Von wegen Kundenklau: Shoppen im Web und im Geschäft

13. Februar 2013
Macht das Online-Shopping Geschäften die Kunden streitig? Das Gegenteil ist der Fall, zeigt eine aktuelle Studie Quelle: dpaBild vergrößern
Macht das Online-Shopping Geschäften die Kunden streitig? Das Gegenteil ist der Fall, zeigt eine aktuelle Studie Quelle: dpa
von Sandra FöskenQuelle: Mittelstandsmanager.de

Den Einzelhändler beschäftigen derzeit so einige Befürchtungen: Beispielsweise die, dass der Onlinehandel den Geschäften Kunden wegnimmt. Doch die Angst ist unbegründet, wie die Studie „The Retail Revolution“ zeigt.

"Es ist genau das Gegenteil der Fall", sagt Geschäftsführerin Franziska von Lewinski. Die Agenturchefin hat das Einkaufsverhalten von Konsumenten in einer Studie mit dem Titel "The Retail Revolution" untersucht. Ein wesentliches Ergebnis ist: Das Internet hat sich als Verkaufskanal etabliert und die Handelslandschaft massiv verändert. Aber die Käufer nutzen das Internet nur in bestimmten Bereichen als primären Einkaufskanal. Reine Onlinekäufer gibt es nur wenige, vielmehr steigt der Anteil der hybriden Käufer, die sowohl im Geschäft als auch im Internet einkaufen.

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Fünf Thesen: Wie die Welt zum Shopping-Center wird

  • These 1: Wer wartet, ist schon tot

    Ladenbesitzer machen zunehmend mobil und mischen sich per Handy ein in Zeitbudgets und Tagesabläufe ihrer Kunden. Via rasch wachsenden Internet-Rabattdiensten wie „Groupon“ locken sie preissensible Käufer mit Schnäppchenangeboten wieder in die Läden. Besonders ausgeklügelte mobile Dienste stimmen die Lockangebote dabei zeitlich exakt mit schwach frequentierten Öffnungszeiten ab.

  • These 2: Der Laden wird anklickbar

    Produkte und Sortimente im Laden werden mit Zusatzinfos wie z.B. Herkunftshinweisen aus der virtuellen Welt angereichert. Die greifbare Ladenwelt vermischt sich mit digitalen Dienste. Damit einher gehen neue „Augmented Reality“ Anwendungen: Dank der virtuellen Anprobe die von Modeketten wie „Topshop“ getestet wird, könnte das mühsame Umziehen in engen Umkleidekabinen bald überflüssig werden. Wer das Serviceerlebnis für seine Kunden im Laden nicht optimiert, hat ein Problem.

  • These 3: Was digitalisiert werden kann, wird wegdigitalisiert

    Ausgerüstet mit einem 3D-Drucker können Konsumenten bald selber zum „Digital Fabricator“ werden und Gegenstände wie Becher, Socken und Teller selber produzieren und „ausdrucken“ – kein schöner Ausblick für Shopbesitzer. Es sei denn, sie richten eine 3D-Werkstatt ein und lassen ihre Kunden mit individuellen Entwürfen an der Fabrikation der gewünschten Ware teilhaben, statt fertige Produkte zu verkaufen.

  • These 4: Die Welt verwandelt sich in eine Verkaufsfläche

    Die Welt selber wird zunehmend zu einem einzigen großen Shopping-Center. Etwa, wenn Konsumenten irgendeinen Artikel im Schaufenster anklicken, via Barcode einscannen und kaufen können. Mit der „ScanLife“ Technologie geht das via QR-Code schon heute – unabhängig von Öffnungszeiten. Doch es naht ein Gegentrend: Gewisse Dinge werden limitiert und mit Exklusivität belegt – und das wird Begehrlichkeiten wecken.

  • These 5: Jeder ist nur ein Händler auf Zeit

    Wenn Händler bisher von der Bildfläche verschwanden, hatte dies meist mit Konkurs, einer Übernahme oder Geschäftsaufgabe zu tun. Künftig verschwinden sie, weil die Generation mit dem mobilen Internet in der Hosentasche sie in ihrer Funktion als Lagerraum und Ort des Abverkaufs schlichtweg nicht mehr braucht. Für den heutigen Händler heißt das: Kein Laden – ob on- oder offline – wird mehr für die Ewigkeit gebaut. Das verdeutlicht schon die wachsende Zahl der temporär installierten Pop-Up-Stores.

    Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

"Die Kunden kaufen dort ein, wo sie sich gerade aufhalten", unterstreicht Interone-Managerin von Lewinski. Insofern differenzieren sie beim Einkaufen nicht zwischen offline und online. Das Phänomen "offline gesehen und online gekauft" gäbe es zwar, allerdings nur, wenn große Preisunterschiede bestehen, schränkt Lewinski ein. Der umgekehrte Effekt "online gesehen und offline gekauft" sei weiter verbreitet.

Top Ten der Onlineshops

Umsatzstärkste Warengruppe im interaktiven Handel im vergangenen Jahr war nach Angaben des EHI Retail Institute Bekleidung, Textilien und Schuhe mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 12,82 Milliarden Euro. Doch für Bekleidungshersteller wie H&M und Zara käme wohl ein reiner Onlinehandel nie in Frage. Es sind vor allem die großen Player im E-Commerce-Markt, die mit stabilem Wachstum die "Top Ten der größten deutschen Onlineshops" anführen.

Unangefochtener Spitzenreiter ist weiterhin Amazon - mit großem Abstand vor dem zweitplatzierten Otto.de gefolgt von Neckermann.de, belegt die E-Commerce-Marktstudie von EHI Retail Institute und Statista. Diese drei Unternehmen erwirtschafteten 2011 mit 8,3 Milliarden Euro Umsatz rund 37 Prozent des rund 25 Milliarden schweren E-Commerce-Marktes. Der Verband erwartet für 2012 ein Wachstum um 7,2 Prozent. Besonders in der Vorweihnachtszeit hat sich das Internet als umsatzstarker Verkaufskanal gezeigt.

Die drei Ikonen des E-Commerce: Zalando, eBay und Amazon gelten zwar als reine Onlineanbieter, aber sie sind teils auch stationär präsent. So eröffnete Zalando im April dieses Jahres einen Outlet-Store in Berlin für registrierte Zalandokunden. Das Warenangebot stammt aus den Vorsaisons oder ist B-Ware, bei denen Besucher nach Angaben von Zalando zwischen 30 und 70 Prozent sparen können.

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