
Gute 350 Tonnen wiegt der erste Block des Rumpfes der "Norwegian Breakaway", der in das Dock II der Meyer- Werft in Papenburg gehoben wird. 70 weitere Teile werden folgen. Die niedersächsische Werft gilt in der Schiffbaubranche als besonders innovationsstark. Eine ihrer Stärken: die ausgeklügelte Logistik. Bei Meyer kann ein Meister per Tastendruck feststellen, wie sich seine Personalkosten entwickeln, wenn er einen Tag früher fertig werden muss oder die Reederei noch nachträglich Sonderwünsche einbringt. Und das, ohne dass der Zeitplan für den extrem komplexen Fertigungsprozess des Schiffes durcheinanderkommt. Der Weg dorthin ist nicht einfach - aber lohnend.
"Viele Unternehmen sitzen auf riesigen Datenmengen, werten diese aber nicht so aus, dass sie aus den im Haus vorhandenen Informationen lernen können", kritisiert Norbert Gronau. Der Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam und seine Mitarbeiter haben mehrere Hundert Unternehmen zwischen Nordsee und Alpen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: "Deutschlands Mittelständler müssen schlauer werden", urteilt Gronau. Die meisten Betriebe nutzen noch nicht oder nur unzureichend vorhandene Analysemethoden. "Die Betriebe schauen hauptsächlich in den Rückspiegel, anstatt ihre Organisation auf Basis ihrer Informationen erfolgreich in die Zukunft zu führen."
Bild: dpaBig Data gegen den Stau: Forscher arbeiten an Systemen, die Verkehrsdaten in Echtzeit auswerten. Ziel ist es, dank intelligenter Steuerung das tägliche Stop and Go auf den Autobahnen zu vermeiden. Die Informationen liefern Sensoren in den Autos und am Straßenrand. Ein Pilotprojekt läuft derzeit beispielsweise in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer.
Bild: dpaEs waren nicht nur gute Wünsche, die US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl verholfen haben: Das Wahlkampf-Team des Demokraten wertete Informationen über die Wähler aus, um gerade Unentschlossene zu überzeugen. Dabei griffen die Helfer auch auf Soziale Netzwerke zurück.
Bild: dapdWas sagen die Facebook-Freunde über die Bonität eines Nutzers aus? Das wollten die Auskunftei Schufa und das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Sommer 2012 erforschen. Doch nach massiver Kritik beendeten sie ihr Projekt rasch wieder. Dabei wollten die beiden Organisationen lediglich auf öffentlich verfügbare Daten zugreifen. „Die Schufa darf nicht zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden“, warnte etwa Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Auch andere sind mit Big-Data-Projekten gescheitert.
Bild: APBewegungsdaten sind für die Werbewirtschaft Gold wert. Der Mobilfunk-Anbieter O2 wollte sie deswegen vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen. Dafür gründete er Anfang Oktober die Tochtergesellschaft Telefónica Dynamic Insights. In Deutschland muss die Telefónica-Tochter allerdings auf dieses Geschäft verzichten: Der Handel mit über Handys gewonnenen Standortdaten sei grundsätzlich verboten, teilte die Bundesregierung mit.
Bild: dpaWelches Medikament wirkt am besten? Die Auswertung großer Datenmengen soll dabei helfen, für jeden Patienten eine individuelle Therapie zu entwickeln. So könnten die Mediziner eines Tages die Beschaffenheit von Tumoren genau analysieren und die Behandlung genau darauf zuschneiden.
Bild: dpaDamit die Energiewende gelingt, müssen die Stromnetze intelligenter werden. Big-Data-Technologien können helfen, das stark schwankende Stromangebot von Windrädern und Solaranlagen zu managen.
Bild: dapdWelche Geschenke interessieren welchen Kunden? Und welchen Preis würde er dafür zahlen? Der US-Einzelhändler Sears wertet große Datenmengen aus, um maßgeschneiderte Angebote samt individuell festgelegter Preise zu machen. Dabei fließen Informationen über registrierte Kunden ebenso ein wie die Preise von Konkurrenten und die Verfügbarkeit von Produkten. Die Berechnungen erledigt ein Big-Data-System auf der Grundlage von Hadoop-Technik, an dem der Konzern drei Jahre gearbeitet hat.
Big Data gegen den Stau: Forscher arbeiten an Systemen, die Verkehrsdaten in Echtzeit auswerten. Ziel ist es, dank intelligenter Steuerung das tägliche Stop and Go auf den Autobahnen zu vermeiden. Die Informationen liefern Sensoren in den Autos und am Straßenrand. Ein Pilotprojekt läuft derzeit beispielsweise in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer.
Doch ein Sinneswandel setzt ein. Langsam erkennen immer mehr Mittelständler, dass ihnen solche Analysesysteme etwas bringen. So nutzt zum Beispiel das Preisvergleichsportal Verivox ein solches System und kann seitdem Kundenverhalten vorhersagen. So wissen die Verivox-Manager, an welchen Tagen und zu welchen Stunden besonders viele Verbraucher anfragen. Anette Almer, Beraterin beim Business-Analytics-Anbieter SAS erklärt: "Das hilft dem Dienstleister beispielsweise, seinen Personaleinsatz optimal zu planen."
Auch die Arvato-Bertelsmann-Tochter Deutschland-Card steuert ihre Marketingkampagnen nach Analysen der Ergebnisse früherer Werbeaktionen sowie der Transaktionen und Punkte-Konten ihrer Teilnehmer. Laut Geschäftsleitungsmitglied Clemens Schäffner bildet die Analyse "das Gehirn und den Motor" der Kampagnen.
Verkaufsförderung: Der Weinhändler The Wine House hat mit Hilfe von Business-Analytics seinen Warenbestand elektronisch im Blick und kann ihn unter verschiedenen Aspekten beleuchten: nach Lieferanten, Abteilungen, Alter und Mengen. So lassen sich Flaschen ausmachen, die sich nur langsam oder gar nicht verkaufen. Und: Die Weinprofis wissen mittlerweile, welche Altersgruppe nur selten kalifornischen Weißwein kauft oder in welcher Region die Verkaufszahlen gerade zurückgehen. Dadurch kann der Weinhändler mit Preisreduzierungen oder gezielter Werbung gegensteuern.
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