Pizza Inferno: Die Cyberschlacht der Essens-Portale

Pizza Inferno: Die Cyberschlacht der Essens-Portale

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Fabian Siegel - der Mitgründer von Lieferheld steht seit Wochen unter Beschuss - jetzt legt er sein Amt als CEO nieder.

von Henryk Hielscher

Die Online-Bestelldienste für Pizza & Co. liefern sich eine bizarre Schlammschlacht mit extra-scharfen Zutaten: Klagen, Strafbefehle und Kopfgelder gegen Hacker. Jetzt streckt Lieferheld-Manager Fabian Siegel die Waffen.

Es ist ein Bild aus besseren Tagen: Fabian Siegel posiert auf einem Motorroller mit drei Pizza-Kartons in den Händen. Im Hintergrund verbreitet der Berliner Fernsehturm urbanes Aufbruchsflair – ganz so wie es sich für ein pulsierendes, aufstrebendes Online-Unternehmen geziemt. Siegel gehörte lange Zeit zur Führungsspitze des Essens-Bestellportals Lieferheld.

Dort finden hungrige Großstädter eine Reihe Restaurants, die Pizza, Pasta, Sushi oder Gyros liefern und können über die zentrale Plattform bequem bei ihren  Anbietern aus der Nachbarschaft ordern. Pro vermittelten Auftrag bekommt Lieferheld eine Provision. Das Geschäft gilt als Wachstumsmarkt. Lieferheld ist mittlerweile nicht nur in Deutschland aktiv, sondern agiert unter der Dachmarke Delivery Hero von China und Mexiko bis Australien in insgesamt elf Auslandsmärkten. Umso überraschender liest sich nun eine Pressemitteilung des Unternehmens. Siegel legt sein Amt als CEO nieder, heißt es darin. Co-Chef Niklas Östberg werde künftig alleiniger Helden-Anführer sein.

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Konkrete Gründe für den Abgang werden in der Erklärung nicht genannt. Doch in der Internet-Szene glauben viele zu wissen, was es mit Siegels Rückzug auf sich hat.  Lieferheld steht seit Wochen unter Beschuss. Das Unternehmen soll im Kampf um ein möglichst großes Stück vom Pizzakuchen, die Tischmanieren vernachlässigt haben. In der Branche, in der auch Wettbewerber wie Lieferando und pizza.de mitmischen, galt Lieferheld vor allem in der Startphase als einer der aggressiveren Player. Die Quittung dafür bekamen die Berliner Essensboten kurz vor dem Jahreswechsel, berichtete damals das Online-Portal Deutsche Startups.

Demnach haben die Geschäftsführer von Lieferheld – darunter Siegel - einen Strafbefehl der Berliner Staatsanwaltschaft erhalten und akzeptiert. Dem Bericht zufolge geht es um die unbefugte Verwertung einer Datenbank. Lieferheld hat demnach die Adressen und Kontaktdaten von knapp 1000 Lieferdiensten über eine Software ausgelesen und genutzt. Im Klartext: Die Lieferhelden sollen ganz unheldenhaft Speisekarten ihres Wettbewerbers pizza.de kopiert haben. 

„Der Strafbefehl bezieht sich auf einen Vorwurf aus den ersten drei Wochen unserer Unternehmensgeschichte in 2010 und betraf eine winzigen Teil von tausenden Menüs. Wir haben damals sofort reagiert und aus Fehlern gelernt“, räumte Lieferheld jüngst via Facebook ein.

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