DuckDuckGo, Ixquick, MetaGer & Swisscows: Das kann Googles datensichere Konkurrenz

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DuckDuckGo, Ixquick, MetaGer & Swisscows: Das kann Googles datensichere Konkurrenz

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Was die Suchmaschinen im Schatten von Google taugen.

von Niklas Dummer

Google durchleuchtet Nutzer und macht mit den Informationen Milliarden. Nischen-Anbieter versuchen es anders: Keine Daten speichern – das passt zum Zeitgeist. Warum sie trotzdem kaum eine Chance gegen Google haben.

157,68 Euro verdient Google jährlich an mir. Außerdem sammelt Google Daten über mich auf 82 Prozent der von mir kürzlich besuchten Websites. Das sagt zumindest das Avira Tool PrivacyFix.

Das Tool errechnet diesen Wert auf Basis der Suchaktivität in den vergangenen 60 Tagen sowie Schätzungen darüber, wie viele Suchanfragen einen Klick auf eine Werbeanzeige liefern und was dieser wert ist. Ob ich wirklich auf die Anzeige klicke, erfasst das Tool nicht – die Angaben dienen also nur als grober Überblick.

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Was das Tool trotzdem illustriert: Die Daten, mit denen Nutzer für vermeintlich kostenlose Dienste wie der Google-Suche bezahlen, bilden die Grundlage für ein rentables Geschäft. Nach Schätzungen der Boston Consulting Group beträgt allein der Wert der Nutzerdaten der EU-Bürger 315 Milliarden US-Dollar – bis 2020 soll er sich verdreifachen. Dann entspräche er acht Prozent des BIP der 27 EU-Staaten.

Was Google über Sie weiß

  • Das Dashboard

    Wer über einen Google-Account verfügt und sich einloggt, kann über folgende Links einen kleinen Einblick darüber gewinnen, wie Google einen sieht.

  • Wer bin ich?

    Wie alt bin ich und welchen Geschlechts? Wofür interessiere ich mich? Anhand der von den Nutzern besuchten Seiten gibt Google eine ziemlich passgenaue Schätzung ab.

    https://www.google.com/ads/preferences/

  • Was suche ich?

    An welchen Tagen suche ich besonders häufig? Um welche Uhrzeit? Google listet all das für seine Nutzer einsehbar auf – inklusive der Suchanfrage und den angeklickten Links.

    https://history.google.com/history/

  • Wo war ich?

    Wer ein Android-Handy nutzt und den Ortungsdienst nicht deaktiviert, kann auf Schritt und Tritt von Google verfolgt werden. Google listet den Bewegungsverlauf im Überblick auf.

    https://maps.google.com/locationhistory

  • Womit nutze ich Google?

    Google merkt sich auch, mit welchen Geräten seine Nutzer die Dienste nutzen – inklusive Ortsangaben und Uhrzeit.

    https://security.google.com/settings/security/activity

Google hat auf Basis solcher Nutzerdaten ein Milliardenimperium errichtet. Das US-Unternehmen bietet mittlerweile nicht nur eine Suchmaschine, sondern mit Android auch das beliebteste Betriebssystem für Smartphones, mit Youtube das größte Videoportal der Welt, die vier führenden Online-Werbedienstleister und mit dem britischen Big-Data-Spezialisten Rangespan ein Unternehmen, das die Daten, die bei der Nutzung der Google-Diensten anfallen, auswertet.

Die gesammelten Daten nutzt Google zu Werbezwecken. Mit den erstellten Profilen schaltet das US-Unternehmen passgenaue Werbung. Der Gewinn, den Google im vergangenen Jahr damit erwirtschaftete, betrug mehr als 14 Milliarden US-Dollar – 90 Prozent der Einnahmen generierte Google allein mit der Platzierung von Werbung.

Die zehn teuersten Google-Käufe

  • Platz 10

    Admeld
    Typ: Online-Werbevermarkter
    Jahr: 2011
    Preis: 400 Millionen Dollar

  • Platz 9

    Wildfire Interactive
    Typ: Social-Media-Vermarktung
    Jahr: 2012
    Preis: 450 Millionen Dollar

  • Platz 8

    Postini
    Typ: E-Mail-Sicherheit und Archivierungsdienst
    Jahr: 2007
    Preis: 625 Millionen Dollar

  • Platz 7

    ITA-Software
    Typ: Software für die Reiseindustrie, u.a. Flugsuchen
    Jahr: 2010
    Preis: 676 Millionen Dollar

  • Platz 6

    AdMob
    Typ: Mobiles Werbenetzwerk
    Jahr: 2009
    Preis: 750 Millionen Dollar

  • Platz 5

    Waze
    Typ: GPS-gestütztes Navigationssystem für Smartphones
    Jahr: 2013
    Preis: 966 Millionen Dollar

  • Platz 4

    Youtube
    Typ: Videoportal
    Jahr: 2006
    Preis: 1,65 Milliarden Dollar

  • Platz 3

    DoubleClick
    Typ: Online-Werbevermarkter
    Jahr: 2007
    Preis: 3,1 Milliarden Dollar

  • Platz 2

    Nest
    Typ: Automatisierungsunternehmen, produziert u.a. selbst lernende Thermostate
    Jahr: 2014
    Preis: 3,2 Milliarden Dollar

  • Platz 1

    Motorola Mobility
    Typ: Hersteller von Mobiltelefonen
    Jahr 2011
    Preis: 12,5 Milliarden Dollar

Die gesammelten Daten gibt das Unternehmen – soweit bekannt – nicht an Dritte weiter; trotzdem sind die Mitarbeiter dort nicht die Einzigen, die Zugriff auf die immensen Datenschätze haben.

Zwei Jahre ist es her, dass der Whistleblower Edward Snowden die gigantische Datensammelmaschinerie der NSA publik machte. Der US-Geheimdienst hat sich unter anderem Zugriff auf Googles Rechenzentren verschafft und dort alleine in 30 Tagen mehr als 181 Millionen Datensätze abgegriffen.

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