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Innovationen: Wenn das Auto direkt aus dem Computer kommt

von Jürgen Rees

Verkürzte Entwicklungs- und Produktionszeiten, Fehlerkorrektur vorab: In der digitalen Fabrik sollen Autos schneller, fehlerärmer und kostengünstiger auf den Markt kommen.

Die Schlusslichter im Ranking

Die japanische Mazda Motor Corporation konnte sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessern und liegt immer noch auf dem letzten, 16. Platz. Schlechte Werte erreichten zudem die ebenfalls japanischen Autobauer Subaru und Honda. Für Subaru ging es sogar richtig bergab. Gleich fünf Plätze büßte die Marke des Unternehmens Fuji Heavy Industries im Vergleich zum Vorjahr ein und landete auf Platz 15. Ebenfalls fünf Ränge nach unten rasselte Honda. Und das, obwohl der Autobauer gemessen am Börsenwert sogar der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt ist. Trotzdem reichte es nur für Platz 14.

Bild: dapd

Der Legende nach hat Henry Ford, Gründer des Autoherstellers Ford und Verfechter der Fließbandproduktion Anfang des 20. Jahrhunderts gesagt: "Man kann das Ford-Modell T in jeder Farbe bekommen – vorausgesetzt, sie ist schwarz."

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Damit gibt sich natürlich längst kein Autokäufer mehr zufrieden. Der Wunsch nach Individualisierung ist so groß wie nie – verschiedenfarbige Innenausstattungen, Assistenzsysteme, Navigations- und Entertainmentsysteme erhöhen die Vielfalt und gleichzeitig die Komplexität für die Autohersteller. Die stecken in einem Dilemma: Auf der einen Seite wollen sie möglichst vielen Kunden das personalisierte Auto bieten, gleichzeitig muss die Technik möglichst aktuell, die Entwicklung und Fertigung möglichst schnell, preisgünstig und qualitativ hochwertig sein. Und das Ganze soll auch noch möglichst fehlerfrei sein.

Produktion am Computer durchspielen
Wie bringen die Autohersteller all die teilweise widersprechenden Ziele unter einen Hut? Die Digitale Fabrik soll die Antwort sein. Der Begriff „Digitale Fabrik" bezeichnet Planungsansätze, die darauf abzielen, bereits vor dem Aufbau einer Fabrik oder eines Produktionssystems ein möglichst realistisches Abbild des zukünftigen Produktionsablaufes im Computer zu schaffen. Das kann enorm viel Zeit sparen. Während Entwickler das Produkt digital konstruieren, entwerfen Planer schon parallel die Produktionsprozesse – eine reizvolle Idee.

Audi-City Bummeln in der digitalen Auto-Boutique

Die digitale Welt hält auch im klassischen Autohaus Einzug. An die Stelle dieser sollen bei Audi in den Metropolen nun Showrooms locken. Und zwar nicht im Industriegebiet, sondern mitten im Shopping-Getümmel.

Audi-City: Bummeln in der digitalen Auto-Boutique

Die Protagonisten der Digitalen Fabrik schwärmen davon, im virtuellen Raum fehlerfrei zu werden. In der Scheinwelt wollen sie Fehler erkennen, um sie in der Realität vermeiden zu können.
Praktisch alle Autohersteller arbeiten an dem Thema. Der Ingolstädter Autohersteller Audi wollte beispielsweise die Entwicklungs- und Lieferzeit für eine sogenannte Füge- und Schweißstation erheblich verkürzen. Dort werden Motorteile zusammengebaut, bei denen es auf höchste Präzision ankommt: Die Nockenwellenverstellung wird auf die Nockenwelle gefügt, mit Laser verschweißt, gebürstet und geölt. Die stabförmige Nockenwelle dient der Steuerung der Ventile im Motor, über die Luft und Treibstoff dosiert in den Motor und Abgase wieder hinaus gelangen.

Audi wollte die Inbetriebnahme der automatischen Anlage um mehrere Wochen verkürzen ohne die Qualität des Prozesses zu gefährden. Zusammen mit dem Maschinenbauspezialisten Emag Automation aus Heubach bei Schwäbisch Gmünd und den Software-Spezialisten Heitec aus Erlangen arbeiteten Ingenieure und Informatiker daran. Sie wussten schnell, wo einer der Knackpunkte lag: „Vor allem die Inbetriebnahme als Test für die Softwarequalität muss erheblich verkürzt, besser früher begonnen werden,“ sagt Roman Pieloth von Heitec.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.02.2013, 10:39 UhrRedaktion

    Danke für den Hinweis, wir haben die Bildergalerie korrigiert.

  • 26.02.2013, 01:02 UhrAdelbert

    Aber: Im Prinzip egal. Autos, die ohne Hundertschaften von Arbeitern gebaut werden kauf ich aus Solidaritätsgründen nicht. Und dem Beispiel werden künftig immer mehr Leute folgen, weil die Krise sie zur Vernunft erziehen wird – während der nächsten Dekaden.

    Ich lese die Papierausgabe Ihrer Zeitschrift übrigens auch wöchentlich. Und: Ich kaufe sie beim Trafikanten, weil auch der ein Jöbchen braucht. Die Post zu ihm und nicht zu mir, das ist das Konzept, was auch der Postler Jobs sichert! Der kleine Preisunterschied ist mir, solange ich 'nen Job habe, ganz sicher egal. Verkaufe meine Arbeit ja auch nicht unter Wert. Und dass Sparen alleine nicht funktioniert, das werden noch alle bitter erleben müssen. Ob sie's dann auch verstehen ist allerdings leider eine andere Frage.

  • 26.02.2013, 00:52 UhrAdelbert

    Ach, da is' er ja, der Rechenfehler: "… zwei Plätze abgeben: Während Nissan im Vorjahr noch auf Platz 5 stand, hat es nun nur noch für Platz 8 gereicht. …"

    5+2=8

    In Wien allerdings nicht!

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Bernhard Orth
Thomas Franzl
Bernhard Orth ist leitender Unternehmensberater bei IBM und verantwortet das Beratungsgeschäft für Smarter Commerce. Er berät seit mehr als 25 Jahren Kunden aus den Branchen Handel und Konsumgüterindustrie. Frage stellen
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