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Elektronikhersteller: Effizienz produzieren und den Markt fluten

Elektronikhersteller: Mit welchen Methoden Samsung die Welt erobert

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Effizienz produzieren und den Markt fluten

Samsung Galaxy II

Der Smartphone-Verkaufsschlager aus dem Hause Samsung ist millionenfach verkauft worden und der stärkste Konkurrent von Apples iPhone. Das Handy ging mit einem größeren Display, aber ebenfalls mit den für Apple typischen abgerundeten Ecken auf den Markt.

Bild: dpa

Top-Manager wiederum stehen unter Totalstress, weil sie ständig vor Gottvater Lee Kun-hee schaulaufen müssen. Wie Adelige am mittelalterlichen Kaiserhof heißt es für die Spartenchefs, mit ihrer Performance um die Gunst des Chairman zu buhlen. Die Anspannung ermüde die Betroffenen, die dauernde Bewertung durch Lee Kun-hee persönlich erzeuge bei vielen Burn-out-Symptome, erzählt ein ehemaliger Mitarbeiter. Die Kündigungsrate ist viel höher als etwa bei der Hyundai-Gruppe.

Der wirtschaftliche Erfolg des Konzerns, insbesondere der Elektroniktochter Samsung Electronics, gab dem gnadenlosen Regime bisher recht. Vor allem erwies es sich als der richtige Weg, um über Jahrzehnte die Strategie von Firmengründer Lee Byung-chull und seinem Sohn Lee Kun-hee einzulösen: die Konkurrenz nachahmen und deren Produkte verbessern; effizienter sowie schneller produzieren und damit preiswerter anbieten; maximal investieren, um Größenvorteile zu nutzen und die Stückkosten zu senken; schließlich den Markt fluten.

In diesen Sparten ist Samsung aktiv

  • Samsung Electro Mechanics

    Produkte: Kondensatoren, passive Elektronikbauteile

    Umsatz (2011): 4,3 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 25.000

  • Samsung Card

    Produkte: Kreditkartengesellschaft, Brokerhaus, Venture Capital

    Umsatz (2011): 2,3 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 3.100

  • Samsung Heavy Industries

    Produkte: Megatanker, Containerschiffe

    Umsatz (2011): 9,6 Milliarden Euro

    Nettogewinn (2011): 347 Millionen Euro

    Mitarbeiter: 13.000

  • Cheil Industries

    Produkte: Textilien, Mode, Farbstoffe zum Beispiel für Hausgeräte, Chemikalien

    Umsatz (2011): 4 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 3.900

  • Samsung C & T

    Produkte: Bau- und Handelsgesellschaft, spektakuläre Hochhäuser wie Burj Khalifa in Dubai

    Umsatz (2011): 15,4 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 10.500

  • Samsung Display

    Produkte: LC- und OLED-Bildschirme, weltweit Nr. 1

    Umsatz (2011): 20,9 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 39.000

  • Samsung Engineering

    Produkte: Großanlagen für Chemie-, Stahl-, Erdgas- und Bergbauindustrie, Kraftwerke

    Umsatz (2011): 6,6 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 8.300

  • Samsung Techwin

    Produkte: Artillerie, Videoüberwachung, Militärroboter

    Umsatz (2010): 5,370 Milliarden Euro

  • Samsung Everland

    Produkte: Freizeitpark

    Umsatz (2011): 1,8 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 4.800; heimliche Holding, 54 % im Besitz der Familie Lee

  • Samsung Financial Services

    Produkte: Auto-, Unternehmens und Lebensversicherungen

    Umsatz (2011): 29,3 Milliarden Euro

    Mitarbeiter: 11.700

Auf diese Weise gelang es Samsung, Vorbilder wie den japanischen Chip- und Bildschirmhersteller NEC, Nippons einstige Unterhaltselektronikikone Sony und den langjährigen finnischen Handyweltmarktführer Nokia hinter sich zu lassen. Heute sind die Koreaner der weltgrößte Hersteller von Speicherchips, Displays, Flachbildfernsehern, Handys und Smartphones.

Die Samsung-Prinzipien

Die Weltmeistertitel verdankt Samsung zwei Prinzipien, die als lehrbuchhaft in der Hardwareindustrie gelten, wo sich die Leistungsfähigkeit der Halbleiter alle ein bis zwei Jahre verdoppelt und sich gigantische Investitionen jagen: Erstens verzahnen die Koreaner Entwicklung und Produktion maximal, zweitens investieren sie gezielt, wenn die Nachfrage nachlässt.

Übersicht zur Samsung-Aktie (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
Übersicht zur Samsung-Aktie (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Bei Samsung Electronics baut bis heute die Hälfte der Ingenieure an der Fertigungslinie Halbleiter, während die andere Hälfte in den Labors das Know-how für die nächste Chipgeneration erarbeitet. Auf diese Weise gelang es Samsung zum Beispiel, die Produktpalette schnell von klassischen Speicherchips zu Flashspeichern etwa für Digitalkameras zu erweitern, die beide auf derselben Linie produziert werden. Von dort war es wiederum nur ein kurzer Weg zu Bildschirmen aus Flüssigkeitskristallen, die ebenfalls ein Halbleiterprodukt sind, da jeder Pixel aus einem Transistor besteht.

