Einstiger Hoffnungsträger: Surface verhagelt Microsoft die Bilanz

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Einstiger Hoffnungsträger: Surface verhagelt Microsoft die Bilanz

von Matthias Hohensee

Zehn Monate nach Start muss das Surface Tablet verramscht werden, was den Softwarekonzern zusätzliche 900 Millionen Dollar kostet. Trotzdem hält Konzernchef Ballmer an seiner Hardware-Strategie fest. Die Risiken sollen jedoch mehr die Partner übernehmen.

Die Wette von Steve Ballmer ist nach hinten losgegangen. Zumindest fürs erste. Am 18. Juni vergangenen Jahres stellte der Microsoft-Chef in Los Angeles die Antwort seines Konzerns auf Apples iPad vor – das in Eigenregie entwickelte Tablet Surface. Um Apple zu kontern, setzte Ballmer sogar die langjährigen Beziehungen mit seinen Windows-Lizenzpartnern aufs Spiel.

PC-Hersteller wie Acer und Lenovo reagierten verschnupft, als Microsoft sich in das ohnehin schwierige Geschäft mit Hardware einmischte. Doch Ballmer und der damalige Windows-Chef Steve Sinofsky waren überzeugt, dass nur ein von Microsoft selbst mit seiner Software vermähltes Tablet das neue Betriebssystem Windows 8 zum Glänzen bringen würde. Doch das war zu viel des Neuen.

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Die Quittung wurde am Donnerstagabend den Microsoft-Aktionären präsentiert. 900 Millionen Dollar muss der Konzern abschreiben, weil das Microsoft Surface Tablet – vor allem dessen schwachbrüstige RT Variante - sich als Ladenhüter entpuppt hat.

Überraschend ist das nicht. Microsoft senkte kürzlich den Preis des im Oktober vorgestellten Surface RT von 500 Dollar auf 350 Dollar. "Wir glauben, dass die Preissenkung hilft, das Gerät stärker im Markt zu etablieren", bekräftigte Microsofts Finanzchefin Amy Hood bei der Vorlage der Quartalsergebnisse. Als Hewlett Packard sein TouchPad Tablet im August 2011 verramschte, waren die Geräte innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft. Allerdings schleuderte sie HP für teilweise nur 99 Dollar auf den Markt.

Ob der 350-Dollar-Preis Microsoft wirklich hilft, ist fraglich. Zumal die RT Variante im Gegensatz zum Profimodell keine klassischen Windows-Programme unterstützt.

Die Mehrzahl der Kunden greift derzeit lieber zum iPad und dessen Android-Wettbewerbern. Nicht unbedingt, weil das neue Betriebssystem Windows 8 für viele noch gewöhnungsbedürftig ist. Sondern vor allem wegen der wesentlich größeren Auswahl von Programmen für iPad und Android Tablets. Wer sich von der Diskrepanz in seinem Sommerurlaub persönlich überzeugen will, muss nur die Stanford Shopping Mall in Palo besuchen, wo sich Apple und Microsoft mit eigenen Ladengeschäften gegenseitig Konkurrenz machen. Bei Microsoft herrscht meist gähnende Leere.

Die Abschreibung hat Microsofts Ergebnisse im vergangenen Quartal verhagelt. Zwar legte der Umsatz zehn Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar zu. Doch Analysten hatten im Schnitt mit 20,7 Milliarden Dollar gerechnet. Die eigentliche Schwäche waren jedoch die schleppenden Verkäufe von Desktops und Notebooks, denen Tablets und Smartphones arg zusetzen. Das dezimiert den Markt für Windows-Software.

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