Einblick: Digitale Blaupause

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kolumneEinblick: Digitale Blaupause

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Google wird umstrukturiert.

Kolumne von Miriam Meckel

Der Wandel von Google zu Alphabet Inc. ist das erste Beispiel für die nächste Megatransformation im digitalen Kapitalismus.

Am Anfang war das Wort, und das Wort war der Gott der Internet-Zukunft. G steht für Gott. Es steht aber auch für Google, wie die beiden Gründer in einem Blogpost zu Anfang dieser Woche schrieben, in dem sie die Verwandlung des Unternehmens erklärten. Das G ist der siebte Buchstabe im Alphabet, das nun Googles Zukunft wird, und auf diesem Buchstaben könnte man sich ausruhen wie am siebten Tag, wollte man die biblische Analogie vorantreiben. Aber Ausruhen kann man sich nicht leisten, will man in der Entwicklung der digitalen Wirtschaft nicht an Momentum verlieren. „Google ist kein normales Unternehmen“, zitiert Gründer Larry Page sich selbst und Partner Sergey Brin. Google ist das wichtigste Internet-Unternehmen der Welt und will es bleiben.

Der Schritt von Google zu Alphabet hat eine neue Qualität. Mit ihm legt das Unternehmen die Blaupause für strategische Erneuerung im digitalen Kapitalismus vor. Nicht mit ungewöhnlichen Mitteln, sondern mit altbekannten Schachzügen einer Restrukturierung in Holding und Einzelgesellschaften. Nicht mit visionärem Geplapper, sondern durch konsequente und dauerhafte Überprüfung und Neuausrichtung von Geschäftsmodellen, wie sie die Kapitalmärkte, aber auch die Gesetzmäßigkeiten der Innovationszyklen erfordern. Der Wandel von Google zu Alphabet Inc. ist das erste Beispiel für die nächste ökonomische Megatransformation. Sie findet nicht mehr von analog zu digital, sondern innerhalb der digitalen Wirtschaft statt.

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Viele andere Unternehmen basteln noch immer am ersten Schritt. Ein Mangel an kreativen Ideen für neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen, Zögerlichkeit statt strategischer Konsequenz und ein Bewahrertum gegenüber dem Altbekannten, schön verpackt in dem positiv aufgeladenen Begriff der Tradition, blockieren die Neuerfindung der Unternehmen. Google geht nun den zweiten Schritt, bevor andere den ersten getan haben.

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Die neue Struktur macht transparent, wie profitabel die einzelnen Geschäftsbereiche sind. Das erfreut die Kapitalmärkte. Sie ist ein kompetitives Rekrutierungsprogramm für die Nachfolge der beiden Gründer. Das ist langfristig klug. Vor allem aber erlaubt sie Google, innovativ zu bleiben. Das ist derzeit das Wichtigste in der digitalen Wirtschaft. Natürlich soll auch das Suchgeschäft weiter wachsen und gedeihen. Aber mit den anderen Gesellschaften unter dem Dach von Alphabet Inc. werden flexibel steuerbare Einheiten geschaffen, um die nächsten Technologien zu entwickeln. Während bei uns die Abspaltung eines Konzernbereichs gerne mal mehrere Jahre in Anspruch nimmt, kann Google künftig schnell reagieren.

Google wird durch Alphabet zum Konglomerat. Das klingt nicht gut in unseren Ohren. Selbst Investor Warren Buffett, Vorbildfigur für Larry Page und Sergey Brin, gab kürzlich zu, dass Konglomerate zu Recht einen schlechten Ruf haben. Gleichzeitig seien sie ideal für langfristigen Wertzuwachs. Die Sorgen um Monopolbildung und Wettbewerb, um Datenschutz und Marktzugänge im Internet erhalten nun neuen Auftrieb. Berechtigte Sorgen, die nicht den Blick verstellen sollten auf die entscheidende Botschaft für Unternehmen: Im digitalen Kapitalismus beginnt die Zukunft vor Ende der Gegenwart. Wer diese Regel nicht buchstabieren kann, hat keine Chance.

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