Gleichzeitig investiert Samsung konsequent antizyklisch, modernisiert trotz fallender Chippreise die Anlagen und stärkt sich so für den Aufschwung. Dabei helfen günstige Bankkredite, Steuervorteile und die schwache Landeswährung Won.

„Samsung produziert effizient“, lobt Kim Ky-won, Ökonom an der Korea National Open University in Seoul. Dadurch gelangt der Konzern schnell in große Stückzahlen. „Samsung konzentriert sich auf standardisierte Massenware, bei der sich Kostenvorteile erzielen lassen“, erklärt der Ökonom Chang Sea-jin, Autor des Buches „Sony vs. Samsung“. Hochwertige Bauteile und Technik werden notfalls zugekauft, wie zuletzt der induktive Stift beim Galaxy Note.

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5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.12.2012, 12:05 UhrKenaj

    "So kann nur einer mit Leuten umgehen, wenn er Koreaner ist, tief in der militärischen und konfuzianischen Tradition seines Landes von Zucht und Ordnung steht" (Zitat aus diesem Artikel!)

    So kann nur einer schreiben, wenn er ein chauvinistischer Journalist ist, tief in der militärischen und nationalistischen Tradition seines Landes von Vorurteilen und Halbwissen steht....

    Mal ernsthaft, wie kann es sein, dass ein Journalist einen so dermaßen einseitigen und vor allem unqualifizierten Artikel schreibt? Nicht nur, dass der Konzern hier als Aushängeschild Koreas dargestellt und gleichzeitig das ganze Land diffamiert wird. Gleichzeitig werden die Konkurrenten Apple (!) und Google (!) als Musterknaben dargestellt. Gerade wenn man so wenig Ahnung von Korea hat, sollte man doch zumindest etwas Objektivität besitzen und nicht die Konkurrenz, die keinen Sold besser ist in den Himmel loben.

    Dazu noch diese völlig wahrlosen Vergleiche mit dem Buhmann "Nordkorea". Ich glaube nicht, dass der Autor solch einen banalen Vergleich auch bei Nestle anstellen würde. Wie wäre es denn, wenn ein koreanischer Autor schreiben würde, dass es in deutschen Unternehmen, wie in der Wolfsschanze zugeht?

    Der Journalist muss auch wirklich ziemlich unbedarft sein, wenn er solche Autoren, wie den mit der Moon-Sekte paktierenden Michael Breen, zitiert und ihn als Koreaexperten darstellt.

    Wenn der Journalist, möchte kann er sich ja mal für seinen nächsten Artikel an eine auf Korea spezialisierte Forschungseinrichtung wenden, eventuell wird es dann nicht so ein Unfug.

  • 21.12.2012, 12:03 UhrRespekt

    Der Glaube an die Zukunft der Nation, der tiefe Respekt vor den wirklichen Leistungsträgern (nämlich den Ingenieuren) und die Anwendung preußischer Tugenden: Das ist ganz grob das Erfolgsrezept in Südkorea.

    Wie ist es bei uns? Glaube an die Nation? Wir dürfen an die EU glauben.

    Respekt vor den - bei uns ebenfalls - sehr guten Ingenieuren? Fehlanzeige. Der BWLer mit seiner universellen Inkompetenz in technischen Zukunftsfragen gibt hier überall lautstark den Ton an. Hinzu kommen in den Personalabteilungen Psychologen und in noch schlimmeren Fällen sogar Theologen. Niemals kann dabei etwas herauskommen.

    Preußische Tugenden? Man pfelgt sie nciht, sondern diffamiert sie anstatt stolz darauf zu sein, daß die Preußen als erste in der Welt die Schulpflicht und somit das zentrale Menschenrecht, in der Schule etwas lernen zu dürfen, eingeführt haben und daß sie vor allem als erste in der Welt die menschenverachtende Folter verboten haben. Im übrigen: Disziplin ist nichts Schlechtes, sondern etwas Gutes.

    Erfolgreiche wissen, daß sie von den Erfolglosen diffamiert werden. Deshalb rückt man hier auch Südkorea in die Nähe von Nordkorea. Aber das nutzt nichts: Die Großprobleme bei uns gehen davon nicht weg: Totalverschuldung und Kinderlosigkeit.

  • 20.12.2012, 12:02 UhrEuroTanic

    "Die harschen Zustände in den Fabriken sind wohl nötig, um solche Produkte herstellen zu können."
    Mit dem Argument kann man aja auch Kinderarbeit und sonstige unmenschliche Arbeitsbedigungen verteidigen. Hauptsache man hat selber das neuste und tollste Gerät? Gib's bei Ihnen noch mehr als das Streben nach Materie?

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