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Neue Girokarten: Bezahlen per Funk

von Andreas Menn

Die deutschen Banken statten ihre Girokarten mit Funkchips aus. In Verbindung mit einem Smartphone wird aus der EC-Karte ein mobiles Kassenterminal.

NFC-Chips Quelle: Presse
Modernes Bezahlen: Pilotversuch mit Girocards mit eingebauten Funkchips, sogenannten NFC-Chips. Quelle: Presse

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Girokarten sollten das Leben leichter machen, aber die Wirklichkeit in deutschen Supermärkten sieht anders aus: Karte ins Gerät stecken, Pinnummer eintippen, auf den Beleg warten – das dauert meist eine halbe Minute und länger. Obendrein akzeptieren viele Händler Kartenzahlungen erst ab zehn Euro, denn sie müssen für jede Zahlung acht Cent Mindestgebühr zahlen. Wer für kleine Beträge einkauft, zahlt mit Kleingeld oft am schnellsten.

Pilotversuch mit neuer "Währung"

Doch die Mühe mit Pin-Nummern, Unterschriften und langen Wartezeiten soll bald vorbei sei. Sparkassen, Privatbanken und Genossenschaftsbanken führen in einem großen Pilotversuch Girocards mit eingebauten Funkchips ein, so genannten NFC-Chips, mit denen ein kurzer Schwenk am Kassenterminal ausreicht, um eine Bezahlung abzuwickeln. Kleinbeträge bis zu 20 Euro sind in Sekundenschnelle bezahlt. Logo und Name des neuen Zahlungsverfahrens wollen die Banken kommenden Mittwoch in Frankfurt vorstellen.

Wo das Smartphone beim Einkauf zum Einsatz kommt

Virtueller Supermarkt

Die Schweizer Handelskette Coop betreibt in Zürich den ersten virtuellen Supermarkt. Passanten können im Vorbeigehen auf der bunten Plakatwand das gewünschte Produkt via Smartphone einscannen und bezahlen, und erhalten den Einkauf wenige Stunden später nach Hause geliefert.

Bild: Pressebild

Neue Karten für Sparkassenkunden

Im April sollen dann die ersten Bankkunden im Raum Hannover, Braunschweig und Wolfsburg das neue Zahlverfahren testen, unter anderem in Esso-Tankstellen, den Buchläden von Thalia und den Douglas-Parfümerien. In naher Zukunft soll die Mehrzahl der Deutschen das neue Verfahren bundesweit und flächendeckend nutzen können. „Es laufen Gespräche im Lebensmittelbereich“, heißt es beim deutschen Sparkassen- und Giroverband. Bis Ende des Jahres sollen 16 Millionen Sparkassenkunden die neuen Karten erhalten.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 12.02.2012, 17:41 UhrPaymentguy

    Ein toller Artikel! Aber ich habe ein paar kleine Ungenauigkeiten, die eventuell kriegsentscheidend sein könnten ;)
    Diese 8 Cent Mindestgebühr gilt nur bei girocard Transaktionen, die oft verwendete ELV Methode mit Unterschrift kostet den Händler nichts und geht, je nach Terminal und Verbindung auch manchmal schneller.
    Dass man "überrascht" ist, weils auf der GeldKarte "basiert", wie wahr! xD Denn GeldKarte macht bisher nur 0,15-0,25% der POS Umsätze in deutschen Einzelhandel aus. Also quasi nix.
    Das Kleingeldabo bei der girogo-Karte funktioniert aber nur mit online connection übers girocard netzwerk, damit Betrug entgegengewirkt werden kann. Die Smartphone app zum chargen ist noch in sehr sehr weiter ferne. Vorher kommt eher electronic cash 2.0, also kontaktlose girocard Zahlung.
    Das Samsung Wave als NFC Beispiel? ;) WIe wärs denn mit dem Samsung Galaxy Nexus oder Nexus S, wie sie auch auf dem BIld abgebildet sind. DIe Sparkassenapp gibt jedenfalls bisher nur für Android Devices.
    Und jetzt zum größten Irrtum der deutschen Presseberichterstattung zu m-payments. Um eine Zahlung per PayPass/payWave/girogo erfolgreich zu authorisieren benötigt es KEINE mobilfunkverbindung! Alle notwendigen payment credentials werden lokal aus dem Secure Element per dynamisch ausgehandeltem Key encrypted an den Kartenleser übertragen. Dieser checkt mit einem internen hash die Korrektheit der Daten und dann ist die Zahlung beendet und authorisiert. Dafür wird keine Mobilfunkdatenverbindung benötigt!!
    Dass alle deutschen Bankkunden mit einer girocard fähigen Bankkarte bald zwangsweise eine girogo Karte haben bezweifle ich, denn die Privatbanken machen überhaupt keine Anstalten girogo einzuführen, die setzen schon länger auf PayPass/payWave und deren Debit Pendants Maestro und V pay.
    Aber trotzdem tolls Thema! Bitte weiter berichten!

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Bernhard Orth
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Bernhard Orth ist leitender Unternehmensberater bei IBM und verantwortet das Beratungsgeschäft für Smarter Commerce. Er berät seit mehr als 25 Jahren Kunden aus den Branchen Handel und Konsumgüterindustrie. Frage stellen
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