E-Government : Digitaler Glanz ist noch kein Gold

E-Government : Digitaler Glanz ist noch kein Gold

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Eine Videoprojektion am Reichstag: Auch die Behörden würden von Onlineservices profitieren.

Quelle:Handelsblatt Online

Auch wenn es in Studien nicht so aussieht: Bürger und Unternehmen wollen eine digitalisierte Verwaltung. Doch es fehlt der große Wurf. Gefragt sind echte Innovationen. Das hat schon Apple eindrucksvoll demonstriert.

März 2030. Es ist Freitagnachmittag. Plant Construct, ein Dresdener Baumaschinenproduzent, hat den Ingenieur Robert S. eingestellt. Nun steht die Anmeldung zur Sozialversicherung (SV) an. Für die Personalsachbearbeiterin ein Vorgang von drei Minuten: Sie wählt das zentrale SV-Portal an und tippt den Namen des Mitarbeiters ein. Die Software ermittelt Krankenkasse sowie Sozialversicherungsnummer und pflegt sämtliche Daten in das integrierte Gehaltsabrechnungsprogramm ein. Zeitgleich erfolgt die Anmeldung bei der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Aus dem E-Government von einst ist im Jahr 2030 ein voll integriertes We-Government geworden.

Noch ist das nur eine Vision - leider. Von integrierten Kundenservices und vollständiger Vernetzung ist das E-Government in Deutschland weit entfernt. Wie "online" eine Kommune ist, wird in erster Linie durch ihre Größe bestimmt. Doch selbst in Ballungsräumen ist nicht alles Gold, was digital glänzt. Das zeigt eine Analyse, die McKinsey bundesweit unter 200 Städten und Gemeinden durchgeführt hat.

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Getestet wurde die Onlineverfügbarkeit von acht Verwaltungsdienstleistungen für Bürger und Unternehmen: das Anmelden eines Wohnsitzes, Gewerbes oder der Hundesteuer, das Beantragen einer Geburtsurkunde oder Baugenehmigung, das virtuelle Fundbüro sowie der Beschwerde- und Terminservice. Kommunen mit mehr als vier dieser Services wurden als Vorreiter klassifiziert, solche mit zwei oder drei als Mittelfeld und diejenigen mit höchstens einem Onlineangebot gelten als Nachzügler.

Nur fünf der 40 untersuchten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern sind Vorreiter: Berlin, Hamburg, Nürnberg, Bonn und Düsseldorf. Wo genau die E-Government-Defizite liegen, zeigt die Analyse der Services: Am weitesten verbreitet ist mit gut 30 Prozent Verfügbarkeit das virtuelle Fundbüro. Dagegen bieten nur 4,5 Prozent der Kommunen ihren Bürgern via Internet die Möglichkeit einer Terminvereinbarung, und nur in einer von 100 Gemeinden lassen sich online Bauanträge stellen.

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