich Second Screens bei der Werbung auszahlen

Auf zwei Bildschirmen: Wie sich Second Screens bei der Werbung auszahlen

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Don Draper und Megan Draper (dargestellt von Jon Hamm und Jessica Pare) in der neuen Staffel der US-Serie "Mad Men", die am Sonntagabend Premiere hatte.

Bei der sechsten Staffel der TV-Serie „Mad Men“ sagten viele Fernseherzuschauer nebenher im Netz ihre Meinung. Die Verknüpfung von TV und Internet kann sich auch für Werbetreibende lohnen.

Die Fernsehserie „Mad Men“ über die Werbeindustrie in den 1960er-Jahren ist am Sonntagabend in den USA in die sechste Staffel gestartet und das Netz kannte kein Halten. Der Hauptcharakter der vielfach ausgezeichneten Serie, Don Draper, fesselt die Zuschauer trotz zahlreicher persönlicher Schwächen. Für den Fernsehsender AMC bleibt die Serie ein ungekannter Erfolg.

In den Stunden um die Ausstrahlung gingen die allein über den Kurznachrichtendienst Twitter versendeten Meldungen mit Begriffen wie „AMC“ oder „Mad Men“ in die Hunderttausende. Ganz ähnlich verhält sich es, wenn in Deutschland die Krimiserie Tatort läuft oder eine Folge von „Wetten, dass..?“

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Verkaufstrend Multi-Channel

  • Hier informieren, dort kaufen

    Immer mehr Menschen kombinieren unterschiedliche Informations- und Kaufkanäle. Einer Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung zufolge informieren sich 65 Prozent der Deutschen bei manchen Einkäufen in Ladengeschäften, kaufen anschließend aber online. Genauso verbreitet ist der umgekehrte Weg. Insgesamt neigen 90 Prozent der Verbraucher zum so genannten Multi-Channelling.

  • Nachholbedarf

    Die Handelsketten in Deutschland haben Nachholbedarf im Onlinegeschäft, wie eine im November veröffentlichte Untersuchung des Handelsforschungsinstituts EHI zeigt. Demnach haben 98 Prozent der 1.000 größten Vertriebslinien zwar einen eigenen Internetauftritt. Allerdings ist weniger als die Hälfte im E-Commerce aktiv.

  • Kaum Online-Handel mit Lebensmittel

    Während rund 53 Prozent der vom EHI Retail Institute untersuchten Non-Food-Händler einen Online-Shop betreiben, ist das nur bei 16 Prozent der Lebensmitteleinzelhändler der Fall.

  • Wachstumstreiber

    Für stationäre Einzelhändler, die schon einen Onlineshop haben, zahlt sich die Investition in der Regel aus. Eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) hat ergeben, dass im Weihnachtsgeschäft 13 Prozent dieser Händler bereits einen Umsatzanteil von mehr als zehn Prozent online erwirtschafteten. Die Hälfte der Befragten realisierte immerhin zwischen einem und zehn Prozent des Umsatzes im Internet.

  • Logistische Herausforderung

    Zusätzliche Vertriebskanäle bedeuten neue Logistikabläufe. Wie eine Untersuchung des EHI Retail Institute zeigt, gehen Hersteller und Händler diese Herausforderung unterschiedlich an: Hersteller neigen dazu, den Online-Handel in bestehende Lagerstandorte zu integrieren. Dagegen bevorzugen Handelsunternehmen mehrheitlich das Outsourcing der E-Commerce-Logistik.

Der klassischen Fernsehabend ist Geschichte: Couch, TV, Chips und ein Kaltgetränk nach Wahl reichen heute nicht mehr aus. Der TV-Konsum wird in aller Regel von weiteren Geräten ergänzt – von Laptop, Smartphone oder Tablet. Verschiedene Bildschirme zur selben Zeit, das ist die Realität, die neue Chancen für den Handel bietet. Mit cleveren Verknüpfungen der Inhalte auf den parallel genutzten Bildschirmen könnten neue Umsatzkanäle erschlossen werden.

Umsatzzahlen steigen während der entsprechenden Werbespots

Die Ideen sind vielfältig, in der Realität aber sieht die Nutzung der sogenannten Second Screen bescheiden aus. „Es wird seit Jahren davon geredet, aber die Umsätze sind noch sehr homöopathisch“, sagt Achim Himmelreich, Partner bei Mücke Sturm Consulting. Dabei ist nachgewiesen, dass viele Nutzer mit dem zweiten Bildschirm Inhalte verfolgen und vertiefen, die im Fernsehen laufen.

Auf den Zusammenhang hingewiesen hat ein Blogger im vergangenen November anhand von häufig aufgerufenen Wikipedia-Beiträgen zur Prime-Time. Mit der richtigen Werbung gelingt Ähnliches auch Unternehmen: Wenn der Online-Versandhändler Zalando einen TV-Spot ausstrahlt, verdreifachen sich die Nutzerzahlen, die via Smartphone und Tablet auf die Internetseite kommen, berichtete Christian Meermann, Chief Marketing Officer bei Zalando, im vergangenen November.

